Archive for November 2010

Die Enthüllung des Banalen

30. November 2010

WikiLeaks ist auch nicht mehr das, was es mal war. Da kündigt man also eine große Enthüllung an und am Ende kommt gerade mal raus, wer was über wen lästert. Das ist so interessant, als ob man Guido Westerwelle das Tagebuch aus der Schultasche klaut und in der Pause laut vorliest. Mal ehrlich: Als man vor einigen Monaten die Afghanistan-Diaries veröffentlichte steckte dahinter ja wirklich ein investigativer Wert; nämlich der, Kriegsverbrechen der vermeintlich „Guten“ aufzuzeigen. Oder zumindest das Absurde des Krieges mal wieder stärker ins Gedächtnis zu rufen. Und diesmal?

Vielleicht verstehe ich ja den weltpolitischen Zusammenhang nicht, aber wem hilft es zu wissen, dass die Amis Merkel für unkreativ halten? Oder Westerwelle für inkompetent. Das sind doch Dinge, die die deutschen Medien ihnen schon lange vorwerfen. Die Welt wird auch nicht besser davon, wenn alle wissen, dass die USA Erdogan für einen verstockten, erzkonservativen Muslim halten.

Ich verstehe den Wert von WikiLeaks nicht mehr. Klar wünsche ich mir mehr Transparenz in Politik und Wirtschaft. Von mir aus auch um den Preis den Datenklaus. Dann muss aber was wirklich Brisantes, etwas Wichtiges geliefert werden, statt solcher blöden Schulhof-Mobbereien. Alles was WikiLeaks jetzt erreicht hat, ist ein beschädigtes Vertrauensverhältnis zwischen allen, die irgendwas mit Diplomatie zu tun haben. Ob man damit die Welt besser macht?

„Wikileaks sagt harten Winter voraus, Fußpilzgefahr im Hallenbad und Hasengrippeepidemie. Wikileaks weiß alles!“ Dieter Nuhr

Alle Jahre Lieder

29. November 2010

Es kommt so etwa alle drei Jahre vor, dass ich mich auf Weihnachten freue. Das heißt, ich freue mich nicht wirklich auf überfüllte Weihnachtsmärkte und den ganzen Kommerz und so – is ja klar. Auch zu Weihnachten gilt: Spaß ist, was ihr draus macht! In meinem Falle heißt das die Roten Rosen Weihnachtsplatte „Wir warten auf’s Christkind“ bis zum Abwinken hören (eigentlich jedes Jahr), zu Hause viele Kerzen und Räucherkerzen anzünden, Plätzchen backen und essen, Glühwein warm machen und trinken. Naja, und hin und wieder auf den Weihnachtsmarkt gehen, dort Plätzchen essen und Glühwein trinken.

Am wichtigsten ist es mir dabei möglichst viel zu Hause zu bleiben und/oder bei Freunden ruhige Tage und Wochen zu verleben, sich an seine Kindheit erinnern und tatsächlich etwas mehr in sich zu gehen. Für viele ist Weihnachten ja zur stressigsten Zeit im Jahr geworden, obwohl genau das Gegenteil der Fall sein sollte.

Ich rate daher euch Weihnachtsgestressten und Weihnachtsmuffeln, die in den kommenden Wochen mein Blog hoffentlich nicht meiden werden: Erledigt eure Einkäufe jetzt, geht nicht allzu oft in die Innenstädte, bleibt zu Hause und hört bei ein, zwei, drei,… Glühweinen Musik. Damit meine ich nicht nur Weihnachtslieder, sondern auch Lieder, die für euch in den Winter gehören. Aber vor allem Weihnachtslieder. 😉

„Last Christmas“ und ähnlichen Bullshit müsst ihr jedoch nicht fürchten, wenn ich in den nächsten Wochen ein paar meiner Lieblingsweihnachtslieder vorstelle. Los gehts heute mit „The Little Drummer Boy“ von den Roten Rosen und natürlich in der wohl populärsten Version mit David Bowie und Bing Crosby im Duett.

