Archive for November 2011

Bei der Geburt getrennt

30. November 2011

Aus der in diversen Fußballmedien bekannten und immer beliebter werdenden Rubrik „Bei der Geburt getrennt“, die Thomas Müller mit Peter Pan und Robin Dutt mit Apu Nahasapemapetilon vergleicht, präsentiere ich erstmals eine eigene Gegenüberstellung: Rafael van der Vaart und Ivan Klasnic.

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Über Spielertypen

27. November 2011

Wer ist mein Lieblingsfußballspieler aller Zeiten? Tja, da kann es eigentlich nur Einen geben: Zinedine Zidane. Warum er? Das lässt sich eigentlich ganz einfach begründen. Zizou war ein Typ, den es im Fußball merkwürdigerweise recht selten gibt. Er war ein hochkarätiger Individualist, der seine individuelle Stärke in den Dienst der Mannschaft gestellt hat. „Er dient dem Spiel“, habe ich zuletzt in der 11 Freunde gelesen – und das trifft den Nagel auf den Kopf. Welcher Spieler konnte bitteschön im Sprint springen, die Hacken nach hinten schlagen und so eine Flanke annehmen, den Ball zum Rasen führen und dann noch mit höchster Sicherheit von dannen dribbeln? Und das nicht, um dann von der Außenbahn nach Innen zu ziehen und aufs Tor zu hauen. Sondern um den Ball im richtigen Moment zu einem besser stehenden Mitspieler in den Strafraum zu stecken, der dann nur noch vollenden muss. Das ist Mannschaftssport!

Und er hat einen Erben: Franck Ribéry. Dann mögen jetzt Einige lachen, aber ich will versuchen das zu erklären. Ribery hat nicht die technische Brillianz und Filigranität eines Zidane. Aber er ist ein starker Techniker, der viel von Zidane gelernt hat. Man merkt, dass er sein Vorbild ist. Und dazu braucht man nicht mal ein analytisches Auge. Ribéry hat einwenig von seiner Torgefahr verloren, sammelt dafür aber Assist um Assist. Er wirbelt auf den Außen wie ein Verrückter, um im richtigen Moment die/den Stürmer zu bedienen. Ein großartiger Indivisualist auf seiner Position – ein Teamplayer, wenn es darauf ankommt. Das war nicht immer so. Wie jeder individuell starke Spieler will auch Ribéry im Rampenlicht stehen, aber er hat im Laufe der Zeit gelernt, dass dazu nicht immer ein Tor im Alleingang nötig ist.

Um ein solches mannschaftsdienliches Spiel jedoch auch spielen zu können, muss er die Möglichkeit haben, seine individuelle Klasse ausleben zu können. Ein Fakt, den z.B.  Louis van Gaal als Bayern-Trainer nie verstanden hat. Ein Typ wie Ribéry braucht Freiheit, um sich ins Spiel einzubinden. Van Gaal setzt aber eher auf den Typ Arjen Robben, der in 90 Minuten Ballgeschiebe zwei brilliante Momente hat, übers halbe Feld dribbelt, um dann von rechts Außen nach Innen zu ziehen und die Murmel sehenswert in den Winkel zu kloppen. So gewinnt man 2:0 – durch einen Mann. Aber das ist eigentlich nicht Fußball. Ich halte Arjen Robben für einen außergewöhnlich starken Spieler, aber er ist kein Charakter. Vielleicht wird er ja noch einer…

Florence!

20. November 2011

http://www.dailymotion.com/embed/video/xkors6
Florence + The Machine – What The Water Gave Me von universalmusicdeutschland

Seltenes Interview mit Clarknova (via Das wichtigste Literaturmagazin überhaupt)

17. November 2011

Clarknova Sie sind mittlerweile ein erfolgreicher, und man kann sicher auch sagen ein angesehener Autor. Wie ist das Leben als Schriftsteller zu Beginn des 21. Jahrhunderts?

