Archive for the ‘Literatur’ Category

„final image“ bei Blaubart & Ginster

16. März 2020

In der aktuellen Folge unseres Literaturpodcasts Blaubart & Ginster haben Ralf und ich Alexander Neugebauer zu Gast, mit dem ich in den letzten Jahren das Projekt final image bearbeitet habe. Wir sprechen darüber, lesen aus dem Buch, spielen Musik.

Handke fährt jetzt Straßenbahn

7. März 2020

Ratlosigkeit, vielleicht sogar Enttäuschung angesichts der Skandalfreiheit dieser Maigeschichte, lassen sich folglich in den Zwischentönen und Zwischenzeilen von Deutschlandfunk bis Tagesspiegel finden. Sie äußert sich darin, dass das Gros der Kritikerinnen und Kritiker über „Das zweite Schwert“ so gut wie nichts zu berichten weiß, was sich nicht auch auf zahlreiche vorangegangenen Erzählungen Handkes anwenden ließe. Ein fiktionalisiertes Ich oder eine dritte Person macht sich auf den Weg, kommt im allegorischen Sinne davon ab und landet schließlich auf einem Fest. Spoiler-Alarm nur für all jene, die keine einzige seit den 1990ern erschienene Seite Handke gelesen haben. (Was natürlich nicht heißt, dass man sich deshalb nicht lautstark am Diskurs über ihn beteiligen kann.) Auch angesichts dessen, was zwischen Oktober und Dezember des vergangenen Jahres über den Autor zu lesen war, wirkt so manche/r Feuilletonist/in fast ein wenig überfordert damit, nun konkret über eines seiner Bücher Auskunft geben zu müssen. Und so herrscht eine merkwürdig friedvolle Einigkeit über die stilistische Brillanz und die wieder einmal sprachliche Ausgefeiltheit Handkes von SWR bis FAZ. Ein wie kurz vor Erscheinen des Buches geschlossener Nichtangriffspakt aller gegenüber dem Nobelpreisträger. (Verdient hat er ihn, aber bekommen hätte er ihn nicht dürfen. *hüstel*)

Ich habe die neue Erzählung von Peter Handke gelesen und besprochen. Der Artikel ist auf fixpoetry.com zu lesen.

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final image – neues Buch und neue Termine

2. März 2020

Mein neues Buch ist da. final image versammelt dreißig Bild-Text-Paare, die sich mit den letzten Fotos verstorbener Persönlichkeiten auseinandersetzen. Grafisch interpretiert vom Geraer Künstler Alexander Neugebauer; mit Glossen, poetischen Bildbeschreibungen und Prosagedichten von mir.

Weitere Infos und die Möglichkeit das Buch direkt beim Verlag zu bestellen gibt es hier.

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Mario Osterland – final image. Ein Album, mit Zeichnungen von Alexander Neugebauer. parasitenpresse, Köln 2020. (ISBN 978-3-947676-57-6) – 12,-€

Die Arbeiten, die für das Buch entstanden sind, zeigen Alexander und ich in Ausstellungen in Jena und auf der Burg Ranis (bei Pößneck).

Termine zum Buch:

4.3. – Jena – Buchpremiere und Vernissage der Ausstellung final image (Villa Rosenthal, Mälzerstr. 11) – weitere Infos

12.3. – Leipzig – Lange Leipziger Lesenacht (zusammen mit Nora Gomringer, Moritzbastei, Kurt-Masur-Platz 1) – weitere Infos

13.3. – Leipzig – Books & Beers (Leseabend der Kölner parasitenpresse, zusammen mit Thomas Podhostnik, Sünje Lewejohann u.a., TEXTAT, Erich-Zeigner-Allee 64) – weitere Infos

1.4. – Jena – last days (Filmabend im Rahmen der Ausstellung final image mit einer Einführung von mir, Villa Rosenthal, Mälzerstr. 11) – weitere Infos

6.5. – Jena – Finissage der Ausstellung final image (Verlagsabend der Kölner parasitenpresse mit Lesungen von Sünje Lewejohann, Adrian Kasnitz und Dominik Dombrowksi, Villa Rosenthal, Mälzerstr. 11) – weitere Infos

11.6. bis 14.6. – Burg Ranis – Ausstellung final image im Rahmen der 23. Thüringer Literaturtage (Kurzlesung im Rahmen der Ausstellungseröffnung am 11.6., Ranis b. Pößneck) – weitere Infos folgen

21.7. – Jena – Textlese. Im Gespräch (Lesung und Gespräch zusammen mit Dominik Dombrowski, Schillers Gartenhaus, Schillergässchen 2) – weitere Infos

weitere Termine in Vorbereitung

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Frage für einen Freund #1

12. Februar 2020

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Weitere Infos hier.

