Posts Tagged ‘Signaturen’

Letzte Beiträge

30. Juni 2017

Ich habe seit April, nach längerer Rezensionspause, wieder ein paar Bücher für fixpoetry.com und das Signaturen Magazin besprochen und versäumt sie über dieses Blog weiterzugeben. Das hole ich jetzt nach:

Für Fixpoetry besprochen:

Szilárd Borbély – Kafkas Sohn (Prosa)

Jakob Nolte – Schreckliche Gewalten (Roman)

Für Signaturen:

Kate Tempest – Brand New Ancients/ Brandneue Klassiker (Lyrik)

Bericht von den 20. Thüringer Literatur- und Autorentagen auf Burg Ranis

Nach wie vor verwaist dieses Blog ein wenig, sorry. Dafür bin ich WordPress hier treu.

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Bis bald und schönen Sommer!

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Zeitzünder: German Gothic

26. März 2017

Mein Text German Gothic erscheint in der Rubrik Zeitzünder: Politik & Poesie auf den Seiten der Signaturen. Hier klicken.

… dass sich mal wieder einer an den Faust wagt.

11. Januar 2017

Man muss Raoul Schrott schon allein dafür einigen Respekt zollen, überhaupt ein solches Projekt wie Erste Erde Epos anzugehen. Von latent größenwahnsinnigen Vorhaben träumen vielleicht einige Dichter, sie tatsächlich umzusetzen, gelingt hingegen nur sehr wenigen. Wobei die Kategorien „gelungen“ oder „nicht gelungen“, auf das fertige Buch bezogen, fast schon obszön scheinen. Denn was Schrott mit seinem 850-seitigen Epos versucht, ist nichts weniger als das aktuelle Wissen über die Welt poetisch aufzuarbeiten. Ja, das gesamte Wissen, könnte man tatsächlich sagen, denn Schrotts Erkenntnisinteresse ist unmissverständlich: „ich will verstehen wo ich bin und was“, heißt es im Kapitel Erstes Licht II.
Und ich bin beeindruckt, dass sich mal wieder einer an den Faust wagt. Natürlich im übertragenen Sinne. Aber Schrotts Ansatz, auf der Grundlage des naturwissenschaftlichen Gesamtbildes von Weltall – Erde – Mensch zu Beginn des 21. Jahrhunderts neue Verknüpfungen zu denken und zu schaffen, nicht zuletzt, um sich selbst in diesem Gefüge zu verorten, kann man getrost als faustisch bezeichnen. Daran erinnert auch die Szene, in der der ca. sechsjährige Raoul Schrott mittels eines Chemiebaukastens seinen persönlichen Urknall erzeugte:

Erste Erde
Weiterlesen auf signaturen-magazin.de

Gedicht der Woche #2

28. April 2016

Im Februar gab es schon einmal ein „Gedicht der Woche“ (fossile Gewässer) von mir auf den Seiten der Signaturen.

Nun hat es ein weiteres Gedicht (ihr werdet nicht sehen wir schnell wir sind) aus der gleichen Werkgruppe in die Auswahl geschafft.

Bis zum 5. Mai auf der Startseite der Signaturen lesen.

Danach im hochinteressanten Archiv.

 

 

Ausgraben, umschichten, neudichten – Daniel Falb über das Anthropozän und Anthropozändichtung

3. März 2016

„Homo sapiens, dessen Population seit 1800 von etwa 1 Milliarde auf über 7 Milliarden angewachsen ist, modifiziert heute mehr als die Hälfte der kontinentalen Erdoberfläche durch Agrikultur und Urbanisierung, bewegt jährlich mehr physische Materialien über die Erdoberfläche als alle non-anthropogenen Prozesse auf der Erde zusammen, macht mit seinen Nutz- und Haustieren über 97% der Biomasse aller terrestrischen Wirbeltiere und Vögel aus, produziert ein Klima, wie es auf der Erde seit dem Tertiär nicht mehr geherrscht hat und ist dabei, das sechste Massenaussterben von Arten in der Erdgeschichte herbeizuführen.“

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Mag sein, dass die meisten Menschen heutzutage wissen, wie stark sich ihr Einfluss oder zumindest der Einfluss ihrer Spezies auf das ökologische Gleichgewicht des Planeten auswirkt. Doch es ist zu bezweifeln, dass die Mehrzahl der Menschen schon einmal darüber nachgedacht hat, dass sie jetzt, in dieser Zeit, in der sie lebt, dazu beiträgt, Erdgeschichte zu schreiben.