Hm, das klingt nach einer gewichtigen Frage. Wie soll ich das beantworten? Ich weiß ja nicht wie das Leben als Schriftsteller zu Beginn des 19. oder 20. Jahrhunderts war. Ich habe so meine Vorstellungen, aber wissen kann ich es nicht. Ich würde sagen, das Leben als Schriftsteller zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist ein gutes. Vielleicht sogar ein entspanntes.

Entspannt?

Naja, Stoffe über die man schreiben, die man verarbeiten kann, gibt es genug. Durch die Medien unsere Zeit gibt es zudem genug Möglichkeiten und Wege der Veröffentlichung. Goethe, Büchner, Kafka… die hatten es sicher alle auf ihrer Weise schwerer. Manche sogar ihr Leben lang.

Ist es also heutzutage so einfach Schriftsteller zu sein?

Naja, Schriftsteller… Wenn man bedenkt wer sich heutzutage alles Schriftsteller nennen darf. Sogar ich! (lacht) Sehen Sie sich nur mal an, wieviele Bücher allein auf Deutsch jährlich auf den Markt geworfen werden. Also… Schriftsteller sein ist leicht. Davon zu leben ist schon schwieriger, besonders, wenn man etwas zu sagen hat.

Das klingt so nach Zeitkritik…

…es ist sogar Gesellschaftskritik, oder? Ich habe kein Problem das zuzugegeben. Viele Schriftsteller trauen sich das ja gar nicht mehr. Also wirklich den Finger in die Wunde zu legen. Es ist aber auch schwer.

Wegen der Verkaufszahlen?

Auch. Zum einen wegen der Verkaufszahlen. Zum anderen wegen der Kollegen, der Kritiker vor allem, die ja unsere Kollegen sind. Auch das wollen ja viele Schriftsteller nicht wahrhaben. Wie auch immer… Es ist zum anderen schwer, weil die Kollegen Schriftsteller und Kritiker allzu schnell nörgeln, wenn man sich zu engagiert oder idealistisch zeigt. Aber wer, wenn nicht die Schriftsteller sollten idealistisch sein? Oder besser: Die Künstler allgemein.

Offensiv gesellschaftskritisch waren Sie in Ihren bisherigen Büchern aber auch nicht immer.

Nun ja, das sehe ich nicht so. Oder anders: ich habe auch versucht die Kritik im Subtext mitschwimmen zu lassen. Was schwer genug war, aber scheinbar nicht immer gelungen ist. (lacht) Nehmen Sie nur den Boxer-Roman. Das ist natürlich eine ziemlich klassische Schicksalsgeschichte, aber sie ist vom wahren Leben inspiriert. Und somit hat die Gesellschaft ihren Teil zu Ihrer Entstehung beigetragen.

Sie spielen auf die Hoffnungslosigkeit des Protagonisten an…

…ich spiele darauf an, dass der Typ vom Leben und seinen Mitmenschen gefickt wurde, entschuldigen Sie den Ausdruck, und alles Menschenmögliche versucht hat, um dagegen anzukämpfen. Aber als in die Jahre gekommener Profiboxer hat man es natürlich nicht leicht. Das gilt natürlich auch für andere Menschen in anderen Situationen. Die Box-Story war nur ein willkommener Aufhänger, weil sich die Metapher anbot, vor der ich ebenfalls nicht zurückschrecke, wie vielleicht manch anderer Kollege.

Vielleicht weil es da eine Art Identifikation gibt?

Naja, als Schriftsteller der ich nun scheinbar bin…

Scheinbar?

Naja, wenn man Bücher schreibt, nein, wenn man Bücher veröffentlicht, ist man Schriftsteller. Ich selbst habe mich aber nie als Schriftsteller gesehen. Und tue das auch heute noch nicht.

Sondern?

Ich schreibe auf was ich denke und beobachte und versuche dem Ganzen eine schöne Form zu geben. Das ist alles.

Wie ist es also mit der Identifikation?

Naja, als Schreibender positioniert man sich zwangsläufig zu seinen Figuren. Man liebt oder hasst Sie, hat das aber nur bis zu einem bestimmten Grad in der Hand. Aber man hat es immerhin irgendwie in der Hand. Bei dem Protagonisten der Boxer-Story ist das so eine Sache. Klar kenne auch ich Rückschläge, aber das Milieu ist mir doch ziemlich fremd.

