Archive for the ‘Fußball’ Category

Philipp Lahm 100

6. September 2013

Wenn die deutsche Fußballnationalmannschaft heute Abend in München gegen Österreich zum WM-Qualifikationsspiel aufläuft, wird es für Philipp Lahm das 100. A-Länderspiel sein. Obwohl meine Erwartungen an die Nationalmannschaft nicht mehr allzu hoch sind (dazu vielleicht im kommenden WM-Sommer mehr), möchte ich den Anlass nutzen um ein paar Gedanken zum Kapitain der Mannschaft und des FC Bayern loszuwerden (außerdem habe ich schon lange nicht mehr über Fußball gebloggt).

Quelle: Wikipedia

Philipp Lahm ist sicher einer der bekanntesten Fußballspieler überhaupt, seine Popularität finde ich hingegen nur schwer einschätzbar. Das mag zum einen daran liegen, dass Verteidiger im Allgemeinen nicht zu den größten Stars dieses Sports gehören (von einigen prominenten Ausnahmen natürlich abgesehen). Zum anderen ist Lahm sicher ein streitbarer Charakter, obwohl auch das irgendwie merkwürdig klingt, denn wie kein zweiter steht Philipp Lahm im gegenwärtigen Fußballbetrieb für Sachlichkeit, Disziplin und Professionalität. Man könnte aber auch sagen: für Langeweile. Das hat ihm den zweifelhaften Ruf als Klassensprecher des deutschen Fußballs eingebracht.

Dennoch fiel Lahm in der Öffentlichkeit das ein oder andere Mal durch Äußerungen auf, die ihm nicht nur Sympathien einbrachten. Als es zu Beginn der Amtszeit von Louis van Gaal (Herbst 2009) nicht rund lief beim FC Bayern, übte Lahm in einem Interview mit der Süddeutschen offen Kritik am Verein, beklagte u.a. eine verfehlte Transferpolitik, eine nicht zu erkennende taktische Linie und sogar eine fehlende Vereinsphilosophie. Der FC Bayern reagierte mit der höchsten internen Strafe, die je ein Spieler an der Isar zahlen musste: 50.000 €. Als Capitano Michael Ballack sich 2010 verletzte und die WM absagen musste, übernahm Lahm das Amt des Spielführers und stellte sofort klar, dass er die Binde nicht ohne weiteres wieder abgeben wolle. 2011 veröffentlichte er schließlich ein Buch mit dem Titel „Der feine Unterschied – Wie man heute Spitzenfußballer wird“ und erzürnte damit vor allem Ex-Nationalcoach Rudi Völler, der ihn 2004 im Alter von 20 Jahren zur Nationalmannschaft holte und gleich von Beginn an spielen ließ. Völler bezeichnete das Buch als „erbärmlich und schäbig“, weil Lahm darin die Arbeitsweise von ihm und anderen Ex-Trainern (allen voran Jürgen Klinsmann) kritisierte. Ähnlich wie im SZ-Interview von 2009 ging es dabei vor allem um fehlende taktische Konzepte.

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Und dennoch muss ich sagen, dass Philipp Lahm in den letzten Jahren zu einem meiner absoluten Lieblingsspieler geworden ist. Das liegt vor allem daran, dass ich mich schon immer mehr für das Geschehen auf dem Platz interessiert habe – und an meiner seltsamen Vorliebe für Außenverteidiger.

Lahm ist auf dem Platz ein sehr präziser, hellwacher Arbeiter, der seine Fähigkeiten immer in den Dienst der Mannschaft stellt und kaum Alleingänge unternimmt. Er war jahrelang ein eher unauffälliger Spieler, bis er sich in den letzten beiden Jahren immer mehr an Offensivaktionen über die Außen beteiligte und so allein in der letzten Bundesligasaison elf Torvorlagen (insgesamt 19!) gab. Lahm bringt die besten Eigenschaften für einen Außenverteidiger mit, wie ich sie als Kind bei Bixente Lizarazu schätzen lernte. Er ist klein, schnell, wendig, überaus ballsicher und besitzt ein überragendes taktisches Spielverständnis. Vor allem unter dem letzten Aspekt kann man seine Kritik an Verein und Trainern, wenn nicht verzeihen, so doch verstehen.

Philipp Lahm ist, neben Bastian Schweinsteiger, das Gesicht einer Spielergeneration, die alte Haudegen wie Torsten Frings und Michael Ballack (die ich ebenfalls sehr schätze!) ablöste und deren Ablösung durch die Müllers, Özils und Götzes vielleicht selbst schon eingesetzt hat. Durch verbale Zurückhaltung (von den oben genannten Ausnahmen abgesehen), Disziplin und ein neues Spielverständnis haben sie den Fußball vielleicht wieder ein Stück weit in Richtung Gentleman-Sport bewegt. Das muss man nicht gut finden, aber ich habe seit Jahren meine fast kindliche Freunde am Spiel von Philipp Lahm, dem ich noch den ein oder anderen internationalen Titel mehr wünsche.

