Archive for Dezember 2013

1942 ‚Time Capsule‘ Apartment Discovered In Paris

31. Dezember 2013

passt auch irgendwie zur schreibmaschine und dem jahreswechsel.

BELLO

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This real-estate story sounds almost like a fairy tale or the beginning of a big Hollywood production.

Back in 2010 a Parisian apartment on the Right Bank, near the Opéra Garnier, left unoccupied since 1942 was discovered.

It was owned by Madame de Floriana socialite and an actress – who fled to the South of France during the second world war, leaving everything behind. She never came back to Paris but kept on paying her rent until the day she died when she was 91.

It’s only after she died that someone – a Commissaire Priseur – Auctioneer – re-enter her apartment for the first time in over 70 years.

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„There was a smell of old dust,“ said Olivier Choppin-Janvry who made the discovery. Walking under high wooden ceilings, past an old wood stove and stone sink in the kitchen, he spotted a stuffed ostrich and a Mickey…

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Das Jahr der Schreibmaschine

31. Dezember 2013

die heimlichen helden aller maschinen.

The Daily Frown

TheFaulknerPortable

Eine der schönsten Volten des NSA-Abhörskandals 2013 war wohl die Nachricht, dass der russische Geheimdienst seinen Bestand an Schreibmaschinen wieder aufrüstet.

Eine entsprechende Bestellanforderung bescherte etwa dem nordrhein-westfälischen Hersteller Olympia ungeahnte neue Auftragsvolumen. Die Botschaft ist klar: Wenn es um heikle Dokumente geht, ist digital eben nicht besser, ein Papierdokument in einem Safe kann nicht so einfach gehackt werden – schöne Grüße an PRISM, TEMPORA und XKeyscore!

Es gehört vielleicht auch zu den Unwägbarkeiten des Jahres 2013, dass diese Nachricht fast zeitgleich mit einer Kolumne in der New York Times erschien, in der Schauspieler Tom Hanks seine Liebe zu den Schreibmaschinen verkündet:

Try this experiment: on your laptop, type out the opening line of “Moby Dick” and it sounds like callmeishmael. Now do the same on a 1950s Olympia (need one? I’ve got a couple) and behold: CALL! ME! ISHMAEL! Use your iPad to make a to-do list…

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[Interview] Wovon lebst du eigentlich…?

29. Dezember 2013

Gerade in der Weihnachtszeit, wenn man Eltern, Verwandte und alte Freunde wiedersieht und die gefürchtete Frage kommt…

stefan mesch

ab hier kultur 2013 wordpress

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Zwei Kulturjournalisten. Zwei Kontinente. Die gleichen Niedriglöhne und Existenzängste:

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Die Redaktion von „Kultur 2013“, dem Alumni-Magazin der Universität Hildesheim und ihrer kulturwissenschaftlichen Studiengänge, bat mich im Herbst 2013, einen Text zum Thema „Geld oder Liebe“ zu schreiben: Herzens-Projekte versus Auftrags-Arbeiten, schnöde Jobs versus Schreib- und Lebensziele, Pragmatismus versus Ideale. Der Text – ein langes Gespräch mit Kulturjournalist / Freelancer / Lieblingsmensch Max Mosher – erschien im Dezember 2013 (Link).
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Stefan Mesch (30) studierte in Hildesheim und schreibt heute für ZEIT Online und den Berliner Tagesspiegel. Er wohnt bei seiner Mutter auf dem Land und arbeitet an seinem ersten Roman, “Zimmer voller Freunde”. Max Mosher (28) liefert einem Stadt- und Kulturportal in Toronto seit Herbst 2012 wöchentlich drei lange Artikel über Mode und Kultur. Um Miete und Krankenversicherung zu finanzieren, jobbt er vier Tage pro Woche als Barista. Beide hadern mit prekären Perspektiven…

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Panikmache

16. Dezember 2013

Der Schriftsteller und Publizist Michael Buselmeier sieht in dem von Juli Zeh und Ilija Trojanow initiierten „Aufruf zur Verteidigung der Demokratie“ nichts weiter als Panikmache. Das äußerte er in einem Kommentar auf poetenladen.de. Daran ärgert mich weniger der Umstand, dass Buselmeier den Protest als „Wichtigtuerei“ abwinkt, sondern die „Argumente“ mit denen er das tut.

