Archive for the ‘Prosa’ Category

Ulrich Zieger † 23.7.2015

23. Juli 2018

Heute vor drei Jahren starb der großartige Dichter Ulrich Zieger. Vergesst ihn nicht. Autoren dieser Art sind rar. Hier gibt es einen Ausschnitt seiner Lesung aus Durchzug eines Regenbandes auf der Burg Ranis.

75

6. Dezember 2017

Peter Handke wird heute 75. Ich wünsche ihm von Herzen noch viele Jahre. Meine Besprechung seines „Letzten Epos“ Die Obstdiebin kann man jetzt auf fixpoetry.com lesen.

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Auf Seite 166 dieser „einfachen Fahrt ins Landesinnere“ sagt der Ich-Erzähler, der seinem Autor Peter Handke zum Verwechseln ähnlich ist, ähnlich sein muss: „Es ist jetzt die Zeit, zu erzählen, was es mit der »Obstdiebin« auf sich hat; Zeit, zu erzählen, wie aus ihr »Die Obstdiebin« geworden ist.“ Erst nach über einem Viertel also, wenn man den Text quantifizieren möchte, setzt die „eigentliche“ Erzählung von der Obstdiebin und ihrer Wanderung in die und in der Picardie ein. Von einer Handlung, gar einem Plot will ich nicht sprechen, auch wenn man etwas in dieser Richtung nacherzählen könnte. Aber wozu? 166 Seiten, genau genommen 158 Seiten, des Anschubs, des Hinführens zur Erzählung braucht es also, dass der Leser ausreichend vorbereitet, ausgestattet, gewappnet scheint, um der Obstdiebin durchs ländliche Frankreich zu folgen. Und die Seiten davor? Sie sind der Auszug des besagten Ich-Erzählers selbst, aus dem Pariser Vorort Chaville nach Lavilleterte im Vexin. Eine kleine Reise, die noch einmal – ein letztes Mal? – Große Erzählung im Wortsinne „auf den Weg“ bringt, einer Figur nachspürt, die ganz klar vor einem steht und sich dennoch nicht fassen lässt. Die, sich selbst überlassen, vielmehr von sich preisgibt, als wenn ein Ich-Erzähler ihr nachstellt. Weswegen er sich zurückziehen muss, um der Erzählung von der Obstdiebin ihren Lauf zu lassen.

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Ulrich Zieger † 23/7/2015

23. Juli 2017

Heute vor zwei Jahren starb der Schriftsteller Ulrich Zieger. Vergesst ihn nicht! Solche Autoren gibt es nicht oft. Zum Beweis und zur Erinnerung – seine Lesung in Klagenfurt 1997. Ein großartiger Text und eine völlig überforderte Jury.

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„Sie hätten das auch geschrieben“ – „Planetenwellen“ von Bob Dylan

21. Juli 2017

Das ist schon eine komische Geschichte mit Bob Dylan und dem Literaturnobelpreis. Aber ich will sie hier nicht noch einmal erzählen, nicht noch einmal plädieren, dass Lyrics Literatur sein können, nicht noch einmal nachdenken, ob Dylan der richtige ist, nicht noch einmal spotten, dass der Nobelpreis Dylan nötiger hat als umgekehrt. Und trotzdem benutze ich diese Geschichte noch einmal kurz, um diese Besprechung einzuleiten, weil es die Besprechung zu einem Buch ist, das es ohne die Zuerkennung des Literaturnobelpreises an seinen Autor wohl gar nicht gegeben hätte.
Wenn man am 13. Oktober 2016 die Website des großen Internet(buch)händlers nach Titeln des frisch verkündeten Preisträgers durchsucht hätte, hätte man nicht gerade viele finden können. Und das, obwohl die ersten und energischsten Befürworter der Entscheidung darauf bestanden, dass Dylan eben nicht nur Songwriter sei, sondern auch Verfasser von „echter“ Lyrik und Prosa, die jedoch in Vergessenheit geraten ist. Ganz zu schweigen von der Autobiografie Chronicles Vol. 1. Eine moderne Version von Dichtung & Wahrheit mit deutlicher Wichtung zur Dichtung (pardon), die man an besagten 13. Oktober allenfalls als zerfleddertes second-hand-Taschenbuch für 50 Cent (3 Euro Versandkosten) hätte haben können. Am Tag danach allerdings nicht mehr. Ansonsten war ein schmales rotes Reclam-Bändchen mit von Heinrich Detering ausgesuchtesten Lyrics zu haben, eine lesenswerte Reclam-Biografie, die von ihrem Verfasser, ebenfalls Detering, fast jährlich aktualisiert wird (zuletzt Anfang 2016 – schlechtes timing, 2. pardon) und eine Handvoll Sekundärliteratur. Darunter ein Buch von Detering zum Spätwerk Dylans, das beweist, dass der Preis weder zu Unrecht noch zu spät vergeben wurde.