Aber diente der Boxer nicht auch als Projektionsfigur für Ihre eigene Biografie?

(lacht) Sie meinen: Wie autobiografisch ist der Roman? Nein, schon gut. Also eine Projektionsfigur war er nicht direkt, weil ich doch ein relativ privilegiertes Leben führe. Ich komme aus einem soliden mittelständischen Elternhaus und habe von dort mein Leben lang Unterstützung erfahren, bei allem , was ich tat und tue.  Ich musste mich nie durchs Leben kämpfen.

Aber kämpfen mussten Sie schon. Erst mit … Jahren haben Sie Ihr erstes Buch veröffentlicht, was für einen Autoren Ihrer Generation recht spät ist. Der Weg zum Schriftsteller war steinig.

Ja, mag sein, das lag aber auch zum größten Teil an mir selbst. Außerdem hat mir ein befreundeter Schriftsteller mal gesagt: „Wir sind ja keine Büchners.“ Büchner starb ja leider schon mit 24 Jahren, hatte bis dahin aber Weltliteratur geschaffen. Aber in solchen Zeiten leben wir nicht, um Ihre Frage vom Beginn nochmal aufzugreifen…

Dennoch brauchten Sie einigen Anlauf.

Das stimmt, weil ich mir selbst lange Zeit nicht über den Weg getraut habe. Das tue ich übrigens auch heute noch nicht zur Gänze. Und ich denke man sollte sich nie so ganz über den Weg trauen. (lacht) Aber im Ernst: Ich habe Literatur von ihrer theoretischen Seite her studiert und dachte irgendwann ergibt sich schon alles. Aber ich war meist faul, oft uninspiriert, nicht selten beides. Da halfen auch Aufmunterungen aus dem Freundeskreis nicht. Es war ein innerer Kampf, den ich allein mit mir selbst auszumachen hatte bzw. immer noch habe. Da haben Sie Ihren Schriftsteller-Boxer. (lacht)

Nach dem Studium sind Sie in ein Loch gefallen, mussten von ALG II leben…

…woher wissen Sie das denn?

Das habe ich in einem Artikel über Sie gelesen.

So langsam sollte ich wohl aufpassen was über mich geschrieben wird.

Stimmt es etwa nicht?

Doch. Aber was tut das zur Sache? Es gibt ja Schriftsteller, die mit solchen „biografischen Details“ kokettieren. Aber mir liegt sowas fern. Überhaupt glaube ich, dass man als Schriftsteller nur das Nötigste von sich preis geben sollte und sich so rar wie möglich machen sollte.

Sie denken an J.D. Salinger oder Thomas Pynchon?

Nein, ich denke an Philip Roth. Der weiß der Spagat zwischen Öffentlichkeit und Privatleben hervorragend zu meistern.

Ist er auch schriftstellerisch ein Vorbild für Sie?

Als Leser schätze ich ihn sehr. Aber mein Stil ist doch ein anderer. Außerdem hatte er nach dem Studium gleich einen Job. (lacht)

Welche Rolle hat finanzielle Absicherung auf dem Weg zum Schriftstellersein gespielt.

Keine.

Gar nicht?

Natürlich ist es einfacher zu Hause bleiben zu können und zu schreiben, wenn aus vorherigen Büchern Geld rein kommt. So wie bei mir jetzt. Aber das ist ganz und gar nicht der Normalfall. Ich habe vor der Zeit als Schriftsteller gejobbt um was zu essen zu haben, nicht um schreiben zu können. Klar habe auch ich eine romantische Vorstellung vom armen Poeten. Die endet aber spätestens dann, wenn der Magen knurrt oder es durch die Zimmerdecke tropft. Auch in der Hinsicht waren unsere Klassiker härter im nehmen.

Aber um diese Absicherung müssen Sie sich ja jetzt nicht mehr sorgen.

