Archive for the ‘Privatkunst’ Category

Nachträglich zum Geburtstag

12. Dezember 2017
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Collage

1. Juni 2015

Zum ersten Mal kam ich mit der Collage als Kunstform, Schreibtechnik oder poetische Form in der Schule in Berührung. Damals zerschnitten wir Jakob van Hoddis‘ Weltende Vers für Vers und bauten es, jeder für sich, in einer neuen Reihenfolge wieder zusammen. Das fand ich großartig und hab daraufhin noch drei oder vier andere Gedichte aus Zeitungsüberschriften geschnibbelt. Leider scheinen diese ersten Collagegedichte verloren gegangen zu sein.

Erst als Herta Müller, die ich vorher nicht kannte, 2009 den Literaturnobelpreis bekam und ich von ihren Collagegedichten erfuhr, habe ich mich an diese Technik erinnert. Was habe ich bloß in der Zwischenzeit getrieben? Auf jeden Fall zu wenig geschrieben.

Im letzten Jahr veröffentlichte Lydia Daher den großartigen(!!) Band Und auch nun, gegenüber dem Ganzen – dies und auch ihr Verlagskollege Volker Strübing hat seine Lust am Collagieren entdeckt.

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Ich werde mich demnächst mal wieder an die Collage wagen. Bis ich erste Ergebnisse vorzeigen kann, hier ein Eindruck meiner Bildsammlung in einem Briefumschlag mit Fenster. Ich denke, ich bin auf dem Weg…

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Spontan vielleicht noch dieses hier:

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Die Negativvariante der Textcollage ist übrigens das Erasure. Das gibts auch schon ewig, aber erst in den letzten Jahren, genaugenommen mit dem Buch SONNE FROM ORT von Uljana Wolf und Christian Hawkey, bin ich auch auf diese Form aufmerksam geworden. Zuletzt sind mir die Erasures von Clemens J. Setz aufgefallen.

Mein allererstes Erasure:

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(So etwas wie ein) Selbstportrait

23. November 2014

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White Out

7. Februar 2014

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White Out“ (Ausschnitt), Schreibmaschine und fine liner auf Papier, Original 21 x 29,7 cm. cln. 2o14

Sitting on the Sofa…

31. Oktober 2012

…starring at the camera.

My first sleeveface.

Clara & Parker

20. Juli 2011

Friede sei mit euch!

Four

19. Oktober 2010

Ein paar Versuche der Stadt Riesa doch noch etwas Schönes abzugewinnen.

Analoges Livebloggen

28. Juli 2010

Man lädt einfach ein paar Leute zu sich nach Hause ein, bietet alkoholische Getränke an und spannt einen neuen Bogen Papier in die gute alte Olympia. Dann wird es Nacht.

Der Essay

15. Juli 2010

Natürlich können findige Literaturwissenschaftler versuchen den Essay als Gattung, Textsorte oder Genre zu definieren. Alles kein Problem, können sie ja machen, aber mal ehrlich, weit werden sie dabei nicht kommen. Und auch ich werde jetzt sicher nicht versuchen den Essay als solchen zu definieren. Ich schreibe viel lieber einen Essay darüber, was der Essay mir bedeutet. Metaessay sozusagen.

Vor einigen Jahren hat mir ein Schriftsteller dazu verholfen nicht allzu verkopft an das leere Word-Dokument heranzugehen. Einfach aufhören immerfort Geschichten erzählen zu wollen. „Setz dich einfach hin und fang an zu tippen. Essay ist Freiheit!“ Es geht dabei nicht um richtig oder falsch, Wahrheit oder Fiktion. Der Essay ist die adäquateste Form seinem Drang zum Schreiben Ausdruck zu verleihen. Man setzt sich hin und lässt die Worte fließen. Dabei kann dann natürlich die größte Scheiße rauskommen, aber der ein oder andere gute Satz wird schon vorbeischwimmen.

Die guten Sätze kann man dann immer noch rauskopieren, copy and paste, und aufheben. Nicht wegschmeißen! Vielleicht kann man das nochmal gebrauchen. Selfsampling statt Fremdsampling, Frau Hegemann. Nana, nicht fies werden. Mixen, samplen, Intertextualisieren – ist alles erlaubt, fetzt auch. Aber mit fremden Federn schmücken, das lassen wir lieber. Juckt früher oder später fürchterlich.

Der Essay ist kein Text, er ist eine Methode, ein Werkzeug. Éciture automatique um an die innersten Gedanken zu kommen, Un- und Unterbewusstes (das ist nicht dasselbe!) freizulegen. An dieser Stelle möchte ich André Breton grüßen. Eine dicke Kuss von der Autor dieser Zeilen!

Naja, aber irgendwie sind Essays schon auch Texte. Reflektierende, akademische, feuilletonistische und manchmal eben auch erzählende. Und wenn mir da einer widersprechen will ruf ich Hans Magnus Enzensberger an, der beschützt mich. Ach Quatsch… soll’n se ruhig widersprechen. Ich definier hier nüscht.

Okay, kleiner Einschub (Widerspruchsalarm!): Der Essay ist eine ästhetische Plauderei (muss nicht zwingend geistreich sein), ein Dialog in mono (Copyright!!!) welcher als solcher einzig dem guten Stil verpflichtet ist. Ach du scheiße, guter Stil… na das kann ich mir abschminken, bei dem Gelaber hier. Aber immerhin bin ich’s mal losgeworden. (Ist der Hausfrauenapostroph hier erlaubt? Ich sag mal ja.) Muss ja auch kein druckreifer Essay rauskommen, ist ja nur ein Blog. Das ist ja das schöne am Internet: man geht rein, lässt allen Druck fallen, drückt auf einen Knopf und geht wieder. Wie sehr wurde die Toilettenmetapher in Bezug auf das Internet eigentlich schon strapaziert?

Auch wenn das mein Blog ist und ich hier machen kann was ich will, hör ich jetzt lieber auf. Wenn mir noch was einfällt, schreib ich einfach einen neuen Eintrag. Einfach so. Zack. Ich wollte nur mal betonen, dass jede Form von Text am Ende Essay und damit auch sowas wie Literatur sein kann. Na gut, vielleicht nicht jede… Aber wenn sich junge Literaturstudenten in renommierten Akademien an einen Tisch setzen, sich angrunzen, das Literatur nennen und es August Stramm (du fehlst.) in die Schuhe schieben, also da weiß ich ja nicht… Ich glaube ja, elitär wie ich manchmal bin, da haben die was nicht verstanden.

Wollte nur sagen „Clark Nova lebt noch! Demnächst vielleicht mal wieder Kunst!“ nicht immer nur Fußball. So.

Bild #2

26. Juni 2010

Für M.

In einer postapokalyptischen Trümmerlandschaft steht ein kleiner Junge in kurzen Hosen und gestreiftem T-Shirt. Seine ehemals weißen Socken sind verdreckt; in den Händen hält er ein Gewehr an dessen Lauf sich ein Bajonette befindet. Damit sticht er eine Reihe kleiner Löcher in den sandigen Boden.

Neben ihm kniet ein kleines Mädchen. Es trägt ein leicht zerschlissenes, rotes Kleid, Kniestrümpfe und Sandalen. Ihre Haare sind zu zwei Zöpfen geflochen, von denen der eine sich aufzulösen beginnt. Beharrlich steckt das Mädchen einzelne Blumen in die ausgestochenen Löcher. Die Blumen sehen aus wie schwarze Gerbera in deren Blütenmitte sich winzige Totenköpfchen befinden.


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