Posts Tagged ‘Suhrkamp’

Kito Lorenc

17. August 2018

 

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#teamwinkler

27. April 2018

„Klagenfurt hat am Dienstag mit einem Festakt im Wappensaal das 500-jährige Bestehen der Stadt gefeiert. In seiner Rede sorgte Autor Josef Winkler für einen Eklat, er griff Jörg Haider an, daraufhin verließ der dritte Landtagspräsident Josef Lobnig (FPÖ) den Festakt.“

woraufhin

„Wegen Josef Winklers Attacken auf die FPÖ bei seiner Rede im Rahmen des Festaktes zu 500 Jahre Klagenfurt am Dienstag wird die FPÖ Anzeige wegen Verhetzung erstatten. Winkler griff neben der Partei auch den verstorbenen Landeshauptmann Jörg Haider scharf an.“

Kauft, lest, empfehlt, verbreitet Bücher von Josef Winkler.

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Uwe Tellkamp, Ahmet Altan und die Verantwortung der Schriftsteller*innen für ihre Wortwahl

10. März 2018

Aus gegebenem Anlass.

Der Bot des Autors

28. Februar 2018

Ein Schaf strickt eine Socke aus der eigenen Wolle. Oder zumindest aus einem Wollfaden, in den es eingewickelt ist. Die kleine Illustration auf dem Buchcover könnte auch eine der unzähligen Figuren sein, die Clemens Setz in Wolken, bröckelndem Putz oder Pfützen entdeckt. Und sie dient natürlich als Metapher für sein neues Buch Bot, das angeblich ein Gespräch ohne Autor darstellt. Dabei ist nicht nur der Autor, sondern bisweilen auch der Mensch Clemens Setz in diesem Buch sehr präsent.

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Dabei wollte Setz sich doch eigentlich dem Gespräch entziehen, als er bemerkte, dass er die von der Lektorin Angelika Klammer gestellten Fragen nicht oder nur recht uninspiriert beantworten konnte. Die Lösung für das Problem fand sich in „einer elendslangen Worddatei“, dem Journal des Autors, das dieser als „ausgelagerte Seele“ bezeichnet. Statt dem Autor stellte Klammer ihre Fragen der Datei. Mit künstlicher Intelligenz oder gar Robotik hat das nichts zu tun. Es ist ein simples Suchen nach Schlagworten und Zitieren.

Weiterlesen auf fixpoetry.com

75

6. Dezember 2017

Peter Handke wird heute 75. Ich wünsche ihm von Herzen noch viele Jahre. Meine Besprechung seines „Letzten Epos“ Die Obstdiebin kann man jetzt auf fixpoetry.com lesen.

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Auf Seite 166 dieser „einfachen Fahrt ins Landesinnere“ sagt der Ich-Erzähler, der seinem Autor Peter Handke zum Verwechseln ähnlich ist, ähnlich sein muss: „Es ist jetzt die Zeit, zu erzählen, was es mit der »Obstdiebin« auf sich hat; Zeit, zu erzählen, wie aus ihr »Die Obstdiebin« geworden ist.“ Erst nach über einem Viertel also, wenn man den Text quantifizieren möchte, setzt die „eigentliche“ Erzählung von der Obstdiebin und ihrer Wanderung in die und in der Picardie ein. Von einer Handlung, gar einem Plot will ich nicht sprechen, auch wenn man etwas in dieser Richtung nacherzählen könnte. Aber wozu? 166 Seiten, genau genommen 158 Seiten, des Anschubs, des Hinführens zur Erzählung braucht es also, dass der Leser ausreichend vorbereitet, ausgestattet, gewappnet scheint, um der Obstdiebin durchs ländliche Frankreich zu folgen. Und die Seiten davor? Sie sind der Auszug des besagten Ich-Erzählers selbst, aus dem Pariser Vorort Chaville nach Lavilleterte im Vexin. Eine kleine Reise, die noch einmal – ein letztes Mal? – Große Erzählung im Wortsinne „auf den Weg“ bringt, einer Figur nachspürt, die ganz klar vor einem steht und sich dennoch nicht fassen lässt. Die, sich selbst überlassen, vielmehr von sich preisgibt, als wenn ein Ich-Erzähler ihr nachstellt. Weswegen er sich zurückziehen muss, um der Erzählung von der Obstdiebin ihren Lauf zu lassen.

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Literaturgeschichte

9. November 2017

scheint mir oft die Geschichte falsch verstandener Briefe zu sein. Dennoch oder gerade deshalb – sehr interessant.

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Die Mitschrift des Wirklichen

23. Juli 2017

Journalromane, Journalgeschichten, Journalsätze hat Jürgen Becker einige geschrieben und publiziert. Nun also ein Journalgedicht mit dem Titel Graugänse über Toronto, das irgendein Scherzkeks im Wikipedia-Artikel des Autors mit dem Gattungszusatz [Kurzprosa] versehen hat. Da kann man schon mal schmunzeln. Die Gattungsfrage, bei der nicht mehr nur Autoren und Kritiker, sondern mittlerweile sogar Literaturwissenschaftler müde abwinken, sie wird hier und da doch noch gestellt, ist scheinbar nicht ganz und gar überwunden. Und wenn mich auch zuerst die Bezeichnung Journalgedicht auf Beckers neues Buch aufmerksam werden ließ, so merkt man doch gleich auf Seite eins, das in Gattungen zu denken hier vollkommen irrelevant ist.

… Neue Formate,
ich komme auch nicht mehr mit.


Es geht um die Mitschrift
des Wirklichen, und wie es die Schrift verändert –

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Den ganzen Artikel hier lesen.

