Exkremento. Beobachtungen, keine Anklage

Es scheint zum Konzept der Band In Extremo zu gehören gewisse Ideen von anderen Bands zu „entleihen“. Einen ersten Hinweis darauf gab die Band Tanzwut (aka. Corvus Corax) bereits im Jahre 1998. In dem Song Exkremento heißt es:

Geistlos steht in meinem Schatten
Ein Extremo, lauert geil,
Exkremento abzufassen,
Zu verschlingen einen Teil…

In Interviews aus dieser Zeit konnte man zwischen den Zeilen vielleicht raushören, dass In Extremo Songs bzw. Bearbeitungen von mittelalterlichem Liedgut „entlehnt“ haben. Weiß ich aber nicht genau…

Bereits 1995 gab es auf dem Subway to Sally-Album MCMXCV eine Version von Francois Villons‘ Erdbeermund. In Deutschland ist der Text v.a. durch die Rezitation durch Klaus Kinski bekannt geworden. Lange Zeit gehörte das Lied zum festen Bestand von Subway to Sallys Liverepertoire.

2003 schafften es In Extremo dann mit einem Musikvideo zu VIVA. Der Song – Überraschung: Erdbeermund. Aus der schönen Subway-Ballade wurde ein schlecht verrocktes Irgendwas. Der Songs war übrigens auf dem Album 7 zu finden. 2005 kam dann wiederum Subway to Sally mit einer Single Sieben. Geplänkel? Wie dem auch sei…

2008 veröffentlicht die nahezu unbekannte Newcomer-Band Coldplay ein Album mit dem Titel Viva la Vida. Auf dem Cover ist das berühmte Gemälde Eugene Delacroix‘ zur französischen Revolution von 1830 zu sehen. Schöne Idee. 2011 bringt In Extremo eine neue Single. Sie heißt Viva la Vida. Das Cover ziert eine wehende Fahne, deren Farben irgendwie an die Tricolore erinnert…

Naja und wenn die anderen Bands mal nichts liefern, kann sich In Extremo immer noch selbst zitieren. Also sich was aus alten Albentiteln und Nationalhymnen zusammenbasteln, wie im Song Nur ihr allein:

Auferstanden aus Ruin‘
Werden wir verehrt und angespien

Nicht schlimm, aber arg einfallslos.

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3 Antworten to “Exkremento. Beobachtungen, keine Anklage”

  1. anniefee Says:

    War mir auch schonmal aufgefallen. Kann man nix machen, aus Volksgut und sehr altem Kram ohne eindeutigen Urheber kann eben jeder was basteln..

  2. Hans Says:

    Das Lied „Rotes Haar“ – ich glaube von In Exremo 1998 veröffentlicht – ist auch ein Song, den Teufel (ehem. Corvus Corax) schon 1988 aufgenommen hat. Seine Aufnahme ist auf der Tempi Antiquii (derzeit Corvus Corax) zu hören. Erst danach war er mit Micha als Straßenmusiker u.a. mit diesem Song unterwegs. Ich hab mal irgendwo gelesen, dass In Extremo sogar das Arrangement von Teufel übernommen hat. Nicht gerade eine reife Leistung also. Wobei nicht alles wo Villon drauf steht auch Villon drin ist. Es gibt von Paul Zech auch Nachdichtungen die nur im Stil von Villon sind und daher kein Volksgut, welches man einfach so verwenden darf.

  3. Clarknova Says:

    naja, ich will hier wie gesagt niemanden des plagiats bezichtigen. aber auffällig wird das mit der zeit schon…

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