„final image“ in Jena

7. Februar 2020

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4.3. – Vernissage

1.4. – Filmabend

6.5. – Finissage

Eintritt frei. Immer.

Mayröcker-Variationen

28. Oktober 2018

Die Mayröcker-Variationen sind da! Inkl. eines Textes von mir, basierend auf einem Gedicht der bedeutenden Autorin aus Wien. Eine erste Querlektüre durch’s Belegexemplar ergibt: unbedingte Kaufempfehlung!

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Ulrich Zieger † 23.7.2015

23. Juli 2018

Heute vor drei Jahren starb der großartige Dichter Ulrich Zieger. Vergesst ihn nicht. Autoren dieser Art sind rar. Hier gibt es einen Ausschnitt seiner Lesung aus Durchzug eines Regenbandes auf der Burg Ranis.

Das Aufschreiben und Mitschreiben

1. Juni 2018

Anfang des Jahres gab es in der Salzburger Literaturzeitschrift Mosaik ein kleines Portrait über mich und meine Arbeitsweise des Notierens. Man kann das hier bzw. hier nachlesen.

Wie es der Zufall wollte schrieb die Berliner Literaturzeitschrift Metamorphosen (Verbrecher Verlag) kurz darauf einen Call for Paper zum Thema Journal aus. Ich habe meine Notizen aus dem Jahr 2017 gesichtet und das Journal Die Hähne auf Hydra daraus kompiliert. Auszüge daraus sind nun in der 21. Ausgabe des Magazins erschienen. Der Text beginnt mit dem Satz „Es ist zu wenig Gelb in der Welt.“

Kein automatischer Alternativtext verfügbar.

 

„Jeder weiß“ – Philip Roth 1933 – 2018

23. Mai 2018

Mit „Jeder weiß“ ruft man das Klischee an und beginnt mit der Banalisierung der Erfahrung, und das eigentlich Unerträgliche sind die Feierlichkeit und das Gefühl der Autorität, mit der die Leute das Klischee aussprechen. Wir wissen nur, dass auf individuelle Weise niemand irgend etwas weiß.

— Der menschliche Makel

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Es gab eine Zeit, in der mir seine Bücher die Welt bedeuteten. Anfang 2005, ich stand kurz vor’m Abi, habe ich angefangen Philip Roth zu lesen. Mit Der menschliche Makel ging es los, das mich sofort umgehauen hat. In kurzer Folge habe ich in den kommenden Monaten und Jahren einen Roth nach dem anderen aufgesogen und viel über Literatur und das Erzählen gelernt. Nach Jedermann habe ich dann einen Schnitt gemacht, weil es mir seltsam erschien als junger Mann mehr und mehr in den Erfahrungsraum eines alternden Mannes gezogen zu werden, der zunehmend von Krankheit und Tod bestimmt wird. Ich hab das annähernd gefühlt, so intensiv war das Roth-Lesen für mich.

Ich hab dann pausiert. Hier und da einen „schmalen“ Roth gelesen und im Studium eine Hausarbeit über Die Brust geschrieben, die meine Dozentin nicht gefiel.

Dreizehn Jahre ist das jetzt her, als ich Der menschliche Makel gelesen habe. Und mir bleibt vor allem diese Stelle unvergesslich, diese bedrückende Situation in der Coleman Silk mit diesen einschneidenden Worten „jeder weiß…“ konfrontiert wird. Dreizehn Jahre und das Taschenbuch riecht mittlerweile schon leicht nach Antiquariat. Nicht nach dem Alter, aber dem Altern.

Gestern ist Philip Roth dem Alter erlegen, das er in einem Interview einmal als Massaker bezeichnet hat. Das ist traurig. Das ist ein Verlust. Das ist nicht zu ändern. Exit Ghost.

#teamköhlmeier

9. Mai 2018


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