Archive for Februar 2011

109 Lieblingslieder – Teil 4

15. Februar 2011

Tool

14. Schism

Natürlich gefällt mir Tool so, wie einem Tool nur gefallen kann – nämlich als Gesamtkunstwerk. Das heißt neben der Musik sollten Artwork, Videos und eventuell Bühnenbild mitgedacht werden. Ich habe „Schism“ als besten Song vom besten Album „Lateralus“ gewählt, weil er repräsentativ für das Gesamtkonzept der Band stehen kann. Ich weiß gar nicht, ob es außer Tool noch eine gibt, der ich das Label „Progressive Rock“ wirklich geben kann/will. Wenn dem so sein sollte, dann kommt sicher nur Muse in Frage. Aber dazu anderer Stelle vielleicht mehr.

„Schism“ ist für mich der Inbegriff dessen, was ProgRock ausmacht: ein langsamer, zwingender Aufbau, dominate Gitarren und eine schneidende Stimme. Das ist das Gerüst, der Rest ist Atmosphäre – ohne das auch nur annähernd abwertend zu meinen. Und dann kommt der Hammer! Oder kommt er doch nicht? Alles ist im Entstehen, alles verdichtet sich, kommt aber nie wirklich zum Ausbruch. Stattdessen 6:47 min. Agressivität, Dunkelheit, Umherirren, Verzweifeln, Neustarten, Abbrechen, die Perspektiven verschieben, neue Standpunkte annehmen. Weiterkommen ohne anzukommen.

Und dann noch dieses Video, gedreht vom Gitarristen der Band Adam Jones. Für meine Begriffe eines der besten Musikvideos überhaupt.

Episch.

Vom Verschwinden

11. Februar 2011

habe mich hart
in den Wind gestellt
von flatternder Krawatte
blau gewürgt

den skelettierten Schirm
im Sturm eingebüßt
und halbblind gepeitscht
versucht den Regen in mich hinein
und es endlich gut sein
zu lassen

© Clarknova

Auf der Suche… ja, wonach eigentlich?

7. Februar 2011

„Mein lieber Freund, ich bin vielleicht komplett vernagelt, aber ich kann beim besten Willen nicht verstehen, dass ein Mensch dreißig Seiten braucht, um zu beschreiben, wie er sich vor dem Einschlafen im Bett hin und her wälzt.“ Die Reaktion des Verlegers Alfred Humblot auf Marcel Prousts Manuskript Auf der Suche nach der verlorenen Zeit gehört sicher zu den meist zitierten Anekdoten der Weltliteratur. Weil sie berechtigt ist.

Um nicht gleich in dem über 5000 Seiten umfassenden Mammutwerk unterzugehen, habe ich mir zunächst nur die Erzählung Eine Liebe Swanns (ein Teil des ersten Bandes) vorgenommen. Nach 50 Seiten habe ich das Buch zum ersten Mal weggelegt und mich gefragt, wann die Story endlich beginnen mag und ob es sich überhaupt lohnt so lange durchzuhalten. Eine ausführliche Inhaltsangabe ließ mich staunen. Odette verliebt sich in Swann und ist eifersüchtig wegen dessen umtriebigen Lebens. Später verliebt sich Swann in Odette und ist eifersüchtig, weil er einen Liebhaber vermutet. Sein Verdacht bestätigt sich, doch er kann nicht aufhören an sie zu denken. Erst durch einen wundersamen Traum kann Swann sich aus dem Kreislauf dieser Amour fou befreien.

Die Geschichte birgt also einigen, nicht zuletzt erotischen Zündstoff, aber die Lunte konnte ich nicht finden. Denn bevor der Plot so richtig Fahrt aufnimmt, quält man sich durch schier endlose Beschreibungen der Pariser high society, deren elitäre Tischgespräche so erfrischend sind wie ein Wüstenspaziergang. Wirklich schade, dass Proust eine eigentlich gute Story in einem gähnend langweiligen Rahmen aus Beschreibungen erstickt.

109 Lieblingslieder – Teil 3

1. Februar 2011

PeterLicht

10. Sonnendeck
11. Mutter aller Parties
12. Unsere Zeit
13. Das absolute Glück

Etwas Pathos zur Nacht. PeterLicht hören, einen Schritt zurücktreten, Anlauf nehmen, Schwung holen. Abheben und schließlich mitten im Sommer landen. (Im Regen.)


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