Archive for September 2015

Lohnt es sich zu überleben?

25. September 2015

Die Faszination für (post-)apokalyptische Szenarien scheint für deutschsprachige Autoren ungebrochen zu sein. Vor allem, wenn sie in verschneiter Winterlandschaft spielen. Heinz Helles zweiter Roman Eigentlich müssten wir tanzen tut genau das, erinnert dabei aber wesentlich mehr an Cormac McCarthy als zum Beispiel an Roman Ehrlich.

Die Ausgangslage wirkt ebenfalls vertraut. Eine Fünfergruppe junger Männer verbringt ein gemeinsames Wochenende auf einer Berghütte. Es wird gesoffen, eine Schneebar gebaut, in gemeinsamen Erinnerungen gekramt. Zu sagen haben sich die fünf aber längst nicht mehr so viel wie früher. Sich diese Entfremdung einzugestehen fällt zumindest dem Ich-Erzähler nicht leicht. Als sie sich auf den Weg zurück ins Tal begeben wollen, sehen sie das Dorf unter ihnen brennen. Schnell wird ihnen klar, dass sie zu den letzten Überlebenden einer Welt gehören, die nicht mehr viel mit dem zu tun hat, was sie bis dahin kannten.

Bei fixpoetry.com gibt es den ganzen Text.

Nur eine Katzenwäsche

14. September 2015

Weder Tiere, Pflanzen noch Personen wurden bei der Herstellung dieses Buches wissentlich verletzt, steht im Impressum von Karl Wolfgang Flenders Debutroman. Unter dieser Erklärung, die nichts verspricht, außer moralischer Reinwaschung, prangt das FSC-Logo, Forest Stewardship Council. Gedruckt auf säurefreiem und chlorfrei gebleichtem Papier aus verantwortungsvollen Quellen. Dann bin ich beruhigt, auch wenn ich nicht weiß, was eine verantwortungsvolle Quelle ist. Eine schwammige Bezeichnung, wie Honig aus EG- und Nicht-EG-Ländern.

Wenn man Greenwash Inc. gelesen hat, guckt man schon mal etwas genauer hin und hinterfragt solche Versprechen. Aber nicht unbedingt hartnäckiger, als es in der E.ON-Werbung vorgemacht wird. Sagt mal Dumont, wenn ihr immer so viele Bücher druckt, wird es da in Zukunft überhaupt noch genug Bäume geben? Mag sein, dass das zynisch klingt. Sorry. Scheint so, als färbe Thomas Hessel, der Protagonist in Flenders Roman, ein wenig ab. Dabei wirkt er selbst ein wenig abgepaust, von Bret Easton Ellis etwa, von Frédéric Beigbeder und Christian Kracht sowieso. Dass bisher alle Rezensenten von Greenwash Inc. dieselben Vergleiche gezogen haben, spricht nicht unbedingt gegen sie. Denn diese Vergleiche drängen sich mehr als unterschwellig auf.

Weiter geht’s bei fixpoetry.com

Aktion Arschloch!

4. September 2015

Die Lage ist mittlerweile so prekär, dass jede Geste hilft. Also macht einfach mit.

http://www.aktion-arschloch.de/


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