Archive for Oktober 2015

3 Gedichte in METAMORPHOSEN (Heft 11: Aussenrum)

26. Oktober 2015

Die Gedichte von Moritz Gause sind nur ein Grund die neue Ausgabe von Metamorphosen zu kaufen!

fliegen fangen

Mit Beiträgen u. a. von Tobias Amslinger, Hannes Bajohr, Tobias Roth, Moritz Gause, Tobias Grüterich, Kinga Tóth, Natalie Wise & Christian Wöllecke. Interviews, Rezensionen, Essays, Prosa und Lyrik.

VORSCHAU. DRUCKFRISCH. INHALT.

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Dieser Berg ist schwer zu rodeln

15. Oktober 2015

T.S. Eliots lyrisches Spätwerk „Four Quartets“ in neuer Übersetzung

Es gibt auf YouTube ein Video mit dem Titel A Reader’s Guide to T.S. Eliot’s „Four Quartets“. Dabei handelt es sich um den Mitschnitt einer Vorlesung, an deren Anfang der vortragende Professor Thomas Howard seinen Studenten einen gewissen Mut dafür attestiert, sich freiwillig mit dem Dichter zu beschäftigen. „Eliots poetry is heavy sledding“, gibt er zu. Sie ist vielschichtig und anspruchsvoll, metaphysisch und symbolisch auf- und manchmal überladen, um nicht zu sagen: schwer verständlich. (Wohl wissend, auf welch dünnes Eis man sich mit so einer Aussage begibt.) Daher ist es naheliegend, sich Hilfe zu holen bzw. Hilfestellung zu leisten, die Lyrik zu vermitteln.

Im Falle Eliots muss die Übersetzung zwingend als Form der Hilfe angesehen werden. Auch wenn man von sich glaubt, über recht ordentliche Englischkenntnisse zu verfügen. So zitiert besagter Prof. Howard in seiner Vorlesung aus den Quartetten „Describe the horoscope, haruspicate…“ unterbricht sich an dieser Stelle und versichert dem Auditorium aus Muttersprachlern „I give you a Dollar, if you know what that means!“ Unter den lachenden Studenten findet sich kein einziger. Haruspication, klärt Howard auf, bezeichnet die Weissagung der Zukunft aus dem Lesen in Tiereingeweiden. In der nun erschienenen Neuübersetzung von Norbert Hummelt ist diese Stelle mit „im Kaffeesatz lesen“ wiedergegeben. Nur eine der zahlreichen Freiheiten, die der Übersetzer sich herausnimmt, was jedoch als zwingend notwendig erscheint.

Weiterlesen auf der der Seiten von Signaturen!

Flucht

13. Oktober 2015

Zoë Beck

Ich gehöre zu denen, die es selbstverständlich finden, dass Flüchtlingen geholfen wird. Ich gehöre nicht zu denen, die das im Detail ständig öffentlich dokumentieren, wie sie helfen, oder dass sie helfen. Ich tu, was ich kann, ich habe jeden Tag den Eindruck, es ist zu wenig.

Eine Sache kann ich aber außerdem noch tun: Ein Freund, der im Moment noch anonym bleiben möchte, schickte mir einen Text, den ich als Antwort verwenden könne, wenn sich, wie gerade immer wieder geschieht, auf Facebook Menschen melden, die der Meinung sind, dass Flüchtlinge noch viel zu gut in unserem Land behandelt werden, dass erstmal die Sozialleistungen in Deutschland erhöht werden sollten, bevor man den Flüchtlingen etwas abgibt, dass die doch alle nur herkommen, um was vom Kuchen abzubekommen, dass es uns zu schlecht und denen zu gut geht.

Ich stelle diesen Text jetzt hier ein. Ich deute an, dass der Verfasser aus biografischen Gründen sehr genau…

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Das neue Quartett

4. Oktober 2015

Das „alte“ Literarische Quartett fand ich eigentlich immer ganz unterhaltsam. Auch wenn das ja eher etwas vor meiner Zeit war. Doch der ZDF Theaterkanal hatte die alten Folgen in den 00er Jahren wiederholt. Ja, ich mochte Reich-Ranicki und Karasek und gelegentlich interessiert es mich schon, was Iris Radisch u.a. gerade so gut finden. Vielleicht sollte man Literaturkritik generell (v.a. im Fernsehen) eher als Unterhaltung betrachten. Das Ganze nicht immer so ernst, so verbissen sehen. Oder vielleicht doch? Keine Ahnung.