Geht es nach dem niederländischen Meteorologen und Chemienobelpreisträger Paul J. Crutzen, tun wir aber genau das. Gemeinsam mit Eugene F. Stoermer veröffentlichte er im Jahr 2000 einen Essay, der in der Wissenschaftswelt für großes Aufsehen sorgte. Aufgrund der oben genannten Entwicklungen in der Menschheitsgeschichte kamen die beiden zu der Erkenntnis, dass die Erde sich nicht mehr im Holozän befindet, sondern in ein neues geologisches Zeitalter eingetreten ist: das Anthropozän.

Weiterlesen auf den Seiten der Signaturen.

Das Buch im Verlag.

Gedicht der Woche

4. Februar 2016

Das für meine Verhältnisse recht lange Gedicht „fossile Gewässer“ ist von heute an bis zum 11.2. das Gedicht der Woche auf der Startseite der Signaturen. Danach wird es weiterhin im Archiv der vorangegangenen Gedichte der Woche zu finden sein; in dem es sehr viel, sehr gute, aktuelle Lyrik zu entdecken gibt.

In meinem Kopf sind die Gedanken eingeschlossen wie in einem Bienenkorb

20. November 2015

„Ich kann das nicht und will das nicht. Ich habe kein Gerippe, nach dem ich male.“ Meret Oppenheims Absage an das Serielle und somit leicht Wiedererkennbare mag nur ein Zugang zum Verständnis ihres Werkes sein. Auf formaler Ebene ist er mit Sicherheit der wichtigste. Als junge Künstlerin wurde ihr oft vorgeworfen, dass sie „keine Linie“ habe, sich ihre Bilder und Objekte viel zu sehr von einander unterscheiden würden. Damit ist sie ganz bei Marcel Duchamp, der spätestens ab 1912 die Ansicht vertrat, dass ein Künstler vielseitig bleiben, einen „Look“ unbedingt vermeiden müsse.

Doch Oppenheim, die in den 1930er Jahren zur Pariser Avantgardeszene um Duchamp und André Breton gehörte, folgte damit keinem Diktum. Sie als Schülerin oder gar „das Mädchen“ der Surrealisten zu sehen, würde ihr in mehrfacher Hinsicht nicht gerecht. Auch deshalb nicht, weil ihr unbedingter Anspruch auf Freiheit und Unabhängigkeit bisweilen sogar stärker zu sein schien als ihr eigener Wille. Zumindest scheiterten ihre Versuche, bestimmten Bildern gleichartige Werke folgen zu lassen. „Ich habe mir Mühe gegeben, das nächste war total verschieden.“

Ohnehin ist Meret Oppenheim auch heute noch vor allem für ihre Objekte, fast muss man sagen: ihr Objekt bekannt. Das Frühstück im Pelz, oder Le déjeuner en fourrure, ließ sie 1936 in die erste Liga der Avantgardekünstler aufrücken. Doch diese Ikone des Surrealismus verstellte jahre-, wenn nicht jahrzehntelang den Blick auf ihr vielfältiges Œuvre. Dazu zählen neben zahlreichen Objekten die bereits angesprochenen Gemälde, Collagen, unzählige Zeichnungen, Fotografien, Entwürfe für Schmuck und Mode sowie der Berner Oppenheim-Brunnen. Und als ob all diese Werke nicht schon Beweis genug für den neugierigen Freigeist Oppenheims wären, gibt es von ihr auch einen Korpus literarischer Werke. Dieser besteht vor allem aus Gedichten, die um einige Prosatexte ergänzt und neu editiert in der Edition Suhrkamp erscheinen.