Niemand muss das in diesem Land, aber das ist eine andere Frage… klar ist es schön, dass jetzt ein bisschen Geld reinkommt. Ich schreibe aber trotzdem noch nebenher für das Tagesgeschäft, wie es Robert Walser so schön nannte. Ich habe was ich brauche, bin aber nicht reich. Das war auch nie mein Ziel, wird es auch nie werden. Wissen Sie, die Geschichte von Diogenes im Fass hat mich seit meiner Schulzeit sehr beeindruckt. Obwohl ich zugeben muss, dass ich doch mehr zum leben brauche, als zum Überleben notwendig ist. (lacht)

Worauf könnten Sie nicht verzichten?

Auf Bücher. Auf Papier und Stifte…

Sie meinen Ihre Schreibgrundlage. Computer…

…nein, ich meine Bücher, Papier und Stifte. Um zu schreiben, muss man lesen und schreiben. Ich lese nach wie vor gedruckte Bücher und schreibe die ersten rohen Gedanken mit der Hand in ein Notizbuch. Größere Projekte meist per Schreibmaschine. Eine alte Olympia, wie sie Paul Auster benutzt. (grinst) Hin und wieder blogge ich, tippe Texte direkt und roh ins Internet. Das sind dann aber meist keine Endfassungen. Oder nur Beiläufiges.

Ist das eine bewusste Verweigerung gegenüber der Gegenwart?

Nein. Ich bin zwar kein großer Fan der Gegenwart, aber ich muss mich damit abfinden. Ich wünsche mir manchmal, in einen anderen, früheren Zeit zu leben, aber das würde ja nichts besser machen.

Welche Zeit wäre das?

Ach lassen wir das, solche Gedanken sind albern und meist romantisch verklärt. Aber ich frage mich schon, wie es wohl war zu Goethes Zeiten zu leben. Ohne Elektrizität. Und iPhone, mein Gott…

Vielen Dank für das Gespräch.

Tomi Ungerer zum 80.

16. November 2011

Ich hatte den Namen schonmal gehört, aber ich wusste nichts über den Menschen dahinter. Einen unglaublich beeindruckenden Einblick habe ich dann am vergangenen Sonntag bei ttt- titel thesen temperamente bekommen. Was soll ich sagen? DAS ist Altersweisheit!

Tomi Ungerer zum 80. – ARD Mediathek

109 Lieblingslieder – Teil 28

15. November 2011

72. Bain Wolfkind – Pimp Stick

The Godfather of Blues Noir.

109 Lieblingslieder – Teil 27

10. November 2011

71. Haus Arafna – Satanas And Friends

Nennt sich „Angstpop“. Müsst ihr nicht mögen. Ich find’s großartig.

109 Lieblingslieder – Teil 26

5. November 2011

Die Toten Hosen/Die Roten Rosen

63. All die ganzen Jahre
64. Achterbahn (Hier kommt Alex – B-Seite)
65. Was zählt
66. Der König aus dem Märchenland (10 kleine Jägermeister – B-Seite)
67. Mensch
68. Pushed Again
69. The Little Drummer Boy
70. Come All Ye Faithful

Proletenband, Assiband, gar keine richtige Punkband, peinliche Alte-Männer-Band – Die Toten Hosen werden nicht selten verschmäht, mit den Ärzten oder gar den Onkelz aufgewogen und was weiß ich nicht noch alles. Teilweise ist die Kritik ja berechtigt, meist aber einfach nur lächerlich. Denn meiner Ansicht nach sind die Hosen einfach ein Aushängeschild deutscher Rockmusik (auch im Ausland!).

Seit dem meinem sechsten(!) Lebensjahr höre ich die Hosen, habe alle ihre Alben und ne Menge Singles gekauft, besitze und besaß T-Shirts, Poster und andere Fanartikel und habe sie ein gutes Dutzend mal live gesehen. Ich weiß nicht, ob sie meine Lieblingsband sind. Sie waren es auf jeden Fall mal. Ich komme nicht von ihnen los, sie begleiten mich schon mein ganzes Leben. Sie sind meine Lebensband. Sie haben Scheiße gemacht und Hits für die Ewigkeit geschrieben. Ich finde sie großartig und möchte, dass sie nicht mehr all zu lange machen. Denn sie können zwar noch was, aber sie sind eben älter geworden…

Danke für alles. Für unzählige durchfeierte und durchsoffene Nächte mit eurer Musik bis zum Anschlag aufgedreht. Für unkontrollierten Bierkonsum und Pogo(tanz). Für blutige Nasen, geprellte Rippen und zertrümmerte Brillen. Für Fußballgesänge, prolligen Männerquatsch und starke Balladen. Wieviel Spaß ich doch mit den Hosen hatte.

