Archive for Januar 2014

// Grant Wood (1891-1942)

26. Januar 2014

Für mich eines der gruseligsten Bilder überhaupt.

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Re:Wind

20. Januar 2014

Bereits im Oktober 2o13 durfte ich ein Gedicht von Kathrin Bach (die hier herbes aus der provence bloggt) remixen. Und weil mir das großen Spaß gemacht hat, habe ich gleich zwei Mixe angefertigt. Aber hier erstmal das Original:


ein RÜCKENWIND

kräftig wie zehn deiner hände

drückt sich in mein hohlkreuz

drückt feinglieder in mich hinein

tiere stecken nun in mir fest

sitzen zwischen vorder-

und hinterhaut stechen

von innen nach außen tropfen

dass ich zu einem raum werde

mit wänden einem flur


Mein erster Mix, der erstaunlich gut in mein Konvolut „Vom Verschwinden“ passt:


Rückenwind (northcoast-Mix)


nicht zehn deiner Hände könnten
diese Verwitterung stoppen


mein Hohlkreuz ist der Beweis
es rieselt von der Haut


was der Wind nicht fortträgt
fressen die Tiere


Der zweite Mix war zunächst nicht ganz ernst gemeint, gefällt mir aber von Mal zu Mal besser:


Rückenwind (puppy-Mix)


mein Körper ein Heim

für Tiere der Eingang ist

mein Hohlkreuz es braucht

zehn deiner Hände zu zähmen

was zwischen Vorder- und Hinterhaut tobt

was sticht und beißt

und kratzt an den Wänden

und pisst in den Flur

Törleß

15. Januar 2014

V.1

Endlich stand Törleß auf und entfernte sich mit dem Rücken zur Tür wankend vom Wohnzimmertisch des Professors, an dem dieser noch immer saß, ohne Absicht seinen spontanen Vortrag über den Glauben an imaginäre Zahlen und die Denknotwendigkeiten des menschlichen Geistes zu beenden. Törleß‘ Gesicht war zur Maske geworden, aus der zwei Augen auf das Kant-Büchlein stachen, das wie ein drohendes Ungeziefer auf der Tischkante lauerte.

V.2

Endlich stand Törleß auf und entfernte sich mit dem Rücken zur Tür schreitend vom Wohnzimmertisch des Professors. Dieser ließ keine Absicht erkennen seinen spontanen Vortrag über den Glauben an imaginäre Zahlen und die Denknotwendigkeiten des menschlichen Geistes zu beenden. Törleß‘ Gesicht war zur Maske geworden, aus der zwei Augen auf das Kant-Büchlein stachen, das wie ein drohendes Ungeziefer auf der Tischkante hockte.

V.3

Endlich stand Törleß auf und entfernte sich mit dem Rücken zur Tür tastend vom Wohnzimmertisch des Professors. Dieser ließ keine Absicht erkennen seinen spontanen Vortrag über den Glauben an imaginäre Zahlen und die Denknotwendigkeiten des menschlichen Geistes zu beenden. Aus Törleß‘ maskenhaftem Gesicht stachen zwei Augen auf das Kant-Büchlein, das wie ein lauerndes Ungeziefer auf der Tischkante hockte.

Rilke

9. Januar 2014

Ich glaube, ich müßte anfangen, etwas zu arbeiten, jetzt, da ich sehen lerne. Ich bin achtundzwanzig, und es ist so gut wie nichts geschehen. Wiederholen wir: ich habe eine Studie über Carpaccio geschrieben, die schlecht ist, ein Drama, das ›Ehe‹ heißt und etwas Falsches mit zweideutigen Mitteln beweisen will, und Verse. Ach, aber mit Versen ist so wenig getan, wenn man sie früh schreibt.

Rainer Maria Rilke – Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge (1910)


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