Archive for März 2016

Wir sind zu eng

28. März 2016

miteinander verzahnt

ein Drücken

ein Schieben

ein Bluten

zu viel

im Horoskop steht

ich muss

„Steine aus dem Weg räumen“

Wunden schaffen

die weich

und fleischig

bald geschlossen vernarben

verhärten

Werbeanzeigen

Screenshot des Tages #451// Die schönen verbrannten Archive

22. März 2016

brennendes archiv

Danke Internet #3726

11. März 2016

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Quelle.

Mehr als Dunst

8. März 2016

Ich habe, ja jetzt erst, Leif Randts Schimmernder Dunst über CobyCounty gelesen. Natürlich zur Unzeit. Fünf Jahre nach Erscheinen ist ein Roman ja meist schon nicht mehr allzu präsent in den literarischen Gesprächen, aber auch noch nicht alt genug, um als „moderner Klassiker“ vom Feuilleton einer Relektüre unterzogen zu werden. Aber so kurz vor der Buchmesse in Leipzig las sich Randts Buch doch recht passend.

Dass mit Schimmernder Dunst über CobyCounty eine „neue Zeitrechnung“ in der deutschen Literatur beginnt, halte ich wie die meisten Superlative auf Buchumschlägen für übertrieben. Aber es ist schon auch was dran. Mit dem Roman ändert sich doch etwas. Zumindest für mich. (Apropos Zeitrechnung. Ich lese seit Jahren jahrelang hinter den Verlagsprogrammen hinterher. Ich wüsste nicht, wie es ander gehen soll.)

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Nach Karl Wolfgang Flenders Greenwash Inc. und dem Klagenfurt-Text von Ronja von Rönne, dachte ich mir so, dass Popliteratur (was auch immer sie sei) vielleicht doch noch nicht ganz am Ende ist. Rönnes Text hat mich jetzt zwar nicht total umgehauen. Aber ich fand ihn alles in allem völlig in Ordnung. Flenders etwas zu glattgebügeltes Erzählen hat mich, gemessen an seinem wahnsinnig interessanten, kantigen Thema, leider nicht so sehr überzeugt.

Nach Schimmernder Dunst über CobyCounty denke ich nun aber, dass die Popliteratur hier einen Höhepunkt und gleichzeitigen (vorläufigen?) Abschluss erreicht hat. Dabei gibt es in dem Roman, wenn überhaupt, nur einen impliziten popliterarischen Gestus, weil Randt so unfassbar unaufgeregt erzählt, dass man niederknien möchte. Auf überspitzte, ironische Pointen verzichtet er völlig, webt vielmehr eine schwebende, leicht spöttische Distanz in den Text, die dem Plot so angemessen ist, wie es nur geht. „Ein fast epochaler Generationenroman“, steht noch hinten drauf. Diese Superlative immer. Diese dann doch sehr passenden Superlative.

Ausgraben, umschichten, neudichten – Daniel Falb über das Anthropozän und Anthropozändichtung

3. März 2016

„Homo sapiens, dessen Population seit 1800 von etwa 1 Milliarde auf über 7 Milliarden angewachsen ist, modifiziert heute mehr als die Hälfte der kontinentalen Erdoberfläche durch Agrikultur und Urbanisierung, bewegt jährlich mehr physische Materialien über die Erdoberfläche als alle non-anthropogenen Prozesse auf der Erde zusammen, macht mit seinen Nutz- und Haustieren über 97% der Biomasse aller terrestrischen Wirbeltiere und Vögel aus, produziert ein Klima, wie es auf der Erde seit dem Tertiär nicht mehr geherrscht hat und ist dabei, das sechste Massenaussterben von Arten in der Erdgeschichte herbeizuführen.“

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Mag sein, dass die meisten Menschen heutzutage wissen, wie stark sich ihr Einfluss oder zumindest der Einfluss ihrer Spezies auf das ökologische Gleichgewicht des Planeten auswirkt. Doch es ist zu bezweifeln, dass die Mehrzahl der Menschen schon einmal darüber nachgedacht hat, dass sie jetzt, in dieser Zeit, in der sie lebt, dazu beiträgt, Erdgeschichte zu schreiben.

Geht es nach dem niederländischen Meteorologen und Chemienobelpreisträger Paul J. Crutzen, tun wir aber genau das. Gemeinsam mit Eugene F. Stoermer veröffentlichte er im Jahr 2000 einen Essay, der in der Wissenschaftswelt für großes Aufsehen sorgte. Aufgrund der oben genannten Entwicklungen in der Menschheitsgeschichte kamen die beiden zu der Erkenntnis, dass die Erde sich nicht mehr im Holozän befindet, sondern in ein neues geologisches Zeitalter eingetreten ist: das Anthropozän.

Weiterlesen auf den Seiten der Signaturen.

Das Buch im Verlag.

Ideenskizze für eine Kurzgeschichte, die ich nicht schreiben werde

1. März 2016

Er fand erst spät in den Literaturbetrieb. Da war er 45 und beschloss, sich endlich nach draußen zu wagen, um die Autoren bei ihren Lesungen zu hören.

Wenn sich am Ende dieser Abende die Publikumsschlange bildete, deren Kopf der signierende Autor war, schlich er sich von der anderen Seite an den Tisch heran und trank rasch einen Schluck aus dem Autorenwasserglas.

So sorgte er mit der Zeit für einiges Aufsehen.


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