Irmgard Keun: Schreiben im Exil (1947). Und das Leben in Ostende.

Sätze & Schätze

Der Kursaal in Ostende. Bildquelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:The_Kursaal,_Ostend,_Belgium,_ca._1895_%283063883757%29.jpg Der Kursaal in Ostende.
Bildquelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:The_Kursaal,_Ostend,_Belgium,_ca._1895_%283063883757%29.jpg

Im April 1935 fuhr ich nach Ostende. Ich verreiste nicht, ich wanderte aus, und ich war keineswegs sicher, dass ich noch einmal wiedersehen würde, was ich verließ. Gewiss, eines Tages würde es keine Nationalsozialisten mehr in Deutschland geben. Aber wie viele böse Jahre der Ewigkeit würden bis dahin vergehen?
Als der Zug über die Grenze gefahren war, da lag hinter mir ein Land und vor mir eine Welt. Und hinter mir lagen Elternhaus und Ehe, vertraute Sprache und vertrauter Boden. Je ferner das alles wurde, um so mehr konnte ich es lieben, während der erste Hauch der Fremde mich mit schwermütiger Freude erfüllte.
Ich fuhr zuerst nach Ostende. Ohne besonderen Grund. Irgendwohin musste ich ja fahren (…). Es war ein harter, glasheller Frühling in Ostende. Die großen Hotels am Dyk lagen noch im halben Winterschlaf, und das Kasino glich einer gefrorenen Zuckertorte, einem Gespenst…

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2 Antworten to “Irmgard Keun: Schreiben im Exil (1947). Und das Leben in Ostende.”

  1. saetzebirgit Says:

    Danke sehr! Freut mich – vielleicht ein kleiner Beitrag zur Keun-Renaissance.

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