Quelle: dfb.de

Dass Lahm heute Abend also zum 100. Mal für den DFB aufläuft, ist angesichts der anderen Nationalspieler, die diese Marke bereits knackten weniger bemerkenswert als die Tatsache, dass er bei all diesen Spielen immer in der Startelf stand. Ein Umstand, der den Stellenwert von „Mr. Zuverlässig“ im deutschen Fußball recht eindrucksvoll unterstreicht.

Sommer 1994

27. Juni 2013

Ich erinnere mich oft an den Sommer 1994. Wir wohnten damals noch in einem Neubaublock zur Miete. Ich war acht und der Mittelpunkt meines Lebens war der Fußball. Mit meinem Vater sah ich mir fast alle Spiele der Weltmeisterschaft an. Sie wurden wegen der Zeitverschiebung meist am Nachmittag übertragen. Mein Vater war dann schon von der Arbeit zurück. Mein Bruder, der sich nichts aus Fußball machte, spielte mit den größeren Kindern auf dem Spielplatz gegenüber Volleyball. Den ganzen Tag lang. Zum Mitspielen war ich noch zu klein, aber ich durfte manchmal die Punkte zählen. Die Regeln hatten mir die Großen knapp erklärt. Wenn der Ball auf einer Seite runterfällt ist das ein Punkt für die andere Mannschaft. Dabei war das gar nicht so richtig, aber das wussten die Großen damals auch nicht. Wenn dann wieder ein Fußballspiel übertragen wurde, ging ich wieder nach drinnen und sie mussten die Punkte selbst zählen.
Es war ein warmer Sommer damals, auch in den USA. Als 8-jähriger dachte ich in den USA ist immer schönes Wetter, immer Sommer. Mein Vater erzählte mir dann wie heiß es an anderen Orten auf der Welt sein konnte. Zum Beispiel in der Sahara, der größten Wüste der Welt. Ich hatte die Sahara schon einmal im Fernsehen gesehen. Auch aus einem der vielen Naturbücher meines Vaters war mir die Wüste bekannt. Am Tag kann es in der Sahara bis zu 60°C heiß werden. Nachts ist es jedoch bitter kalt. Sogar Minusgrade werden dann manchmal gemessen. Warum das so ist, wusste mein Vater auch nicht so genau. Aber ich bin mir sicher, er hat es mir später noch erklärt, als er mir auch von den Beduinen und den Kamelkarawanen erzählte.

An einem dieser Sommernachmittage ging mein Vater mit mir auf den Balkon, um mir etwas zu zeigen. Er wischte mit der Handfläche über die Platte des kleinen Tisches, der dort stand. Als er seine Hand umdrehte sah ich die Innenfläche von feinem, fast weißem Sand bedeckt. „Das ist echter Sand aus der Sahara“, sagte mein Vater. „Der Wind trägt die Sandkörnchen kilometerweit bis zu uns nach Deutschland.“ Ich war so erstaunt, dass ich in diesem Sommer täglich über die Tischplatte auf dem Balkon strich. Wenn ich dann meine Handflächen ansah, stellte ich mir vor wie Beduinen mit ihren Kamelkarawanen über diesen Sand zogen.

Juni, 2006.

Wie ich Fan des FC Bayern wurde

2. Mai 2013

Unabhängig von den jeweiligen Farben finde ich es immer interessant zu erfahren, wie Fußballfans zu ihren Vereinen kamen. Manchmal ist es ja ziemlich banal, wenn man z. B. als Kind die Trikots einer bestimmten Mannschaft schön fand. Manchmal liegt es auf der Hand, wenn einen die Spielweise eines bestimmten Spielers oder einer Mannschaft begeisterte. Überregionales Fandasein von Bundesligaclubs ist dadurch völlig normal geworden.

Geht es allerdings um den FC Bayern München, sieht die Sache etwas anders aus. Kommt man als Bayern-Fan aus München und Umgebung, fällt ein gewisser Erklärungsdruck weg. Die Bayern-Fans aus dem restlichen Bundesgebiet und über die Grenzen Deutschlands hinweg werden hingegen misstrauisch beäugt und in 99% der Fälle als „Erfolgsfans“ vorverurteilt. (Passierte mir im Leipziger Nachtbus erst vor Kurzem wieder, als ich meinen Kopf mit einer Bayern-Mütze gegen die Kälte schützte. Macht mir aber nix aus.)

Da ich hin und wieder über (Fußball-)Blogs stolpere, auf denen Fans erzählen wie sie zu ihrem Verein kamen und ich das gern lese, habe ich mich dazu entschlossen kurz zu beschreiben, wie ich Fan des deutschen Rekordmeisters wurde.

