Archive for April 2014

Gothic fiction

16. April 2014

All das führte zur Nacht

als mein Wagen vorm Haus

der Millers liegen blieb

und Grant Wood lachte

 

Als der Farmer mit seinem Gesicht

seiner Heugabel mich einsammelte

einbrachte für seine Tochter

wurde ich blass

 

war seit diesem Tag

nicht mehr

gesehen

 

(Grant Wood – American Gothic, Öl auf Spanplatte, 76 cm × 63,3 cm, Art Institute of Chicago)

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I lock you 4 ever

11. April 2014

Schon vor einiger Zeit sprayte jemand auf der Kölner Hohenzollernbrücke, die u.a. für ihre hohe Dichte an Liebesschlössern bekannt ist, den schönen Satz: „Was ist das für eine Gesellschaft, in der das Symbol für Liebe ein Vorhängeschloss ist?“ Neulich fiel mir dieser Satz wieder ein, als ich im Leipziger Palmengarten über eine liebesschlossbehangene Brücke fuhr. Daraufhin hab ich dann das gemacht:

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„I LOCK U“ – Vorhängeschloss auf Papier (Laserdruck), 21 x 29cm, 2014

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Die Icon-Version (Webdings) für spreadshirt o.ä.: „I LOCK U 2“ – Papier (Laserdruck), 21 x 29 cm, 2014

Es mag ja sein, dass es schon im Alten Testament den Ausspruch gibt, dass man die Liebe „besiegelt“. Ich halte den Liebesschlosstrend jedoch für reaktionär. Er symbolisiert und illustriert ein Besitzdenken, das auf einen geliebten Menschen projiziert doch sehr bedenklich ist. Zudem erkenne ich Anzeichen eines modernen Voodoozaubers, wenn Paare versuchen mit einem Schloss die ewige Liebe quasi festzuhalten. Das Schloss ist eingerastet, der Schlüssel versenkt(!), jetzt kann uns nix mehr passieren. Gerade mit dem Wegwerfen des Schlüssels geben die weggeschlossenen Paare aber die Souveränität über ihre symbolische Liebe auf! Ein wirklich merkwürdiger Brauch, von dem scheinbar niemand so wirklich weiß woher er eigentlich kommt.

Nun, mich erinnert das ganze auch irgendwie an das Volkslied „Zu Grünwald im Isertal„, genauer an diese Strophe:

Ging ein Ritter mal auf Reisen,
Legt‘ er seine Frau in Eisen,
Doch der Knappe Friederich,
Der hatte einen Diederich.
Ja, so warn’s, ja so warn’s,
ja, so warn’s die alten Rittersleut‘.
Ja, so warn’s, ja so warn’s,
die alten Rittersleut‘.

Und eigentlich erinnert mich das Wegschließen eines (auf welche Weise auch immer) geliebten Menschen auch hieran Smilies:

Rammstein – Wiener Blut von kaladj

Lesung im Helheim

6. April 2014

Maja Maria Becker, Katherin Bryla, Lukas Lehfuß und ich lesen sehr bald im Helheim! Schaut doch mal rein.

„die Wilden gibt es nicht, aber das Wilde“

4. April 2014

Nochmal zur parasitenpresse. Schon zur Buchmesse 2013, der Leipziger, stammte eine meiner Lieblingsentdeckungen aus dem Kölner Kleinverlag, nämlich Dominik Dombrowskis Finissage, die ich im poetenladen kurz besprochen habe.

Auf der diesjährigen Messe habe ich dann diese Entdeckung gemacht: Georg Leß‘ Schlachtgewicht. Ganz großartige Gedichte, die mit ihrer abseitigen Ästhetik versuchen das Wilde, die Wildnis mal in unsere Zimmer zu holen, mal aus uns heraus in die Natur zu entlassen. Unbedingte Leseempfehlung!

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Neben „Der Fuchs am Südkreuz“ ist vor allem „Holzhütte im Wald“ einer meiner Favoriten des Bandes. Vom Autor gelesen in diesem Video:

Hier nochmal gelesen von Tom Bresemann aus dem Berliner Literaturhaus Lettrétage.

Außerdem: Georg Leß bei fixpoetry.com.

EDIT: The Daily Frown über Georg Leß.

Crowdfunding: Jetzt unterstützen!

2. April 2014

Wer mich kennt, weiß, dass ich ein gewisses Faible für Insekten habe. Das ist aber nicht der Hauptgrund, warum mir der Kölner Kleinstverlag parasitenpresse so sympathisch ist. Unter den kleinen braunen Heften habe ich in den letzten Jahren so manche Entdeckung gemacht, die mich nachhaltig beeindruckt. Gedichte von Jan Kuhlbrodt, Dominik Dombrowski oder Daniel Ketteler. Aber auch Wolfram Lotz‘ großartige Liste „Fusseln“. Derzeit sucht die parasitenpresse nach Unterstützung für die Druckkosten der nächsten vier Bände ihrer Lyrikreihe. Wenn ihr also ein literararisches Herzblutprojekt, einen echten Indie-Geheimtipp unterstützen wollt, dann tut das bitte via startnext. Es ist für eine gute Sache!

parasitenpresse

Unsere Crowdfunding-Kampagne bei Startnextist jetzt in die Finanzierungsphase gewechselt. Das heißt: Ab sofort kann für unsere Taschenbuchreihe Die nummernlosen Bücher gespendet werden. Unterstützen Sie uns und ermöglichen Sie die Veröffentlichung junger Lyrik mit einem  kleinen oder großen Betrag! Wie Sie wissen, bekommen wir die ganze Summe nur dann, wenn der Betrag von 2000,- € zusammenkommt, sonst geht alles wieder zurück an die Spender. Auf Sie warten kleinere und größere Dankesgaben. Aber auch eine anonyme Spende ist möglich. Alle weiteren Infos gibt es auf Startnext!

 

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