Archive for the ‘Film’ Category

Psst!

28. Februar 2017

#donotdisturb #davidbowie #peterhandke #reading

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Cave/Handke/Wenders

25. Januar 2017

Gestern erst hatte ich mit Freunden ein Gespräch u.a. darüber geführt, wie popkulturelle Mechanismen funktionieren und wie spannend es ist Verweise und Verlinkungen aufgezeigt zu bekommen und natürlich selbst zu entdecken oder herzustellen. So hatte ich z.B. mal über die Verbindung NIN-Nirvana qua David Bowie nachgedacht.

Heute die Entdeckung, dass ein unwahrscheinliches Film-Trio mit einer gemeinsamen Arbeit zurück ins Kino kommt. Genau 30 Jahre nachdem Regisseur Wim Wenders, nach einem Drehbuch von Peter Handke, Nick Cave in Der Himmel über Berlin auftreten lies…

… kommt mit Die schönen Tage von Aranjuez ein von Wim Wenders adaptiertes Handke-Stück in die Kinos. U.a. mit Nick Cave als Darsteller. Kollaborationen gibt’s, die gibt’s gar nicht. Oder man rechnet zumindest nicht damit. Umso erstaunter bin ich.

Fehlt eigentlich nur noch Bruno Ganz.

Eine absurde, verrückte, brutale Welt

4. April 2016

Nach dem Album Push The Sky Away (2013), dem Film 20.000 Day On Earth (2014) und dem Buch The Sick Bag Song (2015) endet vorerst eine der produktivsten Phasen im Schaffen von Nick Cave. Was mich während dieser Zeit besonders interessiert hat, war die Formenvielfalt (Musik, Film, Text) bei gleichzeitiger Kohärenz des Inhalts, die wiederum eine lose verknüpfte Erzählwelt bildet. In The Sick Bag Song schlägt sich dieser Prozess sowohl ihnhaltlich, als auch formal nieder. Komprimiert und ufert aus…

Ziemlich weit am Anfang von Iain Forsyths und Jane Pollards Film 20.000 Days on Earth sieht man Nick Cave am Schreibtisch sitzen. Das Klackern der Schreibmaschine stottert erst ein wenig, wird dann immer rhythmischer, bis schließlich Caves warme Stimme aus dem off einsetzt. „Ich erschaffe eine Welt. Eine Welt voller Monster, Helden, Guter und Böser. Es ist eine absurde, verrückte, brutale Welt, in der Menschen vor Wut rasen und Gott tatsächlich existiert.“ 2013 war das, als der Australier mit seiner Band The Bad Seeds gerade am Album Push the Sky away arbeitete, das noch im selben Jahr erschien. Im Januar 2014 feierte 20.000 Days on Earth Premiere. 2015 schließlich erschien mit The Sick Bag Song ein Buch, das den Abschluss einer der wohl kreativsten Phasen in Nick Caves Künstlerbiographie bildet. Nun erschien The Sick Bag Song mit dem Untertitel Das Spucktütenlied auf Deutsch.

Entstanden ist das Buch aus Notizen, die Cave auf der Nordamerika-Tournee der Bad Seeds im Sommer 2014 anfertigte. Aufgeschrieben auf den Kotzbeuteln der Airlines, mit denen die Band unterwegs war. Der Übersetzer Eike Schönfeld wählt die etwas salonfähigere Bezeichnung Spucktüten. Cave hielt darauf Beobachtungen und Erlebnisse des Touralltags, Gedichte, Songtexte, kleine Szenen, Träume und Telefonate fest. Alles nach Datum und jeweiligen Konzertort geordnet und sogar mit Datumsstempel versehen. Die beschrifteten Tüten sind als Faksimiles abgedruckt und bilden sozusagen den gestalterischen Höhepunkt des Buches.

Die ganze Besprechung auch fixpoetry.com

https://vimeo.com/122744455 [Der Trailer zum Buch. Lässt sich bei WordPress leider nicht einbetten.]

Im Licht der Visionen

21. Januar 2015

Es sind Fragen der Entspannung, Fragen der Versenkung und der Dunkelheit. Es sind Fragen der Anspannung, Fragen der Bewegung und des Lichts, die zustellen sind, wenn es um das Verhältnis von Lyrik und Film geht. In der Edition Poeticon des Verlagshauses J. Frank widmet sich Jan Völker Röhnert dieser komplexen, aber doch naheliegenden, weil historisch folgerichtigen Beziehung von sprachlichem und bewegtem Bild. Röhnert ist ausgewiesener Experte auf dem Gebiet, hat unter anderem mit einer Arbeit über Lyrik im Zeitalter der Kinematographie promoviert und eine vielbeachtete Anthologie mit Film- und Kinogedichten mitherausgegeben.