9783455001181

Den ganzen Artikel gibt es hier.

 

[SIC] #6

1. Juli 2017

Prosa von mir in [SIC] #6.

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Über die Romane von Leonard Cohen

16. Februar 2016

Dass Leonard Cohen nicht nur Musiker ist, sondern auch Schriftsteller wissen eigentlich alle, die sich schon mal ein bisschen mit dem Kanadier beschäftigt haben. Dass die Musik strenggenommen „nur“ Cohens Zweitkarriere ist, wissen schon weniger. Bevor er 1967 sein legendäres Debutalbum Songs of Leonard Cohen veröffentlichte, hatte er bereits sechs Bücher veröffentlicht, darunter die beiden Romane The Favorite Game (1963) und Beautiful Losers (1966), und galt vielen als der Kronprinz der kanadischen Literatur.

2009 und 2013 wurden Cohens Romane von Gregor Hens neu übersetzt und wiederveröffentlicht. Ich befürchte jedoch, dass die Romane heute vor allem als Fanartikel des Musikers angesehen und daher wohl vor allem von Cohen-Anhängern gelesen werden. Wenn überhaupt. Das wäre vor allem deshalb schade, weil besagte Bücher nicht in das heute eher kritisch beäugte Genre des „Musikerromans“ gehören. Daher zwei kurze Leseeindrücke…

WP_20160216_10_29_16_ProDas Lieblingsspiel. Die autobiographisch geprägte Story, um das Aufwachsen von Lawrence Breavman erinnert stark an eine Mischung aus Jack Kerouac und dem frühen Philip Roth. Cohen bringt zwar seinen eigenen sehnsuchtsvollen Sound mit in die Geschichte, der vor allem auf seinen ersten Studioalben dominierte, bleibt in seinem realistischen Erzählstil jedoch ganz der nordamerikanischen Literaturtradition verpflichtet. Von daher erinnert Das Lieblingsspiel doch mehr an Roth, vielleicht auch Updike, als an Kerouac. Bemerkenswert ist jedoch wieviel vom Musiker Cohen bereits in diesem Roman steckt. Und hier lässt sich das Buch doch wirklich nur schwer von seinem singenden Autor trennen. Demenstprechend folgt man dem Protagonisten als Fan ganz gern und lässt sich in aller Ausführlichkeit über die Hürden bei der Suche nach Liebe, Anerkennung und Identität erzählen.

Betrachtet man Cohen jedoch etwas objektiver und liest Das Lieblingsspiel nicht mit der Fan-Brille, wird man ihm streckenweise doch einen gewissen Hang zum redundanten Lamento, wenn nicht gar Selbstmitleid attestieren müssen. – Alles in allem aber ein lesenswerter Roman, für Liebhaber nordamerikanischer Literatur nach 1945.

Ein ganz anderes Kaliber ist jedoch Cohens zweiter Roman Beautiful Losers, auf den es mir hier besonders ankommt. Darin geht es um einen namenlosen Protagonisten, der nach einer grandios wie turbulent gescheiterten, bi-sexuellen Dreiecksbeziehung, sein Seelenheil in der wissenschaftlichen Aufarbeitung des Lebens und Wirkens von Catherine (Kateri) Tekakwitha sucht. (Die konvertierte Indianerin aus dem 17. Jhd. gab es wirklich. 2013 wurde sie von Benedikt XVI. heilig gesprochen.)

