Rolf

27. April 2018

Jan Nolte, Jg. 1988, „war Autor, Blaue Narzisse, neurechtes, islamfeindliches Jugendmagazin aus Chemnitz“ (zit. nach taz). Er ist der smarte Ex-Soldat in der AfD-Fraktion, der sich gestern gegen die Verlängerung und den Ausbau des Mali-Einsatzes der Bundeswehr ausgesprochen hat. Begründet hat er das u.a. mit der Gefährlichkeit des Einsatzes und den „diffusen Missionszielen“. (Obacht: Link für zur Rede Noltes im Bundestag am 26.4.2018 – hochgeladen auf einen AfD-nahen Kanal.) Im weiteren Verlauf der Rede nimmt Nolte auch das Wort „Doppelmoral“ in den Mund.

Jan Nolte (Mitglied des Verteidigungsausschusses des Bundestages) redet von Sicherheit und Doppelmoral und beschäftigt gleichzeitig einen mutmaßlichen Komplizen des terrorverdächtigen Oberleutnant Franco A.

Ein Ex-Soldat ist Mitglied einer Partei, die gegen Kriegsflüchtlinge hetzt und von importiertem Terror spricht und beschäftigt gleichzeitig einen mutmaßlichen Terrorkomplizen. Und diese Partei hat dennoch 13% Zustimmung in der Bevölkerung (Stand 27.4.2018 – Forschungsgruppe Wahlen).

Im Übrigen war Nolte eines der wenigen „westdeutschen“ AfD-Mitglieder, die Bernd Höcke für seine Mahnmals-Rede öffentlich in Schutz genommen haben. Jene Rede, die vielen AfDler zu weit ging und ein Parteiausschlussverfahren gegen Höcke nach sich zog. (Dazu übrigens mal eine aktuelle Meldung.)

Jan Noltes Profil auf abgeordnetenwatch.de

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Fiktion

23. April 2018

„Fantasie ist die herzliche Erwärmung dessen was vorhanden ist. Das ist Fantasie. Und nicht das storytelling und all dieser Scheißdreck. Das was vorhanden ist wird plötzlich zeichenhaft, aber in einer Art von sanftem Hochofen.“

Peter Handke

Ich segle rauf nach Boston

20. April 2018

Ich bin ein Seemann, Liebste mein

Und verlor mein schönes Bein

Als ich ins Rigg geklettert bin

Verlor ich meine Stelze

 

Ich segle rauf nach Boston

Ich segle rauf nach Boston

Ich segle rauf nach Boston

Ich stech‘ in See – und versuch‘ das Ding zu finden

 

(nach Woody Guthrie)

Ein Song, den mittlerweile jeder kennt. Was aber die Wenigsten wissen – er stammt nur zur Hälfte von den Murphys. Sänger und Bassist Ken Casey fand den Text auf einem kleinen Zettel im Archiv, das den Nachlass des berühmten Folkmusikers Woody Guthrie bewahrt. Die ganze Story dazu kann man hier nachlesen.

In der kleinen Nachdichtung wollte ich den Anfangsreim bewahren, weswegen die Bezeichnung „sailor peg“ entfallen musste und ich eine Geliebte einschrieb. Auch das Klettern in die Toppsegel ist nicht so einfach wiederzugeben, wenn man einen gewissen Rhythmus bewahren will. So zeigt eine kleine Acht-Zeilen-Übung zwischendurch, dass literarisches Übersetzen doch Einiges verlangt und ich mich daher lieber mit dem Begriff „Nachdichtung“ von der Treue zum Original befreie.

In aufsteigender Tiefe

20. April 2018

Peter Neumanns Rede zur Verleihung des Harald-Gerlach-Stipendiums – lesen lohnt!

In guter Nachbarschaft - Die unabhängige Lesereihe in Thüringen

Am Dienstag bekam Peter Neumann das Thüringer Literaturstipendium Harald Gerlach verliehen. Er nutzte die Gelegenheit, um im Kultur: Haus Dacheröden in Erfurt eine Dankesrede zu halten, die Einblick in seine aktuelle Arbeit gibt und Stellung zur aktuellen Provinzialisierung des Geistes bezieht.

[…] Ich würde heute, auch vor dem Hintergrund der politischen Diskursverschiebungen der letzten Jahre – einer in diesem Ausmaß nie für möglich gehaltenen Provinzialisierung des Geistes –, von magmatischen Landschaften sprechen: Areale, irgendwo zwischen dem Phlegma, dass alles so bleiben möge, wie es immer war, und dem besinnungslosen Taumel, die Trägheit nach eigenen Maßstäben zu verteidigen. Ränder, die auf einmal zu Zentren werden, Zentren der Abwehr, der selbsternannten Hüter einer immer schon vorherbestimmten – wer bestimmte sie, wann? – Identität: Leitkultur, ick hör dir trapsen. Gruppen, die wutentbrannt, Nase schnaufend, durch die Straßen ziehen und den Normalzustand proklamieren. Denn was da gerade passiert, gehört neutralisiert, unschädlich gemacht, eingemeindet, oder…