 

Neue Timescratch EP zum kostenlosen Download

24. November 2010

Seit einer denkwürdigen Nacht im Leipziger Lagerhof im Dezember anno 2008 gehört die Musik von Timescratch irgendwie in meine ganz persönliche Weihnachts-/Winterzeit. Darum möchte ich euch darauf aufmerksam machen, dass der Herr der Gameboys eine neue EP zum kostenlosen Download ins Netz gestellt hat. Ihr bekommt sie hier: http://www.booknroll.com/ –> Downloads. Das erste Album „Flashmobaction-Hero“ gibt’s, ebenfalls kostenlos, nach wie vor hier: http://www.lastfm.de/music/Timescratch/Flashmobaction-Hero

Timescratch ist am besten live zu genießen. Oder aber so laut wie möglich zu Hause. Auf jeden Fall aber mit viel Glühwein. Auch im Sommer.

Ich bekomme kein Geld für diese Werbung. Ich möchte nur möglichst viele Nintendo-Kinder, wie ich es selbst war/bin glücklich machen. Damit beginnt auf meinem Blog jetzt auch offiziell die Weihnachtszeit. mrgreen 8)

Die unerklärliche Einfallslosigkeit

21. November 2010

Hinter dem Wittenberger Schloß steht eine unsagbar dämliche Skulptur, über die ich mich im Sommer sehr geärgert habe.

Frank Seidel – „Die unerträgliche Leichtigkeit“ (Bronze, Eisen, 1993)

Entschuldigt die miese Bildqualität. Eine bessere Aufnahme gibt es hier.

Warum mich diese Ding so geärgert hat? Zunächst einmal steht die Skulptur ziemlich zusammenhanglos hinter dem Schloß herum und ist beim besten Willen in keinerlei sinnvollen Kontext zu seinem Aufstellungsort zu bringen. Gut, da kann man noch sagen „Vielleicht wusste der Künstler nicht, wo das Ding hin sollte.“ Aber da ich mal stark vermute, dass es sich hier um Auftragskunst handelt (gesponsert von der Kreissparkasse Wittenberg?) wird man wohl schon so ungefähr gewusst haben, wo die Skulptur mal einbetoniert werden soll.

Aber der Standort ist nicht das Schlimmste. Was mich als unbedarften Betrachter geärgert hat (denn einen Zusammenhang zur Stadt konnte ich nicht herstellen), sind die ersten und einzigen Gedanken die mir in den Kopf schossen. Und bis heute fällt mir dazu nichts weiter ein als:

  1. Titel geklaut von Milan Kundera
  2. Skulptur geklaut von Alberto Giacometti
  3. Sockel geklaut von Richard Serra

Voilà, fertig ist das gefö(o)rderte Auftragswerk für die Stadt. Sieht irgendwie eklektizistisch (post)modern aus, tut keinem weh, lässt sich überall aufstellen. Auch wenn ich heute so über das Ding nachdenke, fällt mir dazu nicht wesentlich mehr ein. Eigentlich gar nichts.

Fairerweise muss ich jedoch noch sagen, dass zahlreiche deutsche Städte voll von dieser Sparkassen-Kunst stehen. Dass es nun ausgerechnet Frank Seidel (Who the f*** is…?) getroffen hat ist Zufall. Vielleicht werde ich hier in Zukunft noch ein paar andere Beispiele von moderner Kunst im öffentlichen Raum präsentieren, die sich durch inhaltliche und räumliche Sinnlosigkeit auszeichnen.

Um uns arm zu machen

17. November 2010

Keine Rezension, sondern hastige Notizen nach dem Lesen und vor dem Einschlafen.

Sandra Trojans unglaubliche Gedichte. Sie scheut sich nicht davor „alte“ Verse zu schreiben, weil sie bei ihr nicht zum vertrauten Gartenlaubenkitsch werden. Im Gegenteil! Trojans Gedichte wirken fremd, bitter, unheimlich. Sie erzeugen eine Stimmung wie sie mir von keinem/keiner anderen „jungen deutschsprachigen“ Lyriker/in bekannt ist. Sagenhaft im wahrsten Sinne des Wortes.

Trojