Archive for Juli 2012

XO

27. Juli 2012

Heute kam Post. Nicht zum ersten Mal. Aber es war das erste Mal, dass der Postbote ein ganzes Paket die Treppen hoch schleppen (Reim) musste, obwohl ich nur ein Buch bestellte. Aber es ist eben nicht nur ein Buch. Und auch nicht nur ein Buch. Es handelt sich um Francis Neniks Roman „XO“. Erschienen in diesem Jahr im neuen Kleinst-Independent-Verlag ed. cetera zu *fanfare* Leipzig.

Worum es in dem Roman geht, weiß ich noch nicht genau. Ein (kann man das jetzt noch) Klappentext (nennen), der auf der Schachtel (Schachtel? Ja dazu gleich mehr.) abgedruckt ist, vermittelt eine ungefähre Ahnung.

Der Roman hat stolze 853 Seiten, die als lose Blätter mit einer schicken roten Banderole umwickelt in einem Karton daherkommen. Sinn der Sache ist es, die Kapitel in selbst gewählter Reihenfolge lesen zu können. Das ganze ist echt ein schönes Experiment, dass man auch online lesen kann (so creative commons-mäßig), was aber keiner macht, weil alle die gedruckte Version kaufen und damit den Verlag unterstützen! Ne?

Ach ja, und Picasa hab ich heute auch entdeckt.

http://www.ed-cetera.de/

http://www.the-quandary-novelists.com/

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109 Lieblingslieder – Teil 36

18. Juli 2012

85. Coph Nia – To Fix The Shadow

In Sachen Ritual-Occult-Dark-Ambient sind Coph Nia für mich das unangefochtene Flaggschiff des Genres. Nicht so träge wie Deutsch Nepal, nicht so protzig wie In Slaugther Natives, nicht so „unzugänglich“ wie Brighter Death Now. Die Atmosphäre stimmt in jedem Stück und rückt in ihrer authentischen Aleister Crowley-Haftigkeit näher an eine… „Höllenatmo“ als jede Panda-Metal-Band.

Leider gibt es den Song in keinem der einschlägigen Videoportal. Aber auf dem myspace-Profil (ja! das gibt es tatsächlich noch!) von Coph Nia findet man den Song in voller Länge. Viel Spaß.

Meet Us in the Dark

17. Juli 2012

16. Juli 2012

Frage an meine Blog-Leser: „Wie haltet ihr es mit der Lyrik?“

Lyrikzeitung & Poetry News

Oberflächlich betrachtet geht es der Poesie gar nicht so schlecht. Die kleinen Lyrikverlage – kookbooks in Berlin, der Wiesbadener Lux Verlag, der Poetenladen in Leipzig – vermehren sich wie Hasenkolonien.

mehr in der Art in einem offenbar unter die Oberfläche blickenden Text von Joachim Sartorius im Tagesspiegel, wie gleich darauf:

Aber bei näherem Hinsehen fällt auf, dass die Poesie in ihrem eigenen Saft kocht. Es gibt keine Zuwächse in der Leserschaft. Die großen Literaturpreise, insbesondere der Deutsche Buchpreis in Frankfurt und die Leipziger Preise grenzen die Poesie aus. Damit ist einfach kein Absatz zu machen. Befragen wir die literarischen Verlage, Suhrkamp oder Hanser, so erfahren wir deprimierende Zahlen. Ein Literaturnobelpreisträger wie der karibische Dichter Derek Walcott kommt nie über 2000 verkaufte Exemplare hinaus; der bedeutendste lebende nordamerikanische Lyriker, John Ashbery, hat auch über viele Jahre hin bei uns nie mehr als 800, maximal 900 Exemplare verkauft.

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11. Juli 2012

Pantherpinte

Sehr gerne, liebe MitleserInnen,  würde ich euch an dieser Stelle mit ästhetischen Halbnackten beglücken, was aber wegen des Jubiläums noch nachgeholt werden soll, aber leider muss ich zuerst den Weisungen eines meiner Alter Egos Folge leisten. Jenes Ego heißt Steffen und hat einen Brief erhalten.
Die saftige Antwort hat, schätze ich, Unterhaltungswert und das Tippen hat Therapiewert. Und keine Sorge, die reale Verwandte bekommt nur eine abgemilderte Version. Sie heißt auch nicht Hedwig.

Liebe Oma Hedwig,

vielen Dank für die Postkarte vom Balaton, das Geld und die Visitenkarte der Personalvermittlerin. Schön, dass du dich beim Kururlaub erholt hast, gleichwohl 14 Stunden Busfahrt sicher unangenehm sind und du lieber geflogen wärst.
Solcherlei Probleme haben wir, wie du dir denken kannst, nicht. Zudem scheinst du zu denken, dass wir todunglücklich sein müssen, da wir keiner bürgerlichen Vollzeit-Erwerbstätigkeit nachgehen.
Ich darf dir allerdings sagen, dass unsere wirtschaftliche Situation durchaus ausreichend ist und wir…

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109 Lieblingslieder – Teil 35

7. Juli 2012

84. Corvus Corax – Mille anni passi sunt

Wenn ich so daran zurückdenke, wann ich auf meinem ersten Subway to Sally-Konzert war (1999) und was das in meiner aufblühenden Jugend für einen Rattenschwanz an Mittelalterbegeisterung und Mittelaltermusik hören und so weiter und so weiter nach sich gezogen hat… Und jetzt? Naja, es gibt so Klassiker der eigenen musikalischen Biografie, die bleiben eben. Und manchmal, ganz manchmal, hole ich noch die alten CDs raus und dann denke ich mir: „Mein Gott, 1000 Jahre sind vorbei.“

In dem Sinne vielleicht gleich noch eine Buchempfehlung hinterher?

109 Lieblingslieder – Teil 34

4. Juli 2012

83. Spiritual Front – I walk the (dead)line

Wenn ein talentierter Singer/Songwriter Nick Cave, Johnny Cash und Ennio Morricone zum Vorbild hat und die Musik dieser drei, ja… Fürsten verbindet, um sie mit einer eigenen Note anzureichern, dann kann es nur gut werden. Das erste richtige Album von Spiritual Front kam 2006 („Armagddeon Gigolo“) und war für mich eine Offenbarung. Endlich hatte Gothic wieder einen musikalischen Sinn. Das sahen viele mit mir so und die Erwartungen konnten gegenüber des zweiten Albums nicht hoch genug sein. 2010 dann „Roma Rotten Casino“ – fast schon ein Schuss in den Ofen. Pop ja, aber nicht so.

Clarkorakel: So wird das EM-Finale

1. Juli 2012

Für alle, die die nervliche Anspannung vor dem heutigen Endspiel der wahrschenlich sehenswertesten Europameisterschaft seit 1992 nicht mehr aushalten können, habe ich hier schonmal den wahrscheinlichsten Verlauf notiert.

Zwischen Anstoß und 5. Spielminute passiert nichts. Dann überraschender Lattenkracher von Balotelli. Danach passiert bis zur 88. Minute – nichts. Nach 90 Minuten steht es 0:0. Das Spiel wird abgepfiffen und Michel Platini erklärt Spanien mit abwinkender Geste zum Europameister. Die italienischen Spieler und Fans zetern wie die Rohrspatzen. Spanien geht in Jubel unter und der Rest der (Fußball-)Welt mit einem Schulterzucken ins Bett.

So wird’s kommen.


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