Waiting for a guide to come

Ich lasse die alten, gelegentlich neu aufgeworfenen Fragen danach, ob Songtexte zur Lyrik gezählt und Songwriter als Dichter angesehen werden können, beiseite. Hunderte Male schon wurden sie richtig beantwortet mit einem entschiedenen „Nein, aber …“ oder einem „Ja, wenn …“. Im Falle des 1980 verstorbenen Ian Curtis und seiner Songs verhält es sich nicht anders. Die Texte des 1956 in Greater Manchester geborenen Musikers zählen nicht gerade zum Kanon moderner britischer Dichtung, gehören aber zweifelsfrei zu den einflussreichsten der Rockmusikgeschichte. Als Sänger der Post-Punk-Band Joy Division wurde er zu einer ihrer düstersten Ikonen. In seinem Legendenstatus ist er vergleichbar mit Jim Morrison, Janis Joplin oder Kurt Cobain.

Doch angesichts der hier Genannten verlief die bisherige Aufarbeitung und Vermarktung von Curtis‘ Leben und Werk geradezu gemäßigt. Bis heute gibt es mit Touching from a distance (1995) nur eine ernstzunehmende Biografie, die von Curtis‘ Witwe Deborah stammt. Auf ihr basiert Anton Corbijns vielfach ausgezeichneter Film Control (2007). Darüber hinaus gibt es einiges an dokumentarischem Filmmaterial, das jedoch meist die Entwicklung von Joy Division, dem Label Factory Records oder der britischen Undergroundszene der späten 1970er beleuchtet. Vor allem über Curtis‘ Schaffensprozess wird hier meist nur vage gesprochen, was die Mythenbildung natürlich anfachte. Die relative Verschwiegenheit von Deborah Curtis sowie der drei verbliebenen Joy Division-Mitglieder Peter Hook, Bernard Sumner und Steven Morris, die nach Curtis‘ Tod als New Order weltbekannt wurden, trug und trägt noch immer Einiges dazu bei.

Hier gibt es den kompletten Artikel.

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