Der Tenor seines Textes lautet schlicht: Ach, das wurde doch schon immer so gemacht. Leider erinnert mich dieser Habitus sehr an die Ureinwohner meines Heimatdorfes, denen man auch nur schwer begreiflich machen kann, dass die Welt sich weiterdreht. Natürlich überwachen Geheimdienste schon immer. Es ist ja ihr Job. Aber ist es deswegen in Ordnung jeden Menschen unter Generalverdacht zu stellen und flächendeckend alles und jeden auszuspähen? Und da wir das nun schon mal wissen, können/dürfen/sollen wir uns nicht dagegen wehren? Warum nicht? Weil es schon immer so war? Würde die Menschheit so denken, wären wir wahrscheinlich immer noch in der Steinzeit.

Wie ein Blinder von der Farbe scheint der bekennende Auto- und Handyverweigerer Buselmeier auch zu reden, wenn er sagt: „Viele derjenigen, die sich nun öffent­lich so aufblasen und breit moralisieren, als überwache Big Brother jeden ihrer Schritte, bewegen sich doch schon seit Jahren auf den Plattformen des Inter­net und geben dabei freiwillig persön­liche Daten preis.“ (Hervorhebung Buselmeier)

Klingt für mich so als meine Buselmeier: Selbst schuld, wenn ihr euch nicht, wie ich, der Moderne verweigert. Für entscheidend halte ich aber das Wort „freiwillig“, das mehr als ein Wötchen ist und genau den Unterschied macht! Den Unterschied nämlich, ob ich Facebook freiwillig etwas wissen lasse oder meine privaten E-Mails ohne mein Wissen gescannt werden. Dazu Buselmeier: „Jeder kann meine E-Mails lesen, es ist nichts Relevantes, die Demokratie Gefährdendes dabei.“ Dass hier jemand von sich auf Milliarden von E-Mail-Nutzern weltweit schließt, finde ich stark. Als meine er damit: Wenn ich nichts zu verbergen hab, was kann da schon in euren Mails stehen? Dass unterschiedliche E-Mail-Nutzer auch unterschiedliche Nutzungsverhalten an den Tag legen scheint Buselmeier zu vergessen. Und damit meine ich sicher keine Terroristen, sondern Menschen die für ihre Privatkorrespondenz unter Generalverdacht gestellt werden. Das ist doch das Demokratie Gefährdende!

Besonders irritierend finde ich jedoch den Satz: „In meinen linksradikalen Jahren wurde ich vom bundesdeutschen Ver­fassungs­schutz abgehört und konnte mich darüber nicht beklagen.“ Also entweder habe ich ein anderes Verständnis von Rebellion oder der Begriff muss sich in den letzten Jahrzehnten gewandelt haben, aber welcher „Linksradikale“ findet es denn in Ordnung (auch noch wissentlich) vom Verfassungsschutz abgehört zu werden? Oder will mir Buselmeier damit einfach nur sagen: Ich war auch mal dagegen, aber das gibt sich, is‘ doch alles nicht so schlimm.

Wenn das alles ist, was vom Geist der 68er geblieben ist, wundert es mich nicht, dass die Abduck- und Aussitzpolitik von Angie Merkel so beliebt in Deutschland ist.

Luc Schuiten

13. Dezember 2013

Vor kurzem habe ich bei arte eine Sendung mit dem Titel „Geheimnisvolle Pflanzen“ gesehen. Darin ging es darum, wie der Mensch sich gewisse Prinzipen der Natur zunutze machen kann. Ihr wisst schon, Lotuseffekt und so. Was für mich allerdings neu und überaus beeindruckend war, sind die Ideen und Visionen des belgischen Architekten Luc Schuiten. Schuiten arbeitet an Gebäuden und urbanen Konzepten, die weit über das Prinzip „Stadtbegrünung“ hinaus gehen. Vielmehr versucht er aus natürlichen Rohstoffen Häuser und ganze Städte zu bauen, die einzelnen Pflanzen oder ganzen Ökosystemen nachempfunden sind. Die große Vision heißt: Vegetal City.

Der Clou dieses Bauens lieg für mich vor allem darin, dass die verwendeten Materialen nach Fertigstellung der Gebäube weiterwachsen und somit über die Jahre eine höhere Stabilität garantieren (bspw. wenn eine Lianenkonstruktion ein Dach trägt o.ä.). Damit würde man die Lösung eines bautechnischen Kernproblems erreichen, nämlich das Ende der stetigen Instandhaltung der Gebäube um sie vor dem Verfall zu schützen.

Interssant finde ich auch, dass Schuiten seine Visionen nicht aus dem luftleeren Raum schöpft und allein neue Modellstädte plant. Am Beispiel von „Lyon 2100“ führt Schuiten vor, wie bereits in der Gegenwart die Umwandlung bestehender Städte in Vegetal Cities erfolgen könnte, ohne dass die Städte dabei ihre Struktur verlieren würden. (Das Video und sein Prinzip versteht man auch, wenn man kein französisch spricht.)

Expo Lyon de 2010 à 2100 – Luc Schuiten & Graphical-ARCH from Alexandre Gouby on Vimeo.

Demokratie verteidigen

10. Dezember 2013

Nein, ich war nicht so naiv zu glauben, dass wir nicht überwacht werden. Deswegen muss ich diesen Umstand aber noch lange nicht hinnehmen. Schon gar nicht, wenn die weltweite Überwachung der Geheimdienste (nicht nur durch die NSA) solche Ausmaße annimmt, wie im Zuge der Enthüllungen Edward Snowdens bekannt wurde.

Nein, ich will nicht in einer Welt leben, die mich von Tag zu Tag mehr an 1984 erinnert. Für mich war dieser Text schon immer mehr als ein Roman. Dass die Mehrzahl der Menschen noch immer glaubt, sie könne nichts gegen die Unterwanderung demokratischer Strukturen durch totalitäre Methoden tun, macht mich krank. Dass die Mehrzahl der Menschen noch immer nicht verstanden hat, dass es um mehr geht als das Mitlesen von E-Mails, macht mich krank. Dass die Mehrzahl der Menschen noch immer nicht verstanden hat, dass es um unsere Grundrechte, um unsere Freiheit geht, macht mich krank.

Ja, ich habe etwas zu verbergen! Keine Baupläne für Bomben. Keine Strategien für Sabotageakte. Keine Gedanken an Terroranschläge. Meine Geheimnisse helfen mir dabei eine individuelle Identität zu bilden. Der Mensch, dem das Recht auf eine Intimzone für Gedanken, Gefühle und Meinungen genommen wird, ist nichts weiter als eine seelenlose Batterie für den Fortbestand eines menschenverachtenden Systems.

560 Schriftsteller aus 81 Ländern haben einen Aufruf formuliert, der auch an uns Bürger gerichtet ist. Verteidigt das Grundrecht auf eure Privatsphäre!

EDIT: Hier kann man sich dem Aufruf anschließen.

Normal

6. Dezember 2013

„[…] Schon Gomringer betonte, es sei wichtig zu wissen, Domenecks „wunderbare“ Gedichte seien „wie die Männer, die er liebe: lang und schlaksig“. Die Runde lobte die „Anmut, Grazie und Lässigkeit“ der Gedichte genauso wie ihre Übertragungen ins Deutsche. Doch sie blieb nicht frei von streitbaren Aussagen. Harald Hartung formulierte den von ihm selbst so bezeichneten altmodisch-reaktionären Standpunkt, ein „normaler heterosexueller Mann“ finde hier „nicht so viel Nahrung“. […]“

DAS LYRISCHE QUARTETT VOM 20.11.2013

Ok, mag ja sein, dass Harald Hartung nix mit den Gedichten von Ricardo Domeneck anfangen kann. Kein Problem. Dass er selbst einsieht, dass seine Begründung dafür „altmodisch-reaktionär“ ist, auch okay. Und trotzdem verspüre ich als „normaler heterosexueller Mann“ jetzt doch den Drang das schwulste Gedicht aller Zeiten zu schreiben.

Ricardo Domeneck im Verlagshaus J. Frank | Berlin


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