Es begab sich aber zu der Zeit, als ich acht Jahre jung war und die Fußballweltmeisterschaft in den USA stattfand. Ich hatte mich bis dahin nicht für Fußball interessiert und mein Vater erklärte mir den Unterschied von Vereins- und Nationalmannschaften. „In der Nationalmannschaft“, so mein Vater, „spielen die besten Spieler eines Landes zusammen.“ „Bei welcher Mannschaft spielen denn die besten deutschen Spieler?“, wollte ich wissen. Die Antwort könnt ihr euch sicher denken. Dabei befanden sich im deutschen WM-Kader mit dem jungen, gerade erst vom Karlsruher SC verpflichteten Oliver Kahn als drittem Torhüter, Lothar Matthäus und Thomas Helmer nur drei Bayern-Spieler. Aus heutiger Sicht verwundert das, weil die Bayern 1994 Deutscher Meister wurden. Dennoch hatte Berti Vogts auf Olaf Thon oder Bruno Labbadia verzichtet.

Das Schwärmen meines Vaters für den FC Bayern hinterfragte ich natürlich nicht. Erst mit Beginn der Bundesliga-Saison 1994/95 wurde mir das Fandasein wirklich klar. Mein Vater erzählte mir, wie er und mein Opa in den 1970ern die Bayernspiele im Westfernsehen verfolgten. Er schwärmte von Breitner, Beckenbauer und Hoeneß, von den Duellen mit Borussia Mönchengladbach und den drei Europapokalsiegen in Folge. Von da an war mir klar, dass ich zusammen mit meinem Vater und meinem Opa zu den Bayern halte.

Die Saison 1994/95 stellte sich aber als eine denkbar schlechte Spielzeit heraus, um seinem Sohn zu beweisen, dass der FC Bayern München der beste Verein Deutschlands ist. Borussia Dortmund wurde knapp von dem SV Werder Bremen Meister. Die Bayern belegten einen mittelmäßigen sechsten Platz in der Tabelle. Ich wurde über alle Maßen enttäuscht, versprach ich mir doch die ganze Saison über eine Siegerehrung mit einem glänzenden Pokal und einem jubelnden Lothar Matthäus, der mein erster Lieblingsspieler war.

Irgendwie war es naheliegend in dieser Zeit Dortmund-Fan zu werden. Sie spielten einen absolut dominanten Fußball, verteidigten in der Saison 1995/96 den Meistertitel und gewannen 1997 die Champions League (im Münchner Olympiastadion! Dem Theater der Träume meiner Kindheit). In meiner Schule hielt so gut wie jeder zu Dortmund. Die Bayernfans waren die absolute Minderheit. Meine rote Mütze flog regelmäßig in den Dreck. In dieser Zeit muss mein Vater ganze Arbeit geleistet haben. Ich lernte früh, dass Verlieren im Fußball dazugehört. Als „Erfolgsfan“ fühlte ich mich in dieser Zeit nicht und auch später nie.

Aber der Erfolg kam. 1996 gewann der FC Bayern den UEFA-Pokal (die heutige Europa League). Dass Franz Beckenbauer den Wettbewerb „Cup der Verlierer“ nannte, wusste ich nicht und ich hätte es auch nicht verstanden. Nach zwei Endspielen (damals gab es auch im Finale noch ein Hin- und Rückspiel) gegen Girondins Bordeaux (mit Zinedine Zidane und Bixente Lizarazu) stemmte Matthäus den Pokal in die Luft. Den ersten, den ich bewusst mitbekam. Für mich war der Titel das Größte. (Wahrscheinlich mag ich deshalb die Europa League bis heute und bedauere ihren Bedeutungsverlust im europäischen Fußball.)

Natürlich konnte ich in den folgenden Jahren noch oft sehen, wie die Bayern Pokale in die Höhe stemmten. Sich darüber zu freuen, macht einen jedoch nicht automatisch zum Erfolgsfan. Das Vorurteil, dass Bayernfans immer nur auf der Gewinnerseite stehen wollen, ist, für einen wirklichen Anhänger des Klubs, blanker Hohn. Kein anderer deutscher Verein hat eine derartige Fallhöhe erreicht wie der FC Bayern. Keine Niederlage schmerzt so sehr wie ein verlorenes Champions League-Finale; sei es in der Nachspielzeit oder im Elfmeterschießen. Nichts ist beschämender als in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den TSV Vestenbergsgreuth auszuscheiden. Aber genau das kann immer wieder passieren, weil jeder Gegner gerade gegen die Bayern alles gibt.

So jedenfalls wurde ich Fan des FC Bayern München. Ich hab Höhen und Tiefen miterlebt. War 1999 am Boden zerstört, 2001 im Rausch, 2012 klinisch tot. Wer mit ganzem Herzen an seinem Verein hängt, macht das alles mit. Eine rationale Erklärung gibt es dafür nicht. Aber es reicht schon aus, für sein Fandasein nicht vorschnell verurteilt zu werden.

Art Nova

21. April 2013

Seit einer gefühlten Ewigkeit präsentierte ich mal wieder Kunst. Es handelt sich um zwei Papierarbeiten unter Verwendung von Fußballsammelbildern (readymades). Die Arbeiten sind verkäufliche Unikate. Kontakt: clarknova [at] gmx.net

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Und Müller mit dem Doppelpack! – Sticker auf Papier mit Tinte, 8,3 x 14,2 cm

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Oh captain, my captain! – Sticker auf Papier mit Tinte, 14,7 x 21,1 cm

Das Jahrhundert der Jahrhundertspiele?

