Archive for Mai 2011

109 Lieblingslieder – Teil 11

28. Mai 2011

38. Muse – Knights of Cydonia

Habe ich schon erwähnt, dass das Pathos wieder mehr Raum braucht? Habe ich erwäht, dass es neben Tool für mich nur eine wirkliche Progressive-Rock Band gibt? Habe ich schon mal dargelegt, dass Tool für mich die Nachtseite und Muse die Tagseite dieser Stilrichtung bedeuten? Am besten aber nichts sagen. Auch nicht zum Video. Zum Intro schon gar nicht.

Episch.

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Neulich auf Facebook

24. Mai 2011

Sorry Berlin…

23. Mai 2011

…aber da kannst du einfach nicht mithalten.

Nach einem durchtanzten Wochenende (Freitag Berlin, Samstag Leipzig) fuhren wir erschöpft und glücklich am Sonntagmorgen in den Tag. Durchs Rosental. Dort bot sich uns mitten in einer 500.000 Einwohner zählenden Stadt – die Natur. Und zwar so, wie ich sie zuletzt beim campen im Wald erlebt habe. Darum, auch darum, wird man mich an Händen und Füßen gefesselt aus der Stadt schleifen müssen, bevor ich sie freiwillig verlasse. (Oder einen pervers überbezahlten Job in Freiburg/Breißgau verschaffen.)

Das ist Löwenzahn. Bearbeitet natürlich.

Eigentlich habe ich auch noch eine Aufnahme der tierisch lauten Frösche aus dem Tümpel im Rosental gemacht. Leider funktioniert es irgendwie nicht Audiodateien in WordPress einzufügen. Obwohl es geschrieben steht. Wer kann helfen?

Ich fordere vom Büchnerpreis eine Indiefrauenlyrik-Quote und verklage ihn auf das Preisgeld

19. Mai 2011

Ich kenne Friedrich Christian Delius nicht. Ich habe seinen Namen bis vorgestern nicht gekannt und folglich kein Buch von ihm gelesen. Ich habe auch noch kein Buch von Martin Mosebach, Josef Winkler, Walter Kappacher, Brigitte Kronauer oder Wilhelm Genazino gelesen. Von Reinhard Jirgl ganz zu schweigen. Das ich noch keines der Bücher dieser Schriftsteller gelesen habe ist aber nicht deren einzige Gemeinsamkeit. Alle genannten haben in den letzten zehn Jahren, den wohl immer noch wichtigsten Preis für deutschsprachige Literatur (so sagt man) bekommen: den Georg-Büchner-Preis.

In diesem Jahr hat es also Friedrich Christian Delius erwischt. Wenige freuen sich, einige ärgern sich, die meisten zucken müde mit der Schulter (FAZ, SZ). Vielfach ist zu hören, dass Delius ja schon irgendwie ein paar ganz okaye Bücher geschrieben hat. Aber dafür gleich den Büchnerpreis? In den großen Medien hat man den Eindruck, dass mittlerweile eben jeder mal dran sei. Aber was wissen die schon? Am interessantesten sind doch bei solchen Preisvergaben immer die Reaktionen der Kleinen, der „Indies“. Frauen beschweren sich, dass keine Frau ausgezeichnet wurde. Lyriker beschweren sich, dass kein Lyriker ausgezeichnet wurde. Und überhaupt sind alle Autoren scheiße, die von einem ihrer Bücher mehr als 500 Exemplare verkaufen. So sie denn auf deutsch schreiben. Außerhalb des deutschsprachigen Raums finden die „Indies“ ohnehin alle und alles viel geiler und wünschen allen alles Gute. Wenn das nicht so lustig zu beobachten wäre, würde es glatt nerven.

Ich kann zwar eine gewisse Frustration über die vorhandenen oder eben nicht vorhandenen Vergabekriterien von Literaturpreisen gut nachvollziehen; die aber schon zum Standard gewordenen Aburteilung der Autoren nur selten. Da schustern die Großen den Großen also nur Großes zu, weil das im großen Kulturbetrieb eben so läuft? Und die „Indie“-Autoren gucken immer in die Röhre, obwohl sie eigentlich viel besser schreiben? Ich weiß ja nicht. Vielleicht sollte man in gewissen „Indie“-Kreisen einfach mal anerkennen, dass es deutschsprachige Schriftsteller gibt die zu Recht erfolgreich sind. Dazu gehört aber nicht nur eine Portion Größe und Fairness, sondern auch, dass man die Autoren die man aburteilt auch mal liest!

Ich mach’s kurz: Ich fordere den Büchnerpreis für Daniel Kehlmann. Er braucht das Preisgeld zwar nicht, aber er hat’s trotzdem verdient. Weil er großartige Bücher schreibt, die so vielschichtig funktionieren wie gute Literatur funktionieren soll – mit dem berühmten doppelten Boden. Man kann Kehlmann zur Unterhaltung lesen und man kann Kehlmann auf literaturwissenschaftlichem Niveau interpretieren. Beides mit einem ordentlichen Mehrwert den die „Indies“ nicht für möglich halten, weil Kehlmann auf den Bestsellerlisten steht.

Ich wünsche mir den Preis für Kehlmann einerseits, weil er ihn in literarischer Hinsicht (nur das zählt) verdient hat. Ich wünsche ihn mir andererseits aber (und das ist vielleicht noch wichtiger), weil ich die Reaktionen der „Indies“ in einem solchen Fall kaum erwarten könnte. Es gäbe sicher ein riesiges Gejammer und Gefluche und überhaupt und sowieso.

Und einer, einer würde sich ganz besonders ärgern. Ein Schriftsteller (wie er heißt hab ich vergessen), der nicht müde wird Kehlmanns Bücher als „gut gemachte Hausfrauenliteratur“ zu bezeichnen. Ein Schriftsteller, der, wie es sich für einen Intellektuellen gehört, die intellektuellsten Hausfrauen der Republik zu kennen scheint.

109 Lieblingslieder – Teil 10

18. Mai 2011

Die großen Männer: Johnny Cash – Leonard Cohen – Nick Cave & The Badseeds

32. Johnny Cash – The Mercy Seat (Original von Nick Cave & The Badseeds)
33. Leonard Cohen – Everybody Knows
34. Leonard Cohen – First We Take Manhattan
35. Leonard Cohen – Halleluja
36. Nick Cave & The Badseeds – The Mercy Seat
37. Nick Cave & The Badseeds – The Weeping Song

Vielleicht stimmt mir nicht jeder zu, wenn ich sage, dass diese Herren doch irgendwie zusammengehören. Der eine inspirierte den anderen und der coverte wiederum den dritten um später wieder von einem der ersten gecovert zu werden oder gar ein Duett gemeinsam aufzunehmen. Aber nicht nur was die Zusammenarbeiten und Hommagen angeht ziehe ich Verbindungen. Cash, Cohen und Cave sind für mich Symbolfiguren für echte Singer/Songwritermusik aus der Tiefe des Herzens, der Seele oder wie auch immer man das nennen will. Dass ich es mir so allmählich abgewöhne vom Pathos zurückzuschrecken, dürfte mittlerweile aufgefallen sein. Das liegt sicher an meinem wieder erwachten Interesse am Metaphysischen. Ich denke ein bisschen Pathos kann in Bezug auf die drei Herren nicht schaden.

Cash, Cohen und Cave sind allesamt christlich oder jüdisch erzogen worden, was man ihren Texten mehr oder weniger deutlich anmerkt. In ihren Songs haben die alten Mythologien noch Platz, stellen sie noch Fragen nach dem Leben im Diesseits und im Jenseits und nach dem merkwürdigen Dazwischen. Vielleicht lasse ich mich davon täuschen, dass ich die drei in eine Art privaten Legendenstatus erhoben habe. Ich denke aber, dass diese Musiker eine authentische Einheit mit ihrer Musik erreicht haben, die ich gerne auch als „Aura“ bezeichne. Und damit meine ich ganz klar die Art von Aura, die Walter Benjamin Renaissance-Gemälden zugesprochen hat.