Letzte Beiträge

30. Juni 2017

Ich habe seit April, nach längerer Rezensionspause, wieder ein paar Bücher für fixpoetry.com und das Signaturen Magazin besprochen und versäumt sie über dieses Blog weiterzugeben. Das hole ich jetzt nach:

Für Fixpoetry besprochen:

Szilárd Borbély – Kafkas Sohn (Prosa)

Jakob Nolte – Schreckliche Gewalten (Roman)

Für Signaturen:

Kate Tempest – Brand New Ancients/ Brandneue Klassiker (Lyrik)

Bericht von den 20. Thüringer Literatur- und Autorentagen auf Burg Ranis

Nach wie vor verwaist dieses Blog ein wenig, sorry. Dafür bin ich WordPress hier treu.

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Bis bald und schönen Sommer!

Written to be read aloud

27. Juli 2016

Bereits im Juni hatte ich Kate Tempests Gedichtband „Hold your own“ besprochen. Und vergessen hier auf den Artikel hinzuweisen. Das hole ich hiermit nach:

Wer schon viel über Kate Tempest gehört hat, aber nicht so recht weiß, was all der Hype um sie zu bedeuten hat, sollte sie vielleicht zuerst selbst hören. Ihr Album Everybody Down (2014) oder einen der zahlreichen Livemitschnitte im Internet anschauen. Ihren Auftritt beim Glastonbury Festival im letzten Jahr etwa, den sie mit einem eindringlichen Vortrag ihres Gedichts Hold your own beendete. Ein Text, in dem sie an das Selbstbewusstsein ihrer Generation appelliert und das System aus Konsum, Angst, Unzufriedenheit und vorgezeichneten Lebenswegen grundsätzlich in Frage stellt. Und sich selbst in der Art und Weise ihres Auftretens in die Nachfolge von Allen Ginsberg, Janis Joplin und Jim Morrison.


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Kate Tempest, Jahrgang 1985, Rapperin aus South East London, Dichterin, Roman- und Theaterautorin, ist „die Schriftstellerin der Stunde“, wie es in so manchen Feuilletons heißt. Wer dem Hype verständlicherweise misstraut, ist gut beraten, sich ein eigenes Bild zu machen. Ob der nun bei Suhrkamp erschienene Gedichtband Hold Your Own dafür geeignet ist, darüber lässt sich allerdings streiten. Dass ihre „Glastonbury Adress“ Hold your own im gleichnamigen Band gar nicht auftaucht, ist verwunderlich. Stattdessen ist das Buch in erster Linie eine lyrische Aufarbeitung der antiken Figur Teiresias. Als deutlich erkennbarer roter Faden zieht sie sich durch den Band, angefangen beim einleitenden Langgedicht Teiresias bis hin zum letzten Text Prophet.

Teiresias, das ist jener junge Mann, der durch die Tötung einer Schlange zur Frau wird, später wieder zum Mann und schließlich, zwischen die Fronten eines Streits von Hera und Zeus geraten, zum blinden Propheten, der unter anderem Ödipus nichts Gutes vorauszusagen hat.

Weiter bei den Signaturen.

In meinem Kopf sind die Gedanken eingeschlossen wie in einem Bienenkorb

20. November 2015

„Ich kann das nicht und will das nicht. Ich habe kein Gerippe, nach dem ich male.“ Meret Oppenheims Absage an das Serielle und somit leicht Wiedererkennbare mag nur ein Zugang zum Verständnis ihres Werkes sein. Auf formaler Ebene ist er mit Sicherheit der wichtigste. Als junge Künstlerin wurde ihr oft vorgeworfen, dass sie „keine Linie“ habe, sich ihre Bilder und Objekte viel zu sehr von einander unterscheiden würden. Damit ist sie ganz bei Marcel Duchamp, der spätestens ab 1912 die Ansicht vertrat, dass ein Künstler vielseitig bleiben, einen „Look“ unbedingt vermeiden müsse.

Doch Oppenheim, die in den 1930er Jahren zur Pariser Avantgardeszene um Duchamp und André Breton gehörte, folgte damit keinem Diktum. Sie als Schülerin oder gar „das Mädchen“ der Surrealisten zu sehen, würde ihr in mehrfacher Hinsicht nicht gerecht. Auch deshalb nicht, weil ihr unbedingter Anspruch auf Freiheit und Unabhängigkeit bisweilen sogar stärker zu sein schien als ihr eigener Wille. Zumindest scheiterten ihre Versuche, bestimmten Bildern gleichartige Werke folgen zu lassen. „Ich habe mir Mühe gegeben, das nächste war total verschieden.“

Ohnehin ist Meret Oppenheim auch heute noch vor allem für ihre Objekte, fast muss man sagen: ihr Objekt bekannt. Das Frühstück im Pelz, oder Le déjeuner en fourrure, ließ sie 1936 in die erste Liga der Avantgardekünstler aufrücken. Doch diese Ikone des Surrealismus verstellte jahre-, wenn nicht jahrzehntelang den Blick auf ihr vielfältiges Œuvre. Dazu zählen neben zahlreichen Objekten die bereits angesprochenen Gemälde, Collagen, unzählige Zeichnungen, Fotografien, Entwürfe für Schmuck und Mode sowie der Berner Oppenheim-Brunnen. Und als ob all diese Werke nicht schon Beweis genug für den neugierigen Freigeist Oppenheims wären, gibt es von ihr auch einen Korpus literarischer Werke. Dieser besteht vor allem aus Gedichten, die um einige Prosatexte ergänzt und neu editiert in der Edition Suhrkamp erscheinen.

Weiter geht’s auf den Seiten der Signaturen.


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