Archive for Oktober 2014

Kritische Ausgabe #27

29. Oktober 2014

Die neue Kritische Ausgabe zum Thema „Arbeit“ ist da. Darin enthalten ist auch meine Kurzgeschichte Miasma.

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Der schwarze Faden – Heiner Müllers gesammelte Gedichte

26. Oktober 2014

„Ich glaube, mein stärkster Impuls ist der, Dinge bis auf ihr Skelett zu reduzieren, ihr Fleisch und ihre Oberfläche herunterzureißen.“ Dieses bekannte Zitat von Heiner Müller stammt aus einem Interview von 1982.Obwohl er damit vor allem das Stückeschreiben und hier speziell die Hamletmaschine meinte, scheint dieser Impuls vor allem in einem kurzen Gedicht verdeutlicht, das Müller nur ein Jahr zuvor geschrieben hatte.

ZAHNFÄULE IN PARIS

Etwas frißt an mir

Ich rauche zu viel
Ich trinke zu viel

Ich sterbe zu langsam

Gerade einmal fünf Zeilen brauchte Müller, um sich selbst die Oberfläche herunterzureißen, seine gesundheitlichen Problem auf ihr Skelett zu reduzieren. Auslöser für dieses so unscheinbare Gedicht war eine simple Karies, die dem Dichter jedoch einmal mehr seine Sterblichkeit vor Augen führte. Das Ergebnis dieser Reflexion ist ein Selbstportrait, das in seinem Minimalismus so präzise und ehrlich ist, wie man nur sein kann. Heiner Müller, Whisky, Brille und Zigarre, führt ein selbstzerstörerisches Leben, dessen er sich bewusst war und das wiederum hat Stil. Nach außen ist Müller vielleicht der coolste Autor seiner Zeit, nach innen ist er so verletzlich wie die meisten. Vielleicht sogar noch verletzlicher, zumindest scheint er sich selbst zu fragen, wie sein Körper so lange durchhalten kann.

Die vollständige Besprechung gibt es auf fixpoetry.com

25.10. – Jena – IN GUTER NACHBARSCHAFT / Nr. 3

20. Oktober 2014

Lars Reyer liest aus seinem schönen Gedichtband Magische Maschinen. Danach offenes Mikro für alle anderen. Ich bin in dem Falle ein anderer und lese Gedichte vor. Ich empfehle euch aber auch dringend wegen Lars Reyer zu kommen!

Wann: 25.10.2014, 20:00 Uhr

Wo: Kunsthof Jena (Ballhausgasse 3)

Kostet: 3,- Euro

Alle weiteren Infos hier!

Vaters Ritual – Zu einem Gedicht von Lars Reyer

Der Gentleman unter den Rockstars

9. Oktober 2014

Am 21. September feierte Leonard Cohen seinen 80. Geburtstag und kein Feuilleton versäumte es, ihm ausgiebig und teilweise überschwänglich zu gratulieren. Cohen selbst beschenkte sich und seine Fans zu diesem Jubiläum mit seinem 13. Studioalbum Popular Problems. Hierzulande hielten es einige seiner Musikerkollegen überdies für eine gute Idee, dem Kanadier mit deutschsprachigen Coverversionen seiner größten Hits ihren Tribut zu erweisen. Poem – Leonard Cohen in deutscher Sprache heißt der Sampler, den der Gewürdigte hoffentlich niemals zu hören bekommt.

Angemessenere und weitaus weniger peinliche Würdigungen finden sich hingegen in den aktuellen Programmen einiger Verlage. Thomas Kraft nähert sich in einem im Maro Verlag erschienenen Essay mit dem schlichten Titel Cohen der Biografie, vor allem aber dem Menschen Leonard Cohen an. Die Verlage Knesebeck und Schirmer/Mosel feiern den Dichter und Musiker indessen mit großformatigen Bildbiografien, die sich deutlich voneinander unterscheiden.

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Allan R. Leishmann / Montreal Star / Library and Archives Canada / courtesy Schirmer/Mosel München

Die vollständige Besprechung gibt es auf fixpoetry.com.

7.10. Wordpol Auswärtsspiel im Café Tunichtgut mit Golz, Wenzel, Osterland

2. Oktober 2014

Am Dienstag, 7.10. lese u.a. ich in Leipzig Lyrik und Prosa vor. Seid dabei! 🙂

Text auf Leinwand

1. Oktober 2014

Kürzlich veröffentlichte Markus Hallinger eine Rede über die armen Dichter im Poetenladen und ich muss zugeben, dass ich zuerst dachte: bitte nicht schon wieder so ein Klagelied. Dann aber hab ich den Text zwei-, dreimal gelesen und er brachte mich auf eine Idee, die auch nicht gerade neu ist, aber schön.

Hallinger vergleicht den ökonomischen Status der Dichter mit denen der Maler, was mich dazu brachte beide Künste einmal mehr zusammen zu denken. So werde ich immer dann besonders hellhörig, wenn ich erfahre, dass bestimmten Bildern Gedichte (oder andere literarische Texte) zugrunde liegen und umgekehrt. Sehr interessant (und von den Geisteswissenschaften bisher nicht umfassend erforscht) finde ich in diesem Zusammenhang künstlerische Doppelbegabungen, also malende Dichter und dichtende Maler. Allen voran Paul Klee, weniger Hermann Hesse.

In der gegenwärtigen Lyrik scheint ein Zusammenfinden beider Künste viel zu selten zu geschehen. Natürlich gibt es immer wieder Gedichte, die unmittelbar auf Kunstwerke verweisen (z.B. in Martin Piekars „Bastard Echo“) und einigen Gedichtbänden werden Illustrationen beigegeben, die sich mal mehr und mal weniger mit den Texten in Verbindung bringen lassen. Besonders schön finde ich es aber, wenn es der Text auf die Leinwand schafft und Teil einer Malerei wird. Leider kommt das nicht allzu häufig vor. Schöne Beispiele wie „painted poetry“ aussehen könnte zeigt aber diese Seite: Numéro Cinq.

Und da bin ich wieder bei Hallingers Text. Wie wäre es, wenn Dichter stärker mit Bildkünstlern zusammenarbeiten würden, um ihre Texte so mit einem anderen Medium an den Mann zu bringen? Etwa so wie man Kindern Medizin unter’s Müsli mischt. Dadurch würden die Texte natürlich eine andere Rezeptionssituation bekommen, aber meiner Ansicht nach eher eine positive. Zumal es ohnehin mehr Durchmischung der Künste geben sollte.

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Dass die Zusammenführung von Kunst und Lyrik aber auch schon ganz gegenwärtig funktioniert, beweisen die Poetryletter auf fixpoetry.com. Die lassen sich zwar vervielfältigen, aber auch wie künstlerische Statussymbole an die Wand hängen.


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