Als das Buch 1966 nach langem Zögern seitens des Verlages erschien, wurde es von der Kritik fast einstimming verrissen. „Total unverständlich“ und „unlesbar“ waren dabei noch die harmlosesten Schlagworte, der schlichtweg überforderten Rezensenten. Rückblickend wundert das nicht, denn Cohen wendet sich hier radikal vom klassisch-realistischen Erzählen und seinem poetischen gentleman-Sound ab. In Collagen, Cut-ups, unangekündigten Perspektiv- und Erzählstimmenwechsel etc. schreibt er einen Text, der ganz und gar auf der künstlerischen Höhe seiner Zeit ist und das komplette Repertoire der klassisch-modernen Avantgarde, besonders aber der Beat-Literatur rezipiert.

Der bis dahin hofierte Jungdichter Leonard Cohen hatte sich mit Pauken und Trompeten vom Mainstream verabschiedet und fiel ausgerechnet mit dem Roman in Ungnade, der wohl die Postmoderne in der kanadischen Literatur einläutete. (Worauf man heute natürlich mächtig stolz ist.) Das verstand man damals noch nicht, weil der höfliche junge Mann auf einmal kantig, respektlos und vulgär die Möglichkeiten des Erzählens auslotete. Und noch bis heute treue und nostalgische Fans damit vor den Kopf stößt, die beim Lesen des Wortes „Fotze“ aus den Hausschuhen kippen.

Nein, das ist nicht der Leonard Cohen, den man zu kennen glaubt. Das ist ein wagemutiger Autor, der seinen erworbenen Lorbeer verbrennt und die radikale Freiheit der Literatur sucht.WP_20160216_10_29_26_Pro

Das vom Verlag so genannte „Kultbuch“ war bei Erscheinen auch wenig erfolgreich und verbreitete sich ganz und gar nicht in „Windeseile“, wie der Klappentext sagt. Nur eine handvoll Künstler wusste es zunächst wirklich zu schätzen. Zu den ersten und prominentesten Fans von Beautiful Losers zählte u.a. Lou Reed. Heute steckt das Buch vielleicht in dem Dilemma, dass es nicht für Cohen-Fans, sondern Liebhaber experimenteller Literatur geschrieben wurde; von ersteren jedoch abgelehnt, von letzteren nicht wahrgenommen wird.

Im Herzen Dunkeldeutschlands

8. Dezember 2015

[Seit 2004, als ich den Roman „Langsamer Walzer“ gelesen habe (leider nur noch im Taschenbuch mit dem hässlichen, ganz und gar unpassenden Cover erhältlich – aber egal, der Text zählt), gehört Henning Ahrens zu meinen absoluten Lieblingsautoren. In seinen Romanen verbinden sich Realität und Phantastik auf genau die dosierte Weise, wie ich sie mir von einer Literatur wünsche, die durch Abseitiges den Blick für Wesentliches, empirisch Überprüfbares schärft. Lest unbedingt alles von Henning Ahrens – auch die Lyrik!]

Sechs Jahre sind seit dem Erscheinen des letzten Buches von Henning Ahrens vergangen. In seinem Provinzlexikon (2009 im Knaus Verlag) wägte er das Landleben ab, lotete es aus, fand Schönes, Eigentümliches, aber auch Indiskutables. In Ahrens‘ gesamtem bisherigen Werk spielt die Provinz immer wieder eine zentrale Rolle, doch nie zuvor war sie so eindeutig klassifiziert, so eindeutig negativ bewertet wie in seinem aktuellen Roman Glantz und Gloria. Eine Abrechnung?

 

Ahrens führt seinen Protagonisten Rock Oldekop an den Ort seiner Kindheit. In dem kleinen Ort Glantz versucht Oldekop herauszufinden, warum sein Elternhaus vor Jahren abbrannte. Aber keine Sorge; auf der Grundlage dieses Settings entwickelt sich schon nach wenigen Seiten weitaus mehr als die typische Geschichte um eine Figur, die in ihre Vergangenheit reist, um das dunkle Geheimnis ihrer Familie aufzudecken und sich dabei selbst zu finden und die große Liebe gleich dazu. Dabei sind alle Grundzutaten vorhanden: die fremdelnde Heimat, der kauzige Sonderling, der Rock Oldekop aufnimmt, eine gescheiterte Ehe und natürlich Gloria. Die junge, attraktive Ärztin will sich mit besten Absichten und einer eigenen Praxis in Glantz niederlassen. Es ist also alles bereitet für die perfekte, verlogene Landlust-Idylle, wie sie sich nur gentrifizierte Städter ausdenken können.

Weiter bei Fixpoetry.