Weiter geht’s auf den Seiten der Signaturen.

Der Versuch, sich an der Natur zu orientieren

3. April 2015

Als „der Romantiker unter den jüngeren deutschen Lyrikern“ wird Tom Schulz von seinem Verlag angekündigt. Der Stempel ist also von Anfang an drauf, und ich frage mich, auch im Hinblick auf die Debatten um Jan Wagners Leipziger Buchmessepreis, ob man dem Autor hier nicht einen Bärendienst erwiesen hat. Wie zeitgemäß Gedichte sind, ob und wie sie die Gegenwart verhandeln sollen, was sie uns heute noch zu sagen haben, das sind Fragen, die derzeit auf den einschlägigen Kanälen verhandelt werden. Tom Schulz scheinen sie nur marginal zu interessieren. Denn sein neuer Band Lichtveränderung, um das gleich vorweg zu nehmen, ist eine Absage an eben jene Gegenwart, die nach Meinung einiger Literaturkritiker und -wissenschaftler in der aktuellen Lyrik generell zu kurz kommt. (Was natürlich nicht der Fall ist. Aber das ist eine andere Baustelle.)

 

Schulz‘ Gedichte sind geprägt von einem sehr präsenten Ich, das sich zwischen Flucht und Orientierungslosigkeit bewegt. Bewegungen, die von den ersten Versuchen, sich eine Komfortzone einzurichten, unterbrochen werden. So etwa im Text Kap der guten Holzbank, dessen Titel allein schon die Sehnsucht nach Rückzug und Ruhe überdeutlich werden lässt. Zu lesen ist dann „Gewinnen wir die Hoheit über Land. Über Masse, Maße, Trägheit. Lass mich die Aprikosen kosen. Auf Klopstock bestehen. Als Deutscher laufe ich um den Heuschober.“ Ist das vielleicht die auch von den Romantikern geschätzte Ironie oder die in einem anderen Gedicht erwähnte „Erwachsenen-Lyrik“, in der das Ich sich angekommen fühlt?

Die gesamte Rezension gibt es bei den Signaturen.

Alles beim Alten – Albert Ostermaiers neuer Gedichtband „Ausser mir“

7. November 2014

Es sind fast zehn Jahre vergangen, seit dem ich die Bände Heartcore und Autokino von Albert Ostermaier gelesen habe. Neulich habe ich sie wieder einmal durchgeblättert und festgestellt, dass sie im Grunde wie eine Lieblingsband aus Jugendjahren sind. Man weiß genau, warum man sie früher mochte, kann sich aber heute nicht mehr damit identifizieren. Die Lyrik des Münchners ist unverkennbar. Die meist einstrophige Textform wurde seit den ersten Bänden kaum verändert, durch die lässige Coolness der Sprache wahlweise zur Perfektion oder zur kalkulierten Routine gebracht. Es gibt einen Ostermaier-Sound, das ist nicht die Frage. Die Frage lautet: Was gibt der Ostermaier-Sound noch her?

Die vollständige Besprechung gibt es auf Signaturen.

„In Paris“ bei Signaturen – Forum für autonome Poesie

5. Juli 2014

Paris, ein Sehnsuchtsort, ein Fest fürs Leben, gewiss, und ja: ganz Paris träumt von der Liebe… Elf Prosaminiaturen aus dieser assoziativ so hoch aufgeladenen Stadt sammelt der jüngst in der verdienstvollen parasitenpresse erschienene Band von Mario Osterland. Momentaufnahmen zwischen Ankunft und Abreise von der Gare du Nord, eine Städtereise also, unternommen von einem Pärchen (das ein Paar wird – möchte man unwillkürlich hinzufügen).

Dirk Uwe Hansen für Signaturen.


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