Nachtrag 1: Ich schreibe von den drei großen Männern und lasse The Badseed unter den Tisch fallen. Das geht natürlich nicht. Ohne seine kongeniale Band wäre Nick Caves Musik natürlich nur die Hälfte. Und ich erinnere gern an Bandmitglieder wie Blixa Bargeld und Warren Ellis, die ich ebenfalls zur Speerspitze der qualitativ hochwertigen Gegenwartsmusik zähle.

Nachtrag 2: Das Video zeigt keines der oben gelisteten Lieder. Ich wollte es aber gern zeigen um die Bedeutung der Badseeds zu unterstreichen. Meiner Ansicht nach rettet Blixa Bargeld hier als Duettpartner ein an sich schönes Lied vom Popkitsch der eventuell Kylie Minogue anzulasten ist.

„So gesehen“-Revival

13. Mai 2011

Auf meinem alten Blog gab es die allseits beliebte Rubrik „So gesehen“, die ich nach dem Umzug zu WordPress irgendwie schamlos vernachlässigt habe. Hatte in der Vergangenheit aber auch nicht allzu viel „Verwertbares“ gefunden. Wie dem auch sei – Kaufland sei Dank:

Nur um das klarzustellen: Ich find’s schon etwas geschmacklos.

109 Lieblingslieder – Teil 9

10. Mai 2011

Subway to Sally

26. Unsterblich
27. Böses Erwachen
28. Mephisto
29. Sag dem Teufel
30. Arche
31. Grabrede (mit Knochenpolka)

Eine typische frühe Lieblingsband von mir. Sozusagen meine Grufti-Einstiegsdroge, der ich nach elf Konzerten in fünf Jahren auf natürlichem Weg entwachsen bin. 1999 war ein Auftritt der sieben Potsdamer mein erster richtiger Konzertbesuch; im Stock’sen/Sondershausen wo „früher“ oft Bands wie Subway, Tanzwut oder Letzte Instanz auftraten, die ich auch sehr mochte.

Nach dem „Engelskrieger“-Album von 2003 und ein paar Konzerten 2004 war dann aber Schluss mit der Heldenverehrung. Das lag nicht an dem damaligen Stilwechsel – im Gegenteil. An Subway mochte ich immer, dass sie weniger als manch andere Band in die Mittelalterrock-Schublade passten. Die Modernisierung des Drehleier/Dudelsack/Geige-Sounds fand ich damals großartig. Umso enttäuschender war der Rückfall in (inzwischen von zahlreichen anderen Bands der Szene) ausgelatsche Pfade, der sich mit „Nord Nord Ost“ im Jahre 2005 vollzog.

Zeitgleich setze eine große Popularitätswelle für Subway to Sally ein, die ich der Band sehr gegönnt habe, aber doch auch irgendwie dazu führte, dass ich mich mit ihr nicht mehr identifizieren konnte. Ein Phänomen das wahrscheinlich jeder schon einmal mit der ein oder anderen Band erlebt hat. Dass diese Entwicklungen aber auch an einem selbst liegen, begriff ich damals noch nicht.

Im Dezember 2009 habe ich sie dann nochmal in Erfurt live erlebt. Ich hatte die Tickets geschenkt bekommen und wollte mich anfangs nicht so gern auf Zeitreise begeben. Das Konzert hat mich dann aber doch positiv überrascht. Zwar kann ich nach wie vor nicht viel mit den neuen Stücken anfangen, aber hier und da war doch eine Perle dabei, die im alten Glanz schimmerte. Naja und die Klassiker fehlten natürlich auch nicht. Einige davon gehören noch heute zu meinen Lieblingsliedern.

Place des Abesses

6. Mai 2011

Auf einer Bank am Place des Abesses sitzen dicke, graue Großmütter wie Tauben, die auf ein paar Brotkrumen aus sind. Wie jeden anderen, der aus der Metrostation auftaucht, inspizieren sie auch mich sehr genau. Ich frage mich, ob sie aufspringen und davonflattern, wenn ich in die Hände klatsche.

Ville créative

5. Mai 2011

Das zweite Foto ist nicht nur der Beweis für die Kreativität einiger Pariser, sondern auch für deren Einparkkünste. Paris, Montmartre, April 2o11.

Wo ist Ai Weiwei?

3. Mai 2011

Norbert Bisky äußert sich heute in der FAZ.


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