Mein Interview mit Henning Ahrens in poet 11.

Auf leuchtenden Pfaden

19. November 2015

„Beschäftigt man sich genauer mit der Geschichte der Texte, die nach Raymond Roussels Tod publiziert worden sind, so scheint es, als hätte sie denselben Gesetzen des Zufalls und Geheimnisses unterlegen, deren Logik sein Leben und Schreiben bis ins letzte bestimmt hat.“ Das war 1989, als man zufällig in neun verstaubten Kartons den Nachlass Roussels unter dem Dach eines Pariser Möbellagers entdeckte und der Bibliothèque nationale übergab. „Nur wenige Tage nachdem man dort den Nachlass Guillaume Apollinaires entgegengenommen hatte.“ Doch während die Werke Apollinaires nicht nur in seinem Heimatland schnell und umfassend aufgearbeitet wurden, ging die (Neu-)Edition seines Zeitgenossen doch eher schleppend voran.

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Zugegeben, Roussels Romane und Erzählungen fordern ein spezielles Lesepublikum. Eines, dass in hohem Maße am Sprachspielerischen, Experimentellen, mitunter Bizarren interessiert ist. Zu Lebzeiten fand er dieses Publikum kaum. Oder muss man sagen, das Publikum fand ihn nicht? Seine Bücher, die er sämtlich auf eigene Kosten und ausschließlich im Verlag Alphonse Lemerre veröffentlichte, blieben weitgehend unbeachtet. Die Inszenierungen seiner für das Theater bearbeiteten Texte erregten hingegen die Pariser Gemüter. Bei einer dieser Skandalaufführungen im Jahre 1912 saß neben Apollinaire und Francis Picabia auch Marcel Duchamp im Publikum. Dieser zeigte sich tief beeindruckt, beschloss mit dem Malen aufzuhören, und widmete sich fortan seinen heute berühmten Kunstexperimenten aus Material und Mechanik. Auch auf die Kerngruppe der Surrealisten um André Breton wirkte Roussel nachhaltig und gilt mit seinem auf assoziativen Gleichlauten basierenden Schreibverfahren als Vorläufer der écriture automatique.

Hier geht’s weiter im Text.

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Das Mosaik der Zukunft

17. August 2015

Die geometrischen Designerdrogen Kugel, Würfel und Pyramide haben sich in Vladimir Sorokins Universum bestens bewährt. Unvergesslich bleibt jene Szene aus seinem letzten Roman, in der sein Protagonist, der Landarzt Garin, in einer Butze, gebaut aus lebendgebärender Filzpaste, einen amtlichen Pyramide-Trip durch Raum und Zeit schiebt. Der Schneesturm hat sich mittlerweile beruhigt, der Kater ist überwunden. Zeit für eine neue Droge, einen neuen Trip durch ein nicht ganz neues Universum.

Das titelgebende Wundermittel in Sorokins neuem Roman heißt Tellur. Eine Substanz, die ebenso umstritten ist wie der Status den Landes, in dem es abgebaut wird: Telluria. Es liegt auf den Höhen des Altai-Gebirges und wird von dem exzentrischen aber beliebten Präsidenten Jean-François Trocart regiert. Gerade erst wurde der Staat von der Republik Baikal anerkannt. Dem Tellurhandel im Osten sind somit keine Grenzen mehr gesetzt. Einem Eroberer gleich schlägt Trocart zufrieden einen weiteren Tellurnagel in seinen Globus ein. Es ist weder die erste noch die letzte große symbolische Geste in Sorokins Roman.

Die komplette Besprechung gibt es auf fixpoetry.com.

Tiere erfinden

14. Juni 2015

Das Tier verunsichert die Tiere. Im Giebel schreien Falken, die auch niemand versteht – gackern die Hühner gack. Ackern die Acker um Knochen zu finden von Tieren. Fußnote 1: Notiz an mich: Die Verwendung von Hühnern als Trüffelhühner prüfen, um reich zu werden. Wer reich an Trüffelhühnern ist, ist trüffelhuhnreich und somit Herrscher über ein Trüffelhuhnreich. Aber das gehört nicht hier her, nicht in diese Landschaft.1 Ende Fußnote 1 (mit Sternchen).

Ranis, 13.6.2016: In der Nacht zum Sonntag kamis in Ranis zu Übergriff von Tier auf Mensch wo, an der Stelle von als, Tier über den Zaun griff und gratzte Mensch tot.

