Archive for Januar 2013

My two Cents on „Django Unchained“ (inkl. Spoiler!)

31. Januar 2013

Sinngemäß hieß es im Onlineangebot der ZEIT „die Marke Tarantino ist endlich zur Masche verkommen“. Ich sage: Amen.

Eigentlich hätte es mir von vornherein verdächtig erscheinen müssen, wenn auch Mainstream-Kulturmedien (u.a. Kulturzeit) den neuen Film von Quentin Tarantino dermaßen abfeiern und dem Regisseur huldigen, als hätte es Kubrick, Scorsese und die anderen nie gegeben.

„Django Unchained“ ist ein guter Film, der einen begnadeten Christoph Waltz (alle Preise sind gerechtfertigt!) auf die einzig adäquate Weise in Szene setzt und darüber hinaus eine grandiose KKK-Parodie bietet. Vielleicht sogar die beste, die ich je gesehen hab.

Darüber hinaus ist Tarantinos neuer Film nicht viel mehr als „Inglorious Basterds“ im Wilden Westen. Oder „Kill Bill“… im Wilden Westen. Nein wirklich, ab einem bestimmten Punkt weiß man einfach das Dr. King Schulz (Christoph Waltz) sterben MUSS, und dass dann ein riesen Geballer losbricht und so weiter und so fort.

Das Blöde daran ist, dass man das von Tarantino kennt und erwartet. Das noch Blödere ist, dass er diese Erwartungen brav bedient.

Noch blöder ist nur, dass nach dem Tod von Dr. King Schulz keine interessante Figur mehr auf der Leinwand steht. Okay, außer Stephen (Samuel L. Jackson) – aber der muss dann auch sterben. Klar.

„Django Unchained“ ist Tarantinos Antwort auf die immer noch mangelhaft aufgearbeitete Sklavereivergangenheit der USA. So in etwa hat er es gesagt. Allerdings frage ich mich, ob eine solche Kulturkritik, die sie letztendlich sein will (MUSS?) nicht am Ziel vorbeigeht, wenn sie die Opfer als sadistische Rächer darstellt. Was ist damit wieder gut gemacht? Dann schon eher die Täter verhöhnen. „Ich kann mit dieser Maske nicht reiten! Ich kann einfach nichts sehen.“ „Es reicht, wenn die Pferde was sehen.“

Ich muss „Django Unchained“ so schnell jedenfalls nicht wieder sehen. Und wenn Tarantino wirklich einen Film über das Unrecht an den Indianern plant, muss ich den auch nicht sofort sehen, weil ich jetzt schon weiß wie er ausgehen wird. Der Indianer (Javier Bardem?) wird am Ende alle in ein verdammt blutiges Jenseits schicken. Vielleicht sogar mit einer Pressluftkanone.

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Hilary Mantel und das Diabolische

28. Januar 2013

Hilary Mantel spricht mit Denis Schek (Druckfrisch) über ihre Begegnung mit dem Teufel. Dabei komme ich nicht umhin gewisse diabolische Züge an Mantel selbst festzustellen. Ich kann nicht genau sagen was es ist, aber das Gesicht dieser Frau hat etwas faszinierend Unheimliches. Doch woran liegt das? Vielleicht an ihrem, für eine Frau ungewöhnlich hohen Haaransatz. Vielleicht an ihrer spitzen, in den Raum stechenden Nase und dem gleichzeitig nicht vorhandenen Kinn. Vielleicht an ihren markanten Zähnen und den blaufesselnden Augen.

Damit man mich richtig versteht. Ich meine das ganz und gar nicht despektierlich! Ich sehe Hilary Mantel an und höre ihr genau zu, wie sie über spirituelle Themen spricht. Ihr Gesicht lässt mich nicht los, hat etwas Hypnotisches und ich habe augenblicklich den Eindruck: Diese Frau weiß genau wovon sie redet. Fast wie ein Medium. Dann stelle ich mir vor, sie wirft ihre große, blaue Tunika ab und sofort löst sich ihr Körper in Luft auf und ihr Kopf schwebt allein im Raum. Überlegen lacht sie ein Greifvogellachen und lässt einen verdutzten Denis Scheck zurück.

Ich habe bisher kein Buch von Hilary Mantel gelesen. Seit gestern weiß ich, dass sie gut recherchierte Historienromane u.a. über Thomas Cromwell schreibt, in denen es düster und verschwörerisch zugeht. Rein phänotypisch kann ich mir kaum eine bessere Autorin dafür vorstellen.

Clarknova u.a. auf der Bühne

15. Januar 2013

Lesung_22_1

„Zwischen Rand und Band“ – Die Lesereihe des FSR Germanistik (Uni Leipzig)

am Dienstag, 22.1.2013

um 19 Uhr

im Kulturcafé Plan B (Härtelstr. 21, Leipzig)

Zwei wunderbare Menschen (und ich!) lesen vor. Eine Band wird spielen oder ein Chor singen. Der Eintritt ist frei.

109 Lieblingslieder – Teil 45

15. Januar 2013

101. Damien Rice – 9 Crimes
102. Reinhard Mey – Es gibt keine Maikäfer mehr

Ja, wie zur Hölle sind die denn in dieses Liste gekommen? Das ist das Internetzeitalter: man klickt im Affekt was an und es verfolgt einen ein Leben lag. Naja, keine schlechten Songs, aber auch keine Lieblingslieder.

109 Lieblingslieder – Teil 44

10. Januar 2013

Kirlian Camera

99. Absentee (Alamo Mix)
100. News

Das ehemals bedeutende Electroprojekt Kirlian Camera aus Parma (Italien) ist heute eigentlich nichts mehr wert. Mag sein, dass das am Yoko Ono-Faktor Elena Fossi liegt. Der Sound, der einstigen Avantgardespeerspitze im elektronischen Underground ist heute jedenfalls von gleichförmigem Pop geprägt, der dem Trend eher nachläuft als ihm vorauszueilen. Schade.

Der Name der Band stammt übrigens von der Kirlian-Kamera, mit der man elekrtrische Felder, wie etwa die „Aura“ eines Lebenwesens, sichtbar machen kann.

109 Lieblingslieder – Teil 43

7. Januar 2013

97. Seeed – Dickes B
98. Wai Pi Wai – Clouds over Berlin

Ich habe ja nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich die Hauptstadt nicht sonderlich mag. So wohlfühlmäßig. Daran wird sich wohl auch in diesem Jahr nichts ändern. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass es viele schöne Songs über die Stadt gibt. Hier sind zwei bzw. eins von beiden:

Greyhound

4. Januar 2013

Hey Mr Hibbing bringt mich zu Alice

bei ihr will ich mein Glück versuchen

 

und wenn es nicht klappt

lass den Motor ruhig laufen

 

dann fahren wir nach Texas

und starten von vorn

 

es war immer mein Traum

mit dem Fahrtwind zu heulen

 

und die Käffer des Landes

nur vom Bus aus zu sehen

 

komm wir rennen um die Wette

bis der Muskel uns reißt

 

sind am Ende Legende

über Berge verstreut

© Clarknova

109 Lieblingslieder – Teil 42

1. Januar 2013

96. Joy Division – Disorder

Planlos ins neue Jahr mit einem der besten Sounds, die je produziert wurden.

Ich wünsche euch allen für 2013 alles Gute!


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