Fremdbestimmung ohne Unterdrücker

Jedesmal handeln wir zugleich „freiwillig“ und gegen unseren „eigentlichen“ Willen. Wenn ein solcher Zustand andauert, werden wir früher oder später (individuell wie kollektiv) „vergessen“, was unsere „eigentlichen“ Ziele und Absichten waren – und doch bleibt ein vages Gefühl der Fremdbestimmung ohne Unterdrücker.

(Hartmut Rosa – Beschleunigung und Entfremdung: Entwurf einer Kritischen Theorie spätmoderner Zeitlichkeit. Suhrkamp: Berlin, 2013.)

Rezension auf fixpoetry.com

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4 Antworten to “Fremdbestimmung ohne Unterdrücker”

  1. Jan Kuhlbrodt Says:

    genau hier setzt foucault ein, wenn er fragt, ob diesem prozess ein freies subjekt vorangeht, oder es nicht gerade produkt dieser machtkonstellation ist, unter der es leidet.
    Ordnung des Diskurses
    Ach wäre mein Regal aufgeräumt, würde ich dir schnell eine Passage zitieren.

  2. Jan Kuhlbrodt Says:

    vielleicht das aus SEXUALITÄT UND WAHRHEIT 1

    „Alles in allem geht es darum, den Fall einer Gesellschaft zu prüfen, die seit mehr al einem Jahrhundert lautstark ihre Heuchelei geißelt, redelig von ihrem eigenen Schweigen spricht, und leidenschaftlich und detailliert beschreibt, was sie nicht sagt, die genau die Mächte denunziert, die sie ausübt, und sich von den Gesetzen zu befreien verspricht, denen sie ihr Funktionieren
    verdankt.“

    Michel Foucault
    Der Wille zum Wissen (Sexualität und Wahrheit 1)
    Frankfurt am Main 1983
    S. 18

    • Clarknova Says:

      es ist doch wirklich merkwürdig, dass die menschen ihre misere zwar erkennen, jedoch nichts dagegen tun bzw. aufgrund ihrer selbstgeschaffenen strukturen nicht mehr in der lage zu sein scheinen etwas zu ändern. rosa leitet diese form der entfremdung von der sozialen beschleunigung her, die genauso dem gesetz vom ewigen wachstum geschuldet ist.
      haben wir eine maschine in gang gesetzt, die wir nicht mehr stoppen können? oder wollen wir nicht mehr fundamental umdenken?

      • Jan Kuhlbrodt Says:

        die frage ist, ob unser denken in der lage ist, sich zu bewegen, ob wir umdenken können und vor allem in welchem verhältnis denken und handeln steht. da sich alle kritik bislang letztlich als intergrierbar erwies, ist es scheinbar fraglich, ob die kritik zu dem führt, was sie behauptet, anzustreben. mit „spätmodernen“ positionen kommt man dem wahrscheinlich nicht bei. mittlerweile bin ich sehr skeptisch, wenn mir was einleuchtet.

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