18.2. – Erfurt – watch us grow.

9. Februar 2017

In guter Nachbarschaft - Die unabhängige Lesereihe in Thüringen

Watch us grow. Literatur + Musik + freie Szene.

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Samstag, 18. Februar 2017 

Frau Korte (Nordbahnhof, Magdeburger Allee 179, 99086 Erfurt)

Einlass: 19 Uhr
Beginn: 20 Uhr

Eintritt: 3,- €

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Als gemeinsamer Auftakt für ein neues Jahr der Zusammenarbeit und Freundschaft treten WIR – In guter Nachbarschaft, Literaturfestival Erfurt, hEFt, HANT – Magazin für Fotografie – offen in Dialog miteinander und lassen, in gewohnter Manier, Literatur für uns sprechen, der Syntax ihr Spiel und dem Abend seinen Lauf.

Vier unabhängige Thüringer Initiativen für Literatur, Photographie, Kunst und Alltag treten geschlossen und vor allem entschieden auf und trotzen bei Frau Korte im Nordbahnhof dem Wetter. Was das heißt? Ganz einfach: Vier Schriftsteller*innen treffen aufeinander, geben & nehmen sich das Wort und machen dadurch vor allem deutlich, dass Literatur und Erfurt sich keineswegs ausschließen.

Mit dabei sind: Kinga Tóth, Franziska Wilhelm, Franziska Ostermann und Michael Donth liest Arno…

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3 Monate ohne Leonard Cohen

7. Februar 2017

Heute vor drei Monaten starb Leonard Cohen. Und ich finde noch immer nicht die richtigen Worte für diesen Verlust.

liveforever

fun with flags

26. Januar 2017

Cave/Handke/Wenders

25. Januar 2017

Gestern erst hatte ich mit Freunden ein Gespräch u.a. darüber geführt, wie popkulturelle Mechanismen funktionieren und wie spannend es ist Verweise und Verlinkungen aufgezeigt zu bekommen und natürlich selbst zu entdecken oder herzustellen. So hatte ich z.B. mal über die Verbindung NIN-Nirvana qua David Bowie nachgedacht.

Heute die Entdeckung, dass ein unwahrscheinliches Film-Trio mit einer gemeinsamen Arbeit zurück ins Kino kommt. Genau 30 Jahre nachdem Regisseur Wim Wenders, nach einem Drehbuch von Peter Handke, Nick Cave in Der Himmel über Berlin auftreten lies…

… kommt mit Die schönen Tage von Aranjuez ein von Wim Wenders adaptiertes Handke-Stück in die Kinos. U.a. mit Nick Cave als Darsteller. Kollaborationen gibt’s, die gibt’s gar nicht. Oder man rechnet zumindest nicht damit. Umso erstaunter bin ich.

Fehlt eigentlich nur noch Bruno Ganz.

Kathrin Bach: Schwämme

18. Januar 2017

Obacht, liebe Lyrikleser! Kathrin Bachs Debüt ist da!!

parasitenpresse

Die Gedichte in dem Band Schwämme von Kathrin Bach tasten vorsichtig eine Landschaft ab, strecken die Hände nach einem Tier, verdrehen sich den Hals, weil sie einem Geräusch nachlauschen. So wie die Sinne alles absorbieren, ordnen und neue Verbindungen herstellen, tun das auch die Gedichte. Sie sind Schwämme, die Sprache und Welt aufsaugen und in ihrem Inneren speichern. Die Landschaft ist sehr körperlich, verwächst mit dem Körper, so als seien wir Menschen nie etwas anderes gewesen als Landschaft.

Kathrin Bach: Schwämme. Gedichte, 14 Seiten, 6,- € (Lyrikreihe Bd. 037) – erscheint heute und ist ab sofort lieferbar

lr037-bach_kleenKathrin Bach, geboren 1988 in Wiesbaden, studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim. Erhielt den 2. Preis beim Lyrikpreis München 2014 und war Finalistin beim 22. open mike. Veröffentlichungen finden sich u.a. im Jahrbuch der Lyrik 2015, in Akzente, manuskripte und Lyrik von Jetzt 3. Lebt nach einem längeren Aufenthalt…

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… dass sich mal wieder einer an den Faust wagt.

11. Januar 2017

Man muss Raoul Schrott schon allein dafür einigen Respekt zollen, überhaupt ein solches Projekt wie Erste Erde Epos anzugehen. Von latent größenwahnsinnigen Vorhaben träumen vielleicht einige Dichter, sie tatsächlich umzusetzen, gelingt hingegen nur sehr wenigen. Wobei die Kategorien „gelungen“ oder „nicht gelungen“, auf das fertige Buch bezogen, fast schon obszön scheinen. Denn was Schrott mit seinem 850-seitigen Epos versucht, ist nichts weniger als das aktuelle Wissen über die Welt poetisch aufzuarbeiten. Ja, das gesamte Wissen, könnte man tatsächlich sagen, denn Schrotts Erkenntnisinteresse ist unmissverständlich: „ich will verstehen wo ich bin und was“, heißt es im Kapitel Erstes Licht II.
Und ich bin beeindruckt, dass sich mal wieder einer an den Faust wagt. Natürlich im übertragenen Sinne. Aber Schrotts Ansatz, auf der Grundlage des naturwissenschaftlichen Gesamtbildes von Weltall – Erde – Mensch zu Beginn des 21. Jahrhunderts neue Verknüpfungen zu denken und zu schaffen, nicht zuletzt, um sich selbst in diesem Gefüge zu verorten, kann man getrost als faustisch bezeichnen. Daran erinnert auch die Szene, in der der ca. sechsjährige Raoul Schrott mittels eines Chemiebaukastens seinen persönlichen Urknall erzeugte:

Erste Erde
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Wake up Lazarus, it’s late!

