Demokratie verteidigen

Nein, ich war nicht so naiv zu glauben, dass wir nicht überwacht werden. Deswegen muss ich diesen Umstand aber noch lange nicht hinnehmen. Schon gar nicht, wenn die weltweite Überwachung der Geheimdienste (nicht nur durch die NSA) solche Ausmaße annimmt, wie im Zuge der Enthüllungen Edward Snowdens bekannt wurde.

Nein, ich will nicht in einer Welt leben, die mich von Tag zu Tag mehr an 1984 erinnert. Für mich war dieser Text schon immer mehr als ein Roman. Dass die Mehrzahl der Menschen noch immer glaubt, sie könne nichts gegen die Unterwanderung demokratischer Strukturen durch totalitäre Methoden tun, macht mich krank. Dass die Mehrzahl der Menschen noch immer nicht verstanden hat, dass es um mehr geht als das Mitlesen von E-Mails, macht mich krank. Dass die Mehrzahl der Menschen noch immer nicht verstanden hat, dass es um unsere Grundrechte, um unsere Freiheit geht, macht mich krank.

Ja, ich habe etwas zu verbergen! Keine Baupläne für Bomben. Keine Strategien für Sabotageakte. Keine Gedanken an Terroranschläge. Meine Geheimnisse helfen mir dabei eine individuelle Identität zu bilden. Der Mensch, dem das Recht auf eine Intimzone für Gedanken, Gefühle und Meinungen genommen wird, ist nichts weiter als eine seelenlose Batterie für den Fortbestand eines menschenverachtenden Systems.

560 Schriftsteller aus 81 Ländern haben einen Aufruf formuliert, der auch an uns Bürger gerichtet ist. Verteidigt das Grundrecht auf eure Privatsphäre!

EDIT: Hier kann man sich dem Aufruf anschließen.

Advertisements

Schlagwörter: , , , , , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: