Posts Tagged ‘Friederike Mayröcker’

Mayröcker-Variationen

28. Oktober 2018

Die Mayröcker-Variationen sind da! Inkl. eines Textes von mir, basierend auf einem Gedicht der bedeutenden Autorin aus Wien. Eine erste Querlektüre durch’s Belegexemplar ergibt: unbedingte Kaufempfehlung!

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Digitale Pansmusik

9. Mai 2016

Es gibt ein neues Buch von Crauss! Leider nur digital. Und mit einem Klappentext vom Verlag versehen, dem ich in so ziemlich allen Punkten widerspreche.

Weder schreibt Crauss in barocken Schnörkeln, noch kann man seine Texte als Idyllen bezeichnen, ohne auf das Misstrauen in ihnen hinzuweisen. Und schon gar nicht stimmt dieser Satz: „Es sind Gedichte, bei denen man sich am Ende weniger fragt, auf welches Foto oder Gemälde sie sich beziehen könnten, sondern auf welches Tool bei Photoshop.“ Denn das hieße in meiner Lesart: „Crauss macht eigentlich nichts Aufregendes, sondern spielt nur ein bisschen mit digitalem Schnickschnack herum.“

Und nichts ist unzutreffender.

Denn Dieser Junge. Digital Toes. gehört mit Abstand zum Sinnlichsten, das ich von Crauss je gelesen habe. Seine Gedichte sind ganz und gar frei von der eigentlich obligatorischen Peinlichkeit, die erotischer Literatur (der deutschen zumal) anhaftet.

In seinem Nachwort bezeichnet Matthias Fallenstein Crauss‘ Texte als „Pansmusik“ und weist zum Glück darauf hin: „Crausstexte werfen einen begehrlichen Blick auf Jungs. Aber sie formulieren nicht das homosexuelle Verlangen als schwule Literatur; so wenig, wie Mayröcker speziell für Frauen schreibt, so wenig wendet Crauss sich ausschließlich an Männer, die nach hübschen Burschen schauen, oder Burschen, die nach geneigten Männern suchen. Crausstexte sind, so explizit sie sein können, viel weniger eindeutig, als es auf den ersten Blick wirken mag.“

Crauss‘ Gedichte sind keine klebrigen, von verwitternder Firnis überzogenen, barocke Ölschinken, auf denen plumpe Fleischberge offen zu Tage liegen, sondern in Wort gegossene Erotik; sprachlich so ehrlich, wie das Begehren, für das die Texte stehen. Schnörkellos.

Lest alles von Crauss!

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EDIT: Das Verlagshaus Berlin, das ich im Übrigen sehr(!) schätze, hat den Klappentext mittlerweile geändert. Besser.

 


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