Das WGT – wie es nicht war (und sicher nie mehr sein wird)

In diesem Jahr hatte ich kein Ticket für’s WGT. Eigentlich eine Schande, wenn man der Szene lange Jahre angehört hat und jetzt in Leipzig wohnt. Aber naja, das line-up war einfach zu dünn – unter’m Strich. Aber davon lasse ich mir meinen Spaß nicht verderben und mache noch Tage danach in bester Waldorfschulenmanier eine Fantasiereise auf ein Festival, dass es so nie gab und sicher nie (mehr) geben wird.

Freitag (agra, bei überraschend gutem Sound!):

18 Summers – Felix Flaucher liest seine Texte ab, Frank Schwer verspielt sich dreimal. Naja, sie spielen nicht oft live, aber wenn dann wird’s alles in allem auch gut.

Goethes Erben – Oswald Henke und Mindy Kumbalek haben sich zusammengerauft und spielen das erste richtige Goethes Erben-Konzert seit Jahren – als Duo (max. zwei Gastmusiker erlaubt). Alle alten Stücke sind dabei. Oswald performt eindringlich. Es gibt ein neues Stück zu hören. Darf man da etwa auf ein neues Album hoffen?

Deine Lakaien – Ernst Horn und Alexander Veljanov sind das dritte Duo des Abends. Und eigentlich auch das beste. Es gibt Klangkunst der ersten Liga, die eigentlich ins Gewandhaus gehört. Überraschung zum Schluss: Veljanov singt „The Game“ – nur von Ernst Horn am Klavier begleitet.

Mitternachtsspezial: The Inchtabokatables – the reunion of the decade, folks! Ein Jahr früher als geplant? Es ist der Wahnsinn. Die agra platzt aus den Nähten. Alle wollen dabei sein. Ein riesen Fest mit Hits wie „Übertrieben“, „You chained me up“, „Wars only wars“ und und und ner Menge Gästen, die fast 11 Jahre gefleht und gebettelt haben. ASP ist da und Eric Fish und wie sie alle heißen…

Samstag (Volkspalast):

Sonne Hagal – spielen ihre Klampfe runter. Ordentlicher Neofolk für einen ruhigen Einstieg in den Tag.

Ordo Rosarius Equilibrio – reißen sich zusammen und spielen ein Set mit zahlreichen Gastmusikern. Sphärische Musik aus der Konserve hat noch nie funktioniert. Im Hintergrund – eine kleine Burlesque-Show. Fein.

Dernière Volonté & Der Blutharsch – In einem einmaligen Split-Konzert-Experiment teilen sich Albin Julius und Geoffroy Delacroix die Bühne um gemeinsam erarbeitete und gemixte Stücke zu präsentieren. Eine Stunde Spielzeit ist etwas kurz. Reicht aber.

Mitternachtsspezial (agra) Current 93 – Erleuchtung bis zum Heulkrampf.

Sonntag (Centraltheater):

Samsas Traum – Alex Kaschte lädt zur unplugged-Show. Allein mit Klampfe ist der sonst eher mittelmäßige live-Künstler eine echte Überraschung. Opener: Stromausfall im Herzspital. Ende: Tineoidea. Ich bin versöhnt.

Sieben – Matt Howden: ein Mann, eine Geige, eine Loopstation, eine Bühne. Mehr braucht es nicht um mir zum zweiten Mal innerhalb von 24 Stunden die Tränen in die Augen zu treiben.

H.I.M. – jaja, große Überraschung! Die Girlie-Finnen geben sie sich die Ehre und spielen ein unplugged-Konzert ausschließlich mit Songs der ersten drei Alben. Gut, dass ich schon seit Stunden im Theater bin. Auf der Straße davor geht nichts mehr.

Mitternachtsspezial (agra)  Einstürzende Neubauten: die keine Festival-Gigs machen. Aber es ist ja  m e i n e  Fantasiereise.

Montag:

Akku-Leer-Tag. Abhängen auf der Agra ist angesagt. Der alten Zeiten wegen sehe ich mir spät am Abend Subway to Sally und Corvus Corax an. Beides ordentlich.

Advertisements

Schlagwörter:

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: