Streber

Eines mal gleich vorweg: Ich liebe Klugscheißerei. Ich liebe auch eine gewisse Arroganz, wenn man sie sich leisten kann. Und wenn man etwas besser weiß als andere und sich die anderen nunmal als Brote zu erkennen gegeben haben, dann kann man es als Klugscheißer den Broten auch mal aufs Brot schmieren, dass sie Brote sind.

Wieso nur habe ich das (vor allem in meinem Germansitikstudium) so selten getan? Meine Fresse waren da Brote dabei. Menschen, bei denen ich mich bis heute Frage, wie sie das Abi geschaft haben. Menschen von denen ich fürchten muss, dass sie irgendwann mal meine Kinder in Literatur „unterrichten“ könnten. Oh Heimatland!

Da gibt es Mädels, die im Masterstudium nach jeder Seminarsitzung eine Zusammenfassung vom Dozenten haben wollen; damit sie wissen, was sie gleich wieder vergessen können. Da lesen Leute „Twilight“ im Seminar und machen sich über Schiller lustig. Germanistikstudenten!! Da gibt es Leute, die sagen: „Duchollski? Wo issen des Weldlidderadur? Des lääß’s ma am Strand und da is gud…“ Da gibt es Leute die lesen einen Aufsatz, tragen dann vor was da drin steht und nennen es Referat. Da gibt es Leute, die so stinkendfaul sind, dass sie nicht mal das machen und ein „Impulsreferat“ halten. D.h. sich 10 Minuten vor das Seminar stellen, halbgar rumlabern und es „Wissenschaft“ nennen. Und dann sind es diese Leute, die diejenigen, denen das Studium und die Literatur am Herzen liegen Streber nennen, weil sie sich für das, was sie studieren interessieren und ihre verdammte Pflicht erfüllen – und versuchen Wissenschaft zu betreiben.

Und es gibt die Ausnahmen. Die wenigen Perlen, die meinen Blutdruck senken.

All das ist jetzt vorbei. Heute habe ich meine letzte Hausarbeit beendet. Am 31.3.2012 endet die (trotz allem) bisher schönste Zeit meines Lebens – mein Studium.

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2 Antworten to “Streber”

  1. Clarknova Says:

    ja, da gibts schon noch mehr. 😉 aber so wie es bisher aussieht bleibe ich ja der uni noch ne weile treu.

  2. felixh Says:

    Dein Pflichtbewusstsein ist bewunderns- oder eher beneidenswert. Weniger unbedingt in der Intention als in der Verwirklichung. Als Anglist sehe ich mich selbst an die Rolle des Impulsreferenten erinnert, wobei ich glaube, in der Regel doch einigen Ernst in der Theorie aufgewendet zu haben. Die Referate waren aber einfach nicht besonders ausgereift, oder ich war blockiert. Ich bin übrigens über die Suche nach „Weldlidderadur“ hierhergekommen.

    Die Beschwerden über selbige habe ich jedoch schon in der Schule nicht nachvollzogen oder ernstgenommen.

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