Retro, eBook, reBook und Reebok

1. November 2011

Wenn ich mittlerweile Bücher bei unser aller Lieblingsversandhaus amazon suche, bekomme ich zuerst die Kindle eBook-Versionen angezeigt. Und zwar mindestens zehn verschiedene. Vor allem, wenn es sich um urheberrechtsfreie Klassiker handelt. Das nervt in doppelter Hinsicht:

1. Die nicht gewollte Angebotsflut an elektronischen Buchversionen erschwert vor allem bei Klassikern die Suche nach guten oder „der besten“ Ausgabe von sagen wir mal Goethe oder Kleist. Von ausländischen Klassikern ganz zu schweigen, weil ich da ja immer auch noch nach der „besten“ Übersetzung suchen muss. Damit manövriert sich amazon mir gegenüber ins Abseits. Ich bin dann schnell genervt, überfordert oder beides und suche mir nen anderen Internetbuchhändler (die gibt’s!) oder frage in der Buchhandlung (die gibt’s auch noch!) oder gleich im Antiquariat (die gibt’s erst recht noch!!).

2. Wer zur Hölle will denn überhaupt diese Kindle eBook-Scheiße? Ich meine, seit Jahren höre ich von den Buchmessen (v.a. der Frankfurter – ist ja die „Geschäftsmesse“), dass das eBook nun aber wirklich im Kommen ist und bald den globalen Durchbruch feiert. Das habe ich ca. 2005 das erste Mal gehört. 2006 befürchtet. 2007 überlesen. 2008 mal wieder dran erinnert. 2009 schließlich vergessen. Ich würde mal sagen: das eBook boomt so vor sich hin. Aber Kindle und Co. werden einfach nicht eingestehen, dass hier (mal wieder) ein Angebot geschaffen wurde, für das es keine echte Nachfrage gibt. Klar wurden schon ein paar eBooks verkauft. Die meisten aber illegal kopiert. *hüstel Naja, auch ne Erkenntnis, dass man aus dem Niedergang der Musikindustrie durch das Selbstbrennen von CDs nichts gelernt hat. Eigentlich zum Schrei(b)en komisch.

Gut, ein paar hipster in Berlin werden sich schon den ein oder anderen Sartre auf ihr iPad gestohlen haben. Gebe ich gerne zu und ich verzeihe ihnen auch. Sie können ja nicht anders…

Ich war am Wochenende übrigens auf ner Partie in der hippen Südvorstadt. Schöner Abend. Der Gastgeber hatte meine Idee aufgegriffen und eine Schreibmaschine (also ne echte, mechanische Schreibmaschine) auf seinem Schreibtisch aufgestellt. Eingespannt war eine Rolle(!) Papier. Jeder Gast, den die Inspiration packte, durfte gern mal in die Tasten hauen und so helfen einen durchfließenden Partytext zu produzieren. Hat nicht geklappt. Das lang aber weniger an mangelnder Inspiration (obwohl die meisten nur über Sex geschrieben haben, was mich nun wiederum nicht überrascht hat), als viel mehr an der technischen Unfähigkeit der vielen unhappy hipster dort. Oder sollte ich besser sagen es lag an den mangelnden skills, deren desaströses Niveau echt creepy war?

Jedenfalls konnte fast niemand mit der mechanischen Schreibmaschine umgehen. Muss man als Mittzwanziger sicher auch nicht mehr unbedingt, wenn man gelernt hat auf nem iPad/iPhone rumzuwischen. Aber es macht den hippen Retrostyle doch etwas unglaubwürdig, wenn man langsam tippend am BING angekommen ist und dann nicht mehr weiter weiß. Inspiration ade – ich geh dann mal tanzen.


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