31. Oktober 2012

Was passiert gerade im Fußball? Passiert was? Diskutiert wird hierzulande und auf der ganzen Welt über Gewalt in Fußballstadien, über Einflussnahme von Fans und „Fans“ auf die Vereinsführung, über das Verhältnis von Sport, Geld und Identifikation. Es wird darüber diskutiert, ob eine Nationalmannschaft unter Joachim Löw überhaupt noch sinnvoll ist. Spätestens seit dem denkwürdigen 4:4 gegen die schwedische Nationalmannschaft. Nach diesem Spiel wusste niemand, der eine Antwort hätte geben müssen, was zu einem solchen Spiel zu sagen sei. Wie so etwas passieren kann. Welche Lehren man daraus ziehen kann. Erfahrungsgemäß bringt die Zeit Antworten auf solche Fragen. Mit dem Abstand von Tagen, Wochen, Monaten… manchmal Jahren weiß man Spiele wie dieses einzuordnen. Vielleicht wird man in zwei Jahren sagen: Das war das Spiel, dass den Weg zum Titel endgültig geebnet hat. Viellecht wird man in zwei Jahren sagen: Das war der Anfang von endgültigen Untergang. Vielleicht wird man in hundert Jahren sagen: Dieses Spiel hat das Jahrhundert der Jahrhundertspiele eingeläutet. Dieses Spiel hat der Fußballwelt verdeutlicht, dass eine 4:0-Führung nichts mehr bedeutet. Dass man, wenn das Spiel so viel schneller und aufregender geworden ist, in 90 Minuten einfach mehr Tore schießen kann. Dass man aber nach wie vor als Sieger vom Platz geht, wenn man nach Abpfiff mindestens ein Tor mehr als der Gegner erzielt hat.

Was wird man in einigen Jahren nicht alles zu sagen haben, über das 4:4 der deutschen Nationalmannschaft gegen Schweden, über das 4:4 zwischen Dortmund und Stuttgart, über das 5:5 zwischen Energie Cottbus und dem Karlsruher SC, über das 3:3 zwischen der TSG Hoffenheim und der SpVgg Greuther Fürth

…und über 5:7 nach Verlängerung im englischen League Cup zwischen dem FC Reading und dem FC Arsenal!

Ein unfassbares Spiel. Ich weiß nicht, wann ich zuletzt so viele Kopfballtore nach Ecken und Flanken gesehen habe. Ich weiß nicht, wann ich zwölf Tore in einem Spiel gesehen habe. Ich weiß nicht, warum eine 4:0-Führung im 21. Jahrhundert keinen Wert mehr hat. Aber ich weiß, warum ich dieses Spiel so liebe.

Die größte Enttäuschung der Saison

29. Oktober 2012

Die größte Enttäuschung der Saison machte sich spätestens gestern Nacht breit. Eine Serie von etwas mehr als acht Tagen ging zu Ende. Eine unschöne Erkenntnis stellte sich ein. Etwas, das ich schon lange weiß, mich aber immer wieder etwas missmutig stimmt: mein Verein, der FC Bayern, ist in den Details oft zu schludrig.

Ich rede allerdings nicht von der gestrigen Heimniederlage gegen Bayer Leverkusen. Sowas kann passieren, wenn man die wenigen Chancen gegen einen so defensiven Gegner nicht nutzt. Was soll’s, der Vorsprung in der Liga ist immer noch komfortabel.

Nein, ich rede von der jüngst im Verlag „Die Werkstatt“ erschienenen Vereinschronik des FC Bayern. Normalerweise rezensiere ich ja eher Bellestristik, Graphic Novels und auch mal ein Sachbuch. Aus gegebenem Anlass müssen es aber auch mal ein paar Worte zu einem weniger kulturell wertvollen Band sein, wobei das prädikat „(fußball-)kulturell wertvoll“ durchaus hätte erreicht werden können. Auch hier gilt leider: mangelnde Chancenverwertung.

Aber der Reihe nach. Im Jahr 2011 stellte der Vorstandsvorsitzende der FC Bayern München AG, Karl-Heinz Rummenigge, eine etwas größenwahnsinnig anmutende Vereinschronik zum 111jährigen Vereinsjubiläum vor. Der handgefertigte Foliant misst 50 x 70 cm, hat 556 Seiten, wiegt 25 kg, hat einen Einband aus Holz mit Schließen und Messingbeschlägen. Laut Vereinsangaben ist es, wie es sich für einen Rekordmeister gehört, das größte Fußballbuch der Welt. Da dieses bibliophile Stück mit gerade einmal 4.111 handgefertigten Exemplaren zu einem Stückpreis von 2.999€ nicht gerade den finanziellen Möglichkeiten des durchschnittlichen Bayern-Fans entspricht, gab der Verein in diesem Jahr eine Economy-Version der Chronik heraus, die in einer Standard- und einer Premiumausgabe verfügbar ist.