Ursprünglichen Post anzeigen 126 weitere Wörter

Aus dem „Das Lexikon der ausgestorbenen Sportarten“

17. April 2018

LOLLYPOPLUTSCHEN, das

*1959 †1971

lutscher_gesQuelle: Das Lexikon der ausgestorbenen Sportarten, Hg. v. Matthias Burki, Der gesunde Menschenversand: Luzern, 2008. (via Google Books)

Angenehm verunsichernd

14. April 2018

„sprich unruhig mit mir, lass dich schütteln.“ heißt es zu Beginn des Gedichts reißendes material von Alexander Gumz. Ein Vers, der als Lesemotto für den gesamten Band barbaren erwarten stehen könnte, der in diesem Frühjahr bei kookbooks erschien. Es ist Gumz‘ dritter Gedichtband, nach ausrücken mit modellen (kookbooks, 2011) und Verschwörungscartoons (parasitenpresse, 2015) – und sein bisher unharmonischster, was nicht abwertend zu verstehen ist. Bereits der Titel lässt eine gewisse Unruhe vermuten und tatsächlich hält barbaren erwarten einige Momente bereit, die ebenso von emotionalen und zwischenmenschlichen Unsicherheiten wie auch handfester suspense geprägt sind.

Weiterlesen auf Signaturen-Magazin.de

13.4. – Jena – IN GUTER NACHBARSCHAFT #16 — In guter Nachbarschaft – Die unabhängige Lesereihe in Thüringen

13. April 2018

Lesung und Konzert mit Luise Boege und Mark Weschenfelder /// 13. April 2018 – 20 Uhr Galerie im Stadtspeicher (Markt 16, Jena) Eintritt: 3,-/5,- € (nur Abendkasse) /// Kühn wie lustig. Listig wie verstörend. Mit Exorzismus in Polen Die Schönheit der Wüste (parasitenpresse) erscheint ein Jahr nach den Erzählungen Bild von der Lüge (Reinecke & […]

über 13.4. – Jena – IN GUTER NACHBARSCHAFT #16 — In guter Nachbarschaft – Die unabhängige Lesereihe in Thüringen

Uwe Tellkamp, Ahmet Altan und die Verantwortung der Schriftsteller*innen für ihre Wortwahl

10. März 2018

Aus gegebenem Anlass.

Der Bot des Autors

28. Februar 2018

Ein Schaf strickt eine Socke aus der eigenen Wolle. Oder zumindest aus einem Wollfaden, in den es eingewickelt ist. Die kleine Illustration auf dem Buchcover könnte auch eine der unzähligen Figuren sein, die Clemens Setz in Wolken, bröckelndem Putz oder Pfützen entdeckt. Und sie dient natürlich als Metapher für sein neues Buch Bot, das angeblich ein Gespräch ohne Autor darstellt. Dabei ist nicht nur der Autor, sondern bisweilen auch der Mensch Clemens Setz in diesem Buch sehr präsent.

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Dabei wollte Setz sich doch eigentlich dem Gespräch entziehen, als er bemerkte, dass er die von der Lektorin Angelika Klammer gestellten Fragen nicht oder nur recht uninspiriert beantworten konnte. Die Lösung für das Problem fand sich in „einer elendslangen Worddatei“, dem Journal des Autors, das dieser als „ausgelagerte Seele“ bezeichnet. Statt dem Autor stellte Klammer ihre Fragen der Datei. Mit künstlicher Intelligenz oder gar Robotik hat das nichts zu tun. Es ist ein simples Suchen nach Schlagworten und Zitieren.

Weiterlesen auf fixpoetry.com

„heimische Arten“ – Termine 2018

23. Februar 2018

Ich bin immer noch mit meinem zweiten Gedichtband unterwegs und lese hier und da auch aus noch unveröffentlichter Prosa.

23. Januar – Köln – Paratexte #6 – Traumathek (Engelbertstraße 45) – [Infos]

04. März – Berlin – Literatur in Weißensee (mit Alexander Graeff) – Brotfabrik (Caligariplatz 1) – [Infos]

15. März – Leipzig – Lange Leipziger Lesenacht (mit Andra Schwarz und Sybilla Vričić Hausmann) – Moritzbastei (Universitätsstraße 9) – [Infos]

16. März – Leipzig – Lyrikbuchhandlung (mit Moritz Gause und Christian Schloyer) – Kunstraum D21 (Demmeringstraße 21) – [Infos]

08. Juni – Zwickau – Zwickauer Literaturfrühling (mit Adrian Kasnitz u.a.) – [Infos]

10. Juni – Burg Ranis – Thüringer Literatur- und Autorentage (mit Ron Winkler und Kerstin Becker) – [Infos]

Osterland_Cover[13335]

heimische Arten ist direkt beim Verlag parasitenpresse erhältlich.

 


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