Jedenfalls habe ich mich darüber gefreut, als die Neuauflage des Quartetts angekündigt wurde. Erwartungen hatte ich aber keine. Wirklich null. Nur eins hab ich erwartet… dass viele viele Menschen, v.a. „Literaturteilnehmer“ es definitiv schlecht finden würden. Und das auch gleich nach, ach was, während der Ausstrahlung mitteilen würden. So kam es auch. Siehe Facebook, Twitter etc.

Die Sendung liegt jetzt zwei Tage zurück. Ich hab sie ein bisschen sacken lassen und jetzt Lust zwei oder drei Gedanken dazu loszuwerden.

  • Das Konzept: Ich denke, es würde der Sendung besser anstehen, wenn das alte Konzept beibehalten würde. Somit würde Volker Weidermann die Bücher allein aussuchen und alle anderen würden sie aus der selben neutralen Haltung heraus bewerten. Wieviele Bücher das wären, ist natürlich von der Sendezeit abhängig. (Vier Bücher in 45 min. erscheint mir jedenfalls etwas zu rasant.) Dieses Vorgehen würde Weidermann, den viele Zuschauer als zu brav ansehen, als Autorität der Sendung vllt. etwas stärken. Zudem würde man so dem Hauptproblem der ersten Sendung entgehen: Jeder Teilnehmer bringt ein Buch mit, das er/sie toll findet (ähnlich dem Lieblingsbuch in der Schule) – und alle anderen nicht. (War nicht ganz so, aber… naja, wer es gesehen hat, weiß worauf ich hinaus will.) So kam wenig objektiver Diskurs auf, sondern eher persönliche Verteidigung des eigenen Geschmacks.
  • Zu mehr scheint Christine Westermann auch leider nicht fähig. Und dafür sage ich jetzt einmal (gemeint, sind aber tausendmal) SORRY!, denn ich mag sie aus/in „Zimmer frei!“ so sehr. Aber sie ist einfach keine Kritikerin, sondern die vom ZDF kalkulierte Identifikationsfigur für den „normalen Leser“, der sich von einer sehr ehrlichen Emotionalität leiten lässt, sich aber nicht für objektive/objektivierbare Werturteile hinsichtlich Stilistik etc. interessiert. (Das muss auch nicht sein!! Aber in so einer Runde scheint es angebracht.)
  • Und deshalb wird sie in jeder Sendung vom, ebenfalls kalkuliert eingebauten, Hater Maxim Biller niedergemacht werden, bis sie keinen Bock mehr darauf hat und die Sendung wieder verlässt. (Dafür nehme ich jetzt schon Wetten entgegen.) – Überhaupt Biller: Der ist unterhaltsam, wenn man ihn als das ansieht, was er im Quartett ist; eben der, der alles scheiße findet, was er nicht selbst in die Sendung getragen hat. Das ist völlig ok, aber als Masche so unfassbar durchsichtig, dass ich mich frage, warum es Biller nicht zu blöd ist, diese Rolle zu spielen. Sicher weil es ihm Spaß macht. Und das kann ich akzeptieren. (Was aber zur Folge hat, dass man einen Biller-Verriss (v.a. als betroffenener Autor) niemals wird ernstnehmen müssen/können.)
  • Volker Weidermann fand ich gut. Nicht super, nicht schlecht, einfach gut, wie er war. Merkwürdig nur, dass er Partei für das, von Chr. Westermann mitgebrachte Buch ergriff, aber ok. Zu Trojanov hat er klar und (für mich) nachvollziehbar Stellung bezogen. Jap… fand ich völlig ok so.
  • Juli Zeh als Gast fand ich top! Eigentlich einen Kandidatin zur dauerhaften Teilnahme, aber das wird sie sich nicht antun wollen. (Auch wegen Biller nicht, obwohl deren Dispute eben doch Spaß gemacht haben.)
  • Und diese Notizkarten verbieten!! Nicht, weil die Teilnehmer nicht spicken dürfen sollen. Sondern, weil sie sich immer damit vor’m Gesicht rumfuchteln, was einfach nervt.

Also alles in allem denke ich, dass ich mir das künftig gern ansehen werde. Es gibt immer an allem was rumzumeckern, aber das ist gut so. Mehr Sendezeit für vier Bücher wären schön.


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