Glanzvoller Schlusspunkt, der um ein Jahr erweiterten Chronik sollte natürlich der Sieg der Champions League im eigenen Stadion sein. Dass daraus aber leider nichts wurde, ist bekannt. Es bleibt der schwache Trost, dass der FC Bayern mit dem „Finale Dahoam“ immerhin als erste Mannschaft überhaupt ein CL-Finale im eigenen Stadion erreicht hat. Und natürlich, dass man zum zweiten Mal innerhalb von drei Spielzeiten im Finale der Königsklasse stand. Dafür kann man sich nichts kaufen, aber nachmachen muss man das auch erstmal.

Nun zur Chronik: Die Premiumausgabe kommt in Sachen Ausstattung und Fertigung ziemlich schick daher. Das Buch ist in rotes Leinen gebunden, auf dem das Vereinslogo sowie das Motto „Mia san mia“ in Gold gesprägt sind. Mit zwei Lesebändchen, ein rotes, ein weißes, können interessante Seiten markiert werden. Der Schutzumschlag ist blütenweiß, darauf zu finden das Logo in farbigem Heißfoliendruck. Das ganze ist dann nochmal in einem Hartpappe-Schuber verpackt, auf dem sich ebenfalls das Logo als Heißfoliendruck befindet. Im Vergleich zur Standard-Edition, die lediglich als Hardcover ohne Schutzumschlag daherkommt, eine schicke Aufmachung.

ABER: Inhaltlich ist das Buch die reinste Enttäuschung. Das liegt zum einen daran, dass die Autoren sich wohl nicht entscheiden konnten, ob die Chronik ein Überblickswerk oder eine Nacherzählung der Vereinsgeschichte en detail werden sollte. Für ersteres spricht die Aufarbeitung der Jahre 1900 (das Jahr der Gründung) bis 1980. Hier werden die größten Erfolge im Schnelldurchlauf abgespult und immerhin wichtige Schlüsselspiele in doppelseitigen Spielberichten wiedergegeben. Den turbulenten 90ern, sowie den 00er-Jahren bis zur Gegenwart wird da bedeutend mehr Platz eingeräumt. Das ist in sofern verständlich, als dass die Chronik aus dem Jahr 2012 nicht die erste ihrer Art ist, aber wer besitzt schon jedes vereinshistorische Buch des FC Bayern?

Löblich ist hingegen die Darstellung der Entstehungsgeschichte des Vereins. „Elf Rebellen“ spalteten sich im Jahre 1900 vom Männer-Turn Verein (MTV) 1897 München ab, um einen eigenen, „reinen“ Fußballclub zu gründen. Man erfährt dabei auch einiges über die Anfänge des Fußballs in Deutschland, den frühen Pflichtspielbetrieb und die Konkurrenzsituation mit den älteren Turnvereinen. Interessant ist zudem, dass der erste Präsident der Bayern, Franz John, ein Mecklenburger war. Überhaupt galt der Verein in München als Club der „Zuag’roasten“, weil seine frühen Mitglieder in erster Linie Hanseaten, Preußen und Sachsen waren. Die heute deutschlandweite Anhängerschaft des FC Bayern lässt sich über diesen historsichen Umstand nicht erklären. Dennoch finde ich es nicht unwesentlich, dass der Verein sich offenbar nie allein über die Stadt München definierte. Für das gegenwärtige Image des Vereins ebenfalls nicht uninteressant ist die Tatsache, dass dem FC Bayern schon immer ein gewisses elitäres Selbstverständnis anhaftete. So wurden z.B. bis 1908 ausschließlich Abiturienten in den Verein aufgenommen. Man könnte also sagen, dass der Verein seit seiner Gründung mehr oder weniger als „Lackstiefelclub“ verschrien war und sich, auch aufgrund seiner zahlreichen jüdischen Mitglieder und Förderer, zahlreicher Repressionen ausgesetzt sah. (Wer sich eingehender mit diesem spannenden Kapitel Fußballkultur beschäftigen will, empfehle ich dieses Buch.)

Die Kapitel um Gründung, Etablierung im bayrischen Fußball und Repression im Dritten Reich bleiben allerdings auch die einzigen von historischem und hintergründigen Mehrwert. Der Großteil der Chronik ist dafür da den Verein (verdientermaßen) abzufeiern und sich selbst zu huldigen. Solch eine undifferenzierte Darstellung ist für ein Buch, dass vom Verein selbst herausgegeben wird logisch und ganz nach dem Geschmack der Mitglieder und Fans. Dagegen kann und will ich nicht einmal was vorbringen. Das größte Ärgernis ist aber die unheimlich flache Aufarbeitung und „Schreibe“ der meisten Artikel, die sich um den historischen Spielbetrieb drehen. Ganze Spielzeiten werden da in zwei Spalten abgehandelt – das ist auch für eine Überblicksdarstellung zu wenig.

Ärgerlich ist zudem, dass das Buch von Druck- und Satzfehlern geradezu übersät ist. Dass hier eine gründliche Endredaktion stattgefunden hat, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.