10. Januar 2017

(Ivo van Hove, 2015)

70

8. Januar 2017

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(c) Helen Green

Nach Salzburg// Handke-Blues

18. Dezember 2016

Ich war in Salzburg. Als Blogger bei der 3. Babelsprech-Konferenz. Für mich insgesamt fünf intensive Tage unter lauter Dichterkollegen und -freunden. Viel Offizielles und Privates hat sich auf und unterhalb des Mönchsbergs abgespielt. Dort wo das Stefan-Zweig-Centre beheimatet ist (Zweig selbst hat auf dem gegenüber liegenden Kapuzinerberg gelebt), wo u.a. Peter Handke und Bertolt Brecht gelebt haben, wo sich das Museum der Moderne befindet, in dem ich mir die Ausstelleung Raymond Pettibon – Homo Americanus angesehen habe, die ich bei meinem vorletzten Hamburg-Aufenthalt verpasst hatte und mich komplett umgehauen hat.

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Fünf intensive Tage voller Input, an deren Ende die meisten von uns mit einem seeligen Lächeln in die Züge und Flugzeuge zurück nach Hause stiegen. Solche Tage brauchen Wochen um verarbeitet zu werden. Und irgendwie lag es nicht nur an der kreativen Atmosphäre untereinander, sondern auch an der gewissen Strahlkraft der Stadt. Salzburg, geliebt und gehasst, bewohnt und verlassen von vielen Kulturschaffenden aus Österreich und darüber hinaus. Eine schöne historische Kulisse, ein Pflaster, das auch nach dem Besuch noch an den Sohlen haftet. Vielleicht liegt es an der Kompression. Der Input von fünf Tagen in einer Stadt mit gerade mal 145.000 Einwohnern (kleiner als Erfurt!) aber enormer kultur(-historischer) Dichte.

Neben Stefan Zweig wurde in diesen Tagen vor allem mein Interesse an Peter Handke wiedererweckt. Dankbar für Die Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt, begeistert von Wunschloses Unglück, genervt von der Angst des Tormanns beim Elfmeter habe ich Handke bisher eher im Vorbeigehen wahrgenommen. Ein paar Interviews von ihm gesehen/gelesen und die Publikumsbeschimpfung in der Inszenierung von Sebastian Hartmann am Centraltheater Leipzig gefeiert.

Nach meiner Rückkehr aus Salzburg habe ich gleich drei Bücher von ihm gekauft. Bestellt bei booklooker für je 85 Cent. Das schlechte Gewissen, vor lauter Gier den ganz billigen Stoff zu nehmen. Das gute Gefühl zu wissen, dass ich davon profitiere, wenn unter Wert verkauft wird. Handkes Denken und Schreiben als großes, fortlaufendes System. Das interessiert mich sehr. Ja, er mag sehr in sich zurückgezogen sein – streibar ohnehin, zum Glück streitbar!  – aber ich bewundere Autoren, die im Grunde an einem großen Werk schreiben, als ob sie einen fortlaufenden Schal nähen, besser eine Decke, die in mehrere Richtungen wuchert und versucht unter sich zumindest Teile der Welt abzudecken, einzuwickelt, abzuschließen.

Überhaupt nähen. Kaum zurück, war ich dann auch gleich im Kinoklub – könnte ich ein zweites Wohnzimmer haben, könnte es durchaus dieses sein – wo zufällig der aktuelle Handke-Film gezeigt wurde. Aufgenommen fast ausschließlich in seinem Haus in Chauville, wo er sitzt und geduldig, aber nicht endlos geduldig, versucht einen Faden in ein Nadelöhr einzufädeln. Er schneidet den Faden, mal gerade, mal schräg. Leckt den Faden, zielt, pult, drückt, schiebt, zieht, setzt neu an. Um ihn herum Bücher und Notizen. Niemand spricht von der Metapher. Dann rutscht der Faden doch noch ins Öhr – „endlich, du Arschloch!“

In einem anderen Interview: „Es hat in diesem Jahr noch nicht einmal geschneit in Paris. Ich finde – das ist ein Skandal!“ In Salzburg habe ich die Berge gesehen, aber keinen Schnee. Kalt war es, aber das lässt sich auch genießen. Das fehlende Licht ist schlimmer. Ich komme aus einer Gegend in der Bergbau betrieben wurde. Das Kombinat Kali/VEB Kalibetrieb Südharz-Sonderhausen war der größte Arbeitgeber der Region. Ich weiß nicht, ob es Zufall ist… Es ist Winter, es fällt kein Schnee. Es geht auf Weihnachten zu, man denk daran wo man herkommt. Kali. Eine Vorwintergeschichte – ich hab den post-Salzburg-Handke-Blues.

urging Fidel Castro

26. November 2016

Field Commander Cohen, he was our most important spy, wounded in the line of duty, parachuting acid into diplomatic cocktail parties, urging Fidel Castro to abandon fields and castles…


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