Archive for Mai 2012

Only Dreaming (via What Is Memory?)

29. Mai 2012

Murmeltiertag.

20. Mai 2012

Sprachlosigkeit. Leere. Schmerz am Ende des Tunnels. Murmeltiertag.

Was gestern Abend passiert ist kann man als Fußballfan nur schwer in Worte fassen. Als Bayernfan gar nicht. Im Vorfeld dieses Champions-League-Finales wollte ich einiges über Fußball bloggen. Über mich und mein Fan-Dasein. Über meine Mannschaft: seit fast 20 Jahren der FC Bayern. Alles Schall und Rauch.

Vielleicht werde ich das alles in den nächsten Tagen in Angriff nehmen. Aufarbeiten. Das Finale gestern und die 20 Jahre davor. Schau mer mal.

Heute nur so viel: Ich weiß, dass ich für den folgenden Absatz 100€ pro Zeichen ins imaginäre Phrasenschwein des deutschen Fußballs zahlen müsste, ABER: Ein Spiel ist gewonnen, wenn man nach Beendigung der Partie durch den Schiedsrichter mindestens ein Tor mehr als der Gegner erzielt hat. So einfach ist das. So brutal. Der Spielverlauf interessiert dann nicht mehr. Die Philosophie vom „schönen Spiel“ ist Pappe! Ihren Predigern (u.a. Joachim Löw) gibt der „Erfolg“ recht. Aber Erfolg ist ein fragiles Gebäude.

Ich mache den Spielen keinen Vorwurf. Schweinsteiger nicht und Olic nicht und auch Arjen Robben nicht. Obwohl es für Robben an der Zeit ist mindestens so tief in sich zu gehen wie das Schweinsteiger und Lahm seit geraumer Zeit tun. Aber okay – er ist wie er ist. Morgen ist wieder ein Tag und bald wieder ein Spiel. Aber wahrscheinlich nie mehr so eins wie gestern. Es tut weh. Murmeltiertag.

Auch wenn’s heute noch schwer fällt: Mia san mia.

Anonymous bedroht Künstler

14. Mai 2012

Mit dem re-bloggen von Volker Strübings Abrechnung zu den Urheberrechtsansichten der Piratenpartei hatte ich sicher schon mal angedeutet, dass ich das Urheberrecht nicht für eine ausgemachte Höllenerfindung inkl. Freiheitsberaubung halte. Es gibt einige Gründe, wegen derer ich das Urheberrecht genauso wichtig und erhaltenswert finde wie dessen „Verwerter“. Der wichtigste Grund, auch das wurde von Strübing sehr richtig herausgestellt, ist, dass die Abschaffung der „Verwerter“-Instanz zwangsläufig dazu führen muss, dass Künstler zu Selbstvermarktern werden müssen, was ihrer künstlerischen Arbeit sicher nicht förderlich ist.

Dass die Ansichten zur Abschaffung oder Reformierung des Urheberrechts im Sinne der Piraten und anderer Netzaktivisten nicht nur realitätsfremd ist, sondern auch in hohem Maße gefährlich für Künstler und kulturelles Leben sein können, bewiesen jetzt Mitglieder von „Anonymous“. Die Gruppe scheint in ihrer (Nicht-)Organisation nicht nur wie ein Franchise-Terrornetzwerk aufgebaut zu sein, sondern sich allmählich auch Methoden zu bedienen, die mit der Wahrung der Rechtsordnung nicht mehr zu vereinen sind. Laut einen Bericht der Frankfurter Allgemeinen, haben Hacker von Anonymous nun Daten (Adressen, Telefon- und Faxnummern etc.) vieler Unterzeichner des Appells „Wir sind die Urheber!“ im Netz veröffentlicht. Damit sollen offensichtlich andere Künstler eingeschüchtert werden sich dem Appell anzuschließen. Anoynmous spricht laut FAZ sogar von Verfolgung und Abhörung einiger Unterzeichner.

Nun ist es wahrscheinlich so, dass diese Aktion nicht von 100% der sich zu Anonymous zugehörig Fühlenden gutgeheißen wird. Allerdings finde ich diese Entwicklung schon erschreckend, denn hier bedienen sich selbsternannte Freiheitsaktivisten Methoden, die man sonst v.a. aus totalitären Regimen kennt. Ich frage mich, wie Anonymus die Wahrung der (Kunst-)Freiheit definiert, wenn dazu Künstler bedroht, eingeschüchtert und verfolgt werden. Das lässt mich an dunkle Kapitel in der Geschichte (nicht nur Deutschlands!) denken.

Einige Anonymous-Mitglieder haben mit dieser Aktion nicht nur einen gefährlichen Schritt gemacht, sondern auch ihre eigene Verlogenheit und Doppelmoral unter Beweis gestellt. Denn Datensensibel ist man offensichtlich nur, wenn es um die eigenen Daten geht.

Your very existence

2. Mai 2012


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