Fraglich ist zuletzt die Auswahl der „Legenden“, die am Seitenrand in Textkästen mit Foto und Statistik vorgestellt werden. Unstrittig ist, dass hier Größen wie Beckenbauer, Breitner, Hoeneß, Müller, Maier etc. etc. etc. genannt werden müssen. Da die Chronik aber, wie bereits erwähnt, den Fokus auf die letzten zwei Jahrzehnte legt, wurde die Reihe der Club-Legenden schonmal bis in den Gegenwart hinein verlängert. Meiner Ansicht nach ein Verfahren, dass jeder Grundlage entbehrt. Dabei ist es noch verständlich, dass die Eigengewächse und Identifikationsfiguren Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger bereits in den Legenstatus erhoben wurden. Ob aber ein Toni Kross, ein David Alaba und vor allem ein Manuel Neuer, der als Ex-Schalke-Ultra von den Bayern-Ultras noch vor einiger Zeit auf das Schärfste abgelehnt wurde wirklich (schon) in diese Reihe gehören? Ohne Frage handelt es sich hier um sehr gute, sehr sympathische und teilweise auch schon jetzt verdienstvolle Spieler. Ob man sie zu Beginn ihrer Karrieren (z.B. Alaba) aber gleich auf eine Stufe mit Beckenbauer und Co. stellen sollte, finde ich höchst fraglich.

Der Vollständigkeit wegen muss aber noch der Statistikteil, der das Buch beschließt positiv hervorgehoben werden. Von 1900 bis Mitte 2012 sind alle Namen, Zahlen, Tore, Titel und Rekorde aufgeführt und ansprechend aufgearbeitet. Wäre man mit der gleichen Sorgfalt, die man hier offenbar investierte an das ganze Buch herangegangen, hätte ich sicher bedeutend weniger zu meckern. So ist die neue Vereinschronik des FC Bayern München aber im großen und ganzen eine schön verpackte Enttäuschung.

FC Bayern München – Unser Verein, unsere Geschichte. Premiumausgabe. Verlag Die Werkstatt. 49,90 € (ISBN: 978-3-89533-944-8)

Clarkorakel: So wird das EM-Finale

1. Juli 2012

Für alle, die die nervliche Anspannung vor dem heutigen Endspiel der wahrschenlich sehenswertesten Europameisterschaft seit 1992 nicht mehr aushalten können, habe ich hier schonmal den wahrscheinlichsten Verlauf notiert.

Zwischen Anstoß und 5. Spielminute passiert nichts. Dann überraschender Lattenkracher von Balotelli. Danach passiert bis zur 88. Minute – nichts. Nach 90 Minuten steht es 0:0. Das Spiel wird abgepfiffen und Michel Platini erklärt Spanien mit abwinkender Geste zum Europameister. Die italienischen Spieler und Fans zetern wie die Rohrspatzen. Spanien geht in Jubel unter und der Rest der (Fußball-)Welt mit einem Schulterzucken ins Bett.

So wird’s kommen.

Fußballprophetie. Die Korrekturen und Zwischenfazite

24. Juni 2012

Ich glaube es ist Zeit ein kleines Zwischenfazit zur EM und meiner Prognosen zu ziehen.

Zunächst einmal ist festzustellen, dass bisher jede Mannschaft hinter ihren Möglichkeiten zurückgeblieben ist. Allerdings ist zu sehen, dass die Deutschen sich von Spiel zu Spiel ins Turnier gesteigert haben und so meine Skepsis zu einem Gutteil zerschmettert haben. ABER: ich höre schon wieder zu viele Pressestimmen, die das Finale für eine ausgemachte Sache halten. Und auch Marco Reus meint: „Der Titel geht nur über uns.“ VORSICHT Freunde! Ich kann es nicht verstehen woher,  gerade im Hinblick auf die letzten Turniere, diese Sicherheit kommt. (Auch wegen des verlorenen CL-Finales bin ich da ein gebranntes Kind.)

Generell muss ich aber sagen, dass ich die qualitative Breite des deutschen Kaders unterschätzt habe. Mein Sorgenkind Schweinsteiger macht mir immer noch Sorgen – aber wer kann es ihm verdenken? Der Knöchel schmerzt, die Wade zwickt, Basti läuft einfach nicht rund und reibt sich in den Spielen auf, so gut es eben geht. Dafür übernimmt Khedira jetzt die Leader-Rolle im Mittelfeld. Ich hoffe nur, dass Schweinsteiger sich nicht allzu sehr qäult, denn die Sommerpause wird, wie immer, kurz.

Philipp Lahm. Spiel das Turnier, das ich von ihm erwartet habe. Selten überragend, dafür immer stabil und nur gegen Nani (Portugal) zeitweise in Bedrängnis. Und schließlich: Er hat endlich wieder getroffen!! Ein Tor, auf das ich zwei Jahre gewartet habe. Der Rechtsfuß, der über Links kommt und ihn reindrischt. Eine Sternstunde für mich als Lahm-Bayern-Deutschland-Außenverteidiger-Fan.

Boateng – überraschend solide, oder? Hummels – auf dem Sprung zur Weltklasse!? Badstuber – absolute Stütze. Neuer – tiefenentspannt. Özil – hat in der Vorrunde nicht gezeigt, was er kann. War gegen Griechenland aber klasse, auch weil er seine Rolle etwas anders definiert hat. Statt sich mit Zauberkünsten im Strafraum zu zeigen, rieb er sich eine Reihe weiter hinten auf und stabilisierte so den Spielaufbau. Nicht schlecht. Müller – wird von den Mitspielern zu wenig in Szene gesetzt. Schade. Podolski – hm. Schürrle – bemüht, okay, wird. Reus – auch. Klose – erst recht.

Spanien geht mir langsam aber sicher auf die Nerven. Das soll der schönste/beste Fußball der Welt sein? Mittlerweile finde ich ihre Spielweise genauso destruktiv wie die der Griechen oder des FC Chelsea. Das ist doch wirklich nichts weiter als Ballgeschiebe auf hohem Niveau. Standfußball, der erst sehenswert wird, wenn sie über Iniesta und Xavi in den Strafraum oder gar zum Abschluss kommen. Die Spritzigkeit nach vorn ist fast komplett verschwunden. Selbstgefälligkeit macht sich breit. – Und wenn Matthias Sammer meckert, dass Chelsea gegen Barca Anti-Fußball spielte… Was machen denn Barca und Spanien. Schieben, schieben, schieben und so den Gegner entnerven. Und leider auch den Zuschauer. Sollte es wirklich zum (Traum-?)Finale Deutschland – Spanien kommen, wird das für einige Zeit das letzte Spiel der Iberer sein, dass ich mir freiwillig ansehe.

Frankreich hat mich nicht eingentlich enttäuscht, aber überrascht. Was war das für ein Einbruch gegen die Schweden? Und was sollte der Krach danach? Ich verstehe die Equipe einfach nicht. Seit Laurent Blanc sie trainiert, ging es doch steil bergauf. Und dann werfen sie das alles innerhalb weniger Tage weg. Einzig Franck Ribéry (und ich schreibe das nicht, weil ich Bayern-Fan bin, sondern, weil das ein Blinder gesehen hat) reibt sich auf dem Platz auf und will, will, will das Spiel gewinnen. – Was ich im Vorfeld der EM für Lahm befürchtet habe (Leader ohne Team), ist Ribéry widerfahren. Schade. Und eigentlich doch ein stückweit enttäuschend.

England wird floppen. Neuer Trainer, Stress im Vorfeld, keine Richtung zu erkennen. – Naja, das war DER Irrtum im Vorfeld. Für mich das eigentliche Überraschungseam der EM. Auf einmal klappt eine Abwehrorganisation. Auf einmal kann Rooney kompensiert werden. Auf einmal sind sie im Viertelfinale gegen Italien. Italien, die man immer auf der Rechnung haben sollte. Bin gespannt wie das ausgeht. Ich habe kein Vorgefühl, aber irgendwas tief in mir sagt mir, dass ich lieber England als Halbfinalgegner haben möchte.

Jaha! „Wir“, also die Jungs der deutschen Nationalmannschaft, müssen erstmal noch ein Halbfinale spielen!

Was bleibt? Die Chancen auf den Titel steigen, das EM-Fieber hat mich doch noch gepackt. Löw weiß einfach was er tut. Spanien nervt und in diesem Jahr wären sie fällig. (Egal wer.) Egal wie – am liebsten indem man ihnen ihr Spiel einfach kaputttritt. Einfach so. Und sie schlagen. Egal wie – am liebsten mit „hässlichem“ Kampffußball. Aber mit schöner Artistik wäre auch okay. 😉

Stolz

15. Juni 2012

Fußball kann so schön sein, so stolz, so aufrichtig. Was es bedeuten kann mit Herz und Seele an einer Mannschaft zu hängen und für sie einzustehen auch wenn alles, aber auch alles gegen sie läuft, zeigten gestern die irischen Fans beim Stand von 0:4 gegen Spanien. DAS sind die Fans, die Fußball in Stadien bereichern. THANK YOU IRELAND!

Das Lied heißt übrigens „The Fields of Athenry„. Wer es nicht kennt sollte das schleunigst ändern.

Zwei Artikel zu dem bisher ergreifendsten Moment der Europameisterschaft in der FAZ und der 11 Freunde.