„Wir schalten live zu Mella Martini, die, nebenbei bemerkt, am Sender dreht, seit das Tier zum ersten Mal gesichtet wurde. Oder anders rum. Sie kennen das Huhn. Oder Ei? Tier oder Mella? Fußnote 2: Notiz an mich: keine Witze über Form von Frau Martini. *kicher* Ende Fußnote 2. Mella was nu? Wir sind zu – hast du geschaltet?“

„Nee Leute, da stell ich mich quer, so geht das nicht, wenn wir aufeinander hacken wie die Tiere kratzen, grade in so nem kleen‘ Sender. Nee, mach ich nicht… da… nee, vergesst das mal… is‘ nich. Oder doch! Wo ich schonmal drauf bin…“

„Danke Mella Martini, die eigentlich gar nicht eingestellt werden sollte wegen Alliteration ihres Namens. Mal ehrlich. Aus welchem Haus kommt jemand raus, in dem drinnen welche hocken, die ihre Kinder nach Cocktails nennen. Meiner Meinung nach meine ich…“

CUT

Das Tier hat keinen Namen.

Das Tier hat einen Namen.

Tier, Biest, Viech, Kreatur, Geschöpf, Gekröpf, gekraustes Fell, gegrautes Gesicht, Augen grau.

Das Tier hat tausend Namen.

Phantomwipfel, Wipfelteufel, Teufelsbeutler und so woider

machen wir hier nen

CUT oder

Nein, man muss die Sache auch ernst nehmen. Die Menschen sind nunmal verunsichert wegen der Übervölkerung des Übervolkes durch fremde Arten. Auch wenn man’s nicht verstehen kann, muss man es versuchen zu verstehen; die Dummen verstehn’s ja auch und denen sagen wir „die versuchen’s ja nicht mal.“ – Ein Tier ist keine Metapher. Ein Tier kann man verstehen. Es kann nicht. Anders. Verhält es sich beim Menschen? Fußnote 3: Notiz an mich: Idee für einen Essay: Verhalten sich Menschen zu Tieren oder umgekehrt?

z.B. wenn eine Katze (kleine) sich an Beine schmiegt

od.

wenn ein Mensch an einer Weide „muh!“ ruft oder „mäh?“

(Gedanken an durchtackerte Kuhohren und was Schweinsohren mit Schokolade zu tun haben. Was machen die eigentlich den ganzen Tag?)

Fußnote 4: Notiz an mich: Letzteres bei Gelegenheit streichen. albern&absurd.2 Ende Fußnote 4.

CUT

Da ihr die Mella nicht kennt, hab ich mich dazu entschlossen sie hier außen vor zu lassen. Nur so viel vllt.; das hat sich angedeutet, sie kann echt zu Tier werden. Könnte es, wenn ich es zuließe. Mach ich aber nicht, weil…

… du versuchst die Kontrolle über den Text zu behalten. Süß.

CUT

Schreiben müsste man

ein Bestiarium phantastischer Tiere

& Pflanzen natürlich/

äh! und unnatürlichäh

natürlich

aber keine nicht existierenden Tiere

die schon existieren:

Einhörner, Wolpertinger, Rasselböcke, alte Hüte

Zusamm’rottung aus Fell und Filz

Fußnote 5: nein, nichts mit Beuys jetzt, sondern ein Köttel moderner Biologie-Klugschiss: im Urbanen bilden Füchse Gemeinschaften, werden Einzelgänger zu Rudeltieren, was Prof. Dr. Jan Delay (Uni Hamburg) bestätigt. Ende Fußnote 5.

ein phöllig phantastisches Bestiarium

also: Beutelsegler, Segellaus, Lausmaki

CUT

focus on horror

hinschauen wenn’s wehtut

Wunden erkennen

nicht versorgen

wachsen lassen (nur zu!)

Eiter verschweigen

keine Chance für falsche Ästhetik

horror ≠ splatter

od. horror = splatter ≙ albern&absurd

(wertfrei)

1letzten Trüffelfund in der Gemarkung Ranis recherchieren. Ende der Fußnote zur Fußnote 1.

2guter Name für ein Label unbestimmter Ausrichtung. Ende der Fußnote zur Fußnote 4.


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