Warum Röhnert so viel am Thema liegt, erfährt man gleich zu Beginn seines Essays. Schuld, wenn man so will, sind seine Großväter. Der eine lernte als Schiffsmaschinist im Zweiten Weltkrieg für damalige Verhältnisse weit entfernte Teile der Erde kennen, war in Tanger, Marrakesch und Singapur. Die Fotos, die er dort aufnahm, erinnerten den Enkel an Standfotos aus der Wochenschau. Dass der Großvater in britischer Kriegsgefangenschaft zeitweise als Filmvorführer arbeitete, passt auch ins Bild. Der andere Großvater widmete sich nach dem Krieg dem Hobbyfilmen und führte die anfälligen Zelluloidstreifen der Familie vor. Dabei scheint es vor allem die fragile Technik dem Enkel angetan zu haben. „Keine Vorführung, bei der der schmale Streifen nicht einmal an der glutheißen Projektorbirne schmolz und sogleich geduldig am Schneidetisch mit einer hauchdünnen Feile präpariert und speziellem Leim geklebt werden musste.“

Die komplette Besprechung gibt es auf fixpoetry.com

1914 – William S. Burroughs – 1997

5. Februar 2014

Heute vor 100 Jahren wurde ein Mann geboren, der als einer der (im Wortsinne) verquersten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts in die Geschichte eingehen sollte: William S. Burroughs.

William S. Burroughs 1914 – 1997

Und wie das bei Typen wie Burroughs immer so ist, wird mehr über sie als über ihre Werke gesprochen und geschrieben. Zugegeben, bei Burroughs bietet sich das besonders an und dennoch ist er wohl einer der wenigstgelesenen Kultautoren überhaupt. Außer seinem „Hauptwerk“ Naked Lunch, sind seine Texte kaum auf Deutsch erhältlich, was hierzulande sicher dazu beiträgt, dass man sich Burroughs eher über seine Biografie nähert. Hier zusammengefasst:

Ich hab das auch nicht anders gemacht. Und selbst Naked Lunch erst gelesen, nachdem ich die großartige Cronenberg-Verfilmung gesehen hab. Die Bildwelt von Naked Lunch hat mich aber schon früh sehr tief geprägt, sodass die Verschmelzung von Traum, Rausch, Realität (was auch immer das heißen mag) und Metaphysik, sowie harte Schnitte, kurz auftauchende Figuren, die sogleich wieder verschwinden und ins Leere verlaufende Handlungsstränge noch immer meinem Ideal von Literatur und Film entspricht. Danke dafür und happy birthday.

Über William S. Burroughs erschien 2011/12 ein Dokumentarfilm, den ich sehr empfehlen kann. Hier der Trailer:

Einen schönen Text von Esra Canpalat über Burroughs gibt es hier zu lesen.

Ganz zum Schluss noch ein gimmick:

Annäherung an Thomas Brasch

29. August 2013

Georg Stefan Trollers Dokumentarfilm von 1977.

Nochmal Beschleunigung: SPEED – Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

18. Juli 2013

The Centrifuge Brain Project (2012) by Till Nowak

1. März 2013

Science!

Weitere Informationen zum Projekt: hier.

Weitere Arbeiten von Till Nowak: hier.

The Gloaming (2011) by Nobrain

22. Februar 2013

THE GLOAMING from Sabotage Studio on Vimeo.

My two Cents on „Django Unchained“ (inkl. Spoiler!)

31. Januar 2013

Sinngemäß hieß es im Onlineangebot der ZEIT „die Marke Tarantino ist endlich zur Masche verkommen“. Ich sage: Amen.

Eigentlich hätte es mir von vornherein verdächtig erscheinen müssen, wenn auch Mainstream-Kulturmedien (u.a. Kulturzeit) den neuen Film von Quentin Tarantino dermaßen abfeiern und dem Regisseur huldigen, als hätte es Kubrick, Scorsese und die anderen nie gegeben.

„Django Unchained“ ist ein guter Film, der einen begnadeten Christoph Waltz (alle Preise sind gerechtfertigt!) auf die einzig adäquate Weise in Szene setzt und darüber hinaus eine grandiose KKK-Parodie bietet. Vielleicht sogar die beste, die ich je gesehen hab.

Darüber hinaus ist Tarantinos neuer Film nicht viel mehr als „Inglorious Basterds“ im Wilden Westen. Oder „Kill Bill“… im Wilden Westen. Nein wirklich, ab einem bestimmten Punkt weiß man einfach das Dr. King Schulz (Christoph Waltz) sterben MUSS, und dass dann ein riesen Geballer losbricht und so weiter und so fort.

Das Blöde daran ist, dass man das von Tarantino kennt und erwartet. Das noch Blödere ist, dass er diese Erwartungen brav bedient.

Noch blöder ist nur, dass nach dem Tod von Dr. King Schulz keine interessante Figur mehr auf der Leinwand steht. Okay, außer Stephen (Samuel L. Jackson) – aber der muss dann auch sterben. Klar.

„Django Unchained“ ist Tarantinos Antwort auf die immer noch mangelhaft aufgearbeitete Sklavereivergangenheit der USA. So in etwa hat er es gesagt. Allerdings frage ich mich, ob eine solche Kulturkritik, die sie letztendlich sein will (MUSS?) nicht am Ziel vorbeigeht, wenn sie die Opfer als sadistische Rächer darstellt. Was ist damit wieder gut gemacht? Dann schon eher die Täter verhöhnen. „Ich kann mit dieser Maske nicht reiten! Ich kann einfach nichts sehen.“ „Es reicht, wenn die Pferde was sehen.“

Ich muss „Django Unchained“ so schnell jedenfalls nicht wieder sehen. Und wenn Tarantino wirklich einen Film über das Unrecht an den Indianern plant, muss ich den auch nicht sofort sehen, weil ich jetzt schon weiß wie er ausgehen wird. Der Indianer (Javier Bardem?) wird am Ende alle in ein verdammt blutiges Jenseits schicken. Vielleicht sogar mit einer Pressluftkanone.


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