Über jeden Zweifel erhaben

14. Juni 2012

In der Saison 2008/09 erzielte er für den VfB Stuttgart 24 Tore. 17 davon allein in der Rückrunde. Er spielte mit geflügelten Schuhen. Nur Edin Dzeko (26 Tore) und Grafite (28 Tore) vom Meister VfL Wolfsburg trafen häufiger. Sein Wechsel zum deutschen Rekordmeister wurde der Königstransfer der Bundesliga-Geschichte. 35 Millionen Euro wurden von München nach Stuttgart überwiesen. Der Erwartungsdruck für die kommende Saison war gigantisch. Nicht nur für ihn, sondern auch für den anderen Neuen. Den Trainer: Louis van Gaal. Aber alles cool. Er hat ja den z. Zt. besten deutschen Stürmer in seinen Reihen, oder etwa nicht? „Er ist nicht mein Transfer.“ Na, schönen Dank auch. Wer lehnt denn bitteschön ein 35-Mio.-Euro-Geschenk ab? Einen jungen, talentierten Stürmer, der in 121 Ligaspielen 63 Tore schießt. Ein Mann, der seine eigene Meinung für unumstößlich hält. „Er ist nicht mein Transfer. Das ist alles.“ Die Quittung hat er bekommen, der Tulpengeneral.

Die Saison 2009/10 läuft schlecht für den Stürmer. Sein Verein holt das Double und erreicht das Champions League-Finale. Bester Torschütze des Kaders: ein Mittelfeldspieler, ein Holländer noch dazu. In der Nationalmannschaft: 3 Tore in 10 Spielen. Er ist zweite oder dritte Wahl, gilt als Chancentod, hat keine Jokerqualitäten.

Die Saison 2010/11 startet ähnlich beschissen. Der Erfolgstrainer hat ohne ihn Erfolg. Van Gaal hat kein Vertrauen in seinen dritten Stürmer, den er meist nur 15 Minuten spielen lässt und dann nicht trifft. Doch die anderen sind nicht besser. Die dominanten Bayern der Vorsaison sind nach sechs Spieltagen zwölfter der Bundesliga. Wie konnte das passieren? Was stimmt in diesem Team nicht? Wo sind die Alternativen?

16.10.2010 – 8. Spieltag der Bundesliga – 15:30 – Allianz Arena – FC Bayern München gg. Hannover 96: ER steht in der Startelf, spielt 90 Minuten durch, erzielt drei Tore. Endstand 3:0. Eine Gala, wie sie die Fans noch ein paar Mal erleben sollen. Die Wiedergeburt des Mario Gomez. Sein Trainer wird gefragt, ob Gomez in der nächsten Woche wieder von Beginn an spielen dürfe. Die lapidare Antwort: „Einen Stürmer, der dreimal trifft, wechsle ich nicht.“ Die letzte richtige Entscheidung des Feierbiestes. Der FC Bayern schleppt sich in die CL-Quali. Gomez wird Torschützenkönig mit 28 Treffern in 32 Spielen. Sechs Tore mehr als der zweitbeste Bundesligastürmer Cissé vom SC Freiburg.

Insgesamt erzielt Mario Gomez in der Saison 2010/11 39 Tore in 45 Pflichtspielen. Darunter sind fünf Hattricks in der Bundesliga. Nur Gert Müller (wer sonst?) schaffte mit sechs Dreierpacks in einer Saison mehr! In der CL wird er zusammen mit Samuel Eto’o zweitbester Torschütze (8 Spiele/8 Tore). Die Quoten für die vergangene Saison 2011/12 sind ähnlich. Ich erspare euch jetzt die Details. Nur zwei Sachen:

  1. Am 13.03.2012 erzielt Gomez im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen den FC Basel vier Tore in einem Spiel. Dies gelingt ihm als erster deutscher Spieler überhaupt. (Endstand 7:0)
  2. In den Jahren 2011 und 2012 erzielte Gomez in 13 Länderspielen 11 Tore. Soviel wie kein anderer Nationalspieler.

06.09.2012 – EM-Auftakt für die Deutsche Nationalmannschaft. 72. Spielminute. Es läuft beschissen. Der vor Leichtigkeit strotzende Angriffsfußball, der die Deutschen in der Welt beliebt gemacht hat, blieb in der Kabine. Was ist hier los? Kein Tempo, kein Spielwitz, keine Kombinationen, unnötige Ballverluste. Da flankt Sami Khedira eine Flanke, die so dämlich abgefälscht wird, dass sie eigentlich unbrauchbar werden müsste. Aber Gomez kommt irgendwie dran und köpft den Ball in die Maschen. Wie er das gemacht hat? Keine Ahnung. Auf jeden Fall mit Klasse. – Deutschland gewinnt das Spiel, dass sie durchaus auch hätten verlieren können (und zwar nicht mal unberechtigt!) mit 1:0. Der Mittelstürmer hat seine Pflicht getan, eine Pleite vermieden und… wird gescholten. Von Fußballgott Mehmet Scholl und anderen.

Geht’s noch?

Gestern dann die Antwort. Deutschland spielt im zweiten Gruppenspiel der Gruppe B gegen die Niederlande. DIE Niederlande. Erzrivale auf dem Feld seit Fußball auf das kontinentale Festland getragen wurde. Nach 38. Minuten steht es 2:0 für Deutschland. Doppelpack Mario Gomez. Beide Tore technisch höchst anspruchsvoll. Über jeden Zweifel erhaben. Endstand 2:1. DANKE!!!

P.S.: Das Gegentor war nicht seine Schuld.

P.P.S.: Das Foto stammt von Steindy.


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