The Pub Sessions

Und dann war dieser blöde St. Patrick’s Day und wir sind in so nen Pub gegangen von dem es tatsächlich einen gab in unserer Kleinstadt. Und ich hab mir da echt nichts bei gedacht, außer einen Abend zu verbringen mit Murphy’s und Murphys, wenn ihr versteht. Naja, und so isses ja zuerst auch gewesen. Wir also da rein und ich zeige an der Theke auf den Zapfhahn, hebe vier Finger in die Luft und sage Murphy’s, zeige auf die verstaubte Stereoanlage und sage Murphys. Und immer nachlegen, grins. Und so wurde das dann auch gemacht und es war wirklich nichts dabei an dem Abend. Wir saßen da und soffen dieses schweineteure irische Bier und und hörten Musik und alles war klasse. Dass das hier eskalieren könnte, auf den Gedanken kam ich zuerst als ich plötzlich so einen komischen Hut aufgesetzt bekam, an dem so eine rote Kinngardine angebracht war. Versteht ihr? Es war Patrick’s Day und da wird man in den Pubs halt gekrönt, wenn man zu den Abnehmern des Abends gehört. Jedenfalls guck ich mich so um, und sehe wie unser Drummer und der Gitarrist auch so ein Ding auf der Rübe haben und übelst rumspacken, da dachte ich mir, drauf geschissen, mach ich mich halt auch zum Obst. Aber ich blieb an der Theke sitzen bei Murphy’s und Murphys nonstop.

2015-17-2--13-26-39

Gerissen hat es dann unser Drummer, der den kurzen Rest des Abends mit diesem blöden Hut rumstolzierte und ständig von seinem verloren Holzbein sang. Ich wusste natürlich was der wollte, aber die anderen Gäste waren irgendwann nicht mehr so tolerant. Vor allem der Typ nicht, der mit seiner Erika in der Ecke saß und nen ruhigen machen wollte, während unser Drummer ständig vor deren Tisch rumtanzte und einmal wohl auch ein Glas abgeräumt hat, aber das hab ich nicht wirklich mitbekommen. Jedenfalls war die Lage eigentlich ganz entspannt, bis dieses schnittige, drängelnde Akkordeon einsetzte und mit kurzer Tonfolge den Takt vorgab. Alter, dachte ich, nicht dieses Lied. Nicht jetzt. Das geht garantiert nach hinten los. Und wie ich das dachte und Al Barr losbrüllte „I’m a sailor Peg and I lost my leg…“ hör ich das Geschreie vom Tisch mit der Erika und dreh mich um und da hatte unser Drummer dem Typen schon eine verpasst und ihn niedergestreckt. Leck mich, wie hat er das nur wieder hingekriegt? Ich meine, den Kerl hätten ihr sehen sollen. Das war ein ziemlicher Schrank und jetzt hing er in der Seilen und seine Püppi kreischte neben ihm und irgendwie war mir sofort klar, dass das jetzt mein Bier war, obwohl ich noch ein frisch gezapftes vor mir stehen hatte. Wirklich, ich hatte erst zweimal genippt.

Jedenfalls war von unserem Gitarristen keine Spur und ich ging zum Tisch rüber und bevor ich unseren Drummer zusammenscheißen konnte, kommt der Typ wieder zu sich und verpasst mir ohne zu verziehen einen Hieb unters linke Ohr und irgendwas in meinem Kopf knackt oder ploppt und ich seh natürlich nichts mehr außer das klebrige Parkett in meinem Gesicht.

Was ich von dem Abend sonst noch weiß, also bevor ich mit dem Kopfverband aufwachte, unter dem mein angeknackster Kiefer pochte, war dass unser Gitarrist auf der Straße vor dem Pub lag. Wie erschlagen, ohne scheiß, lag der auf dem Rücken mitten auf der Fahrbahn, den linken Arm von sich gestreckt und in der Rechten so eine Plastetröte aus der er krampfhaft versuchte einen Ton herauszublasen. Liebe Freunde, das hat mich so geschickt, und ich wusste nicht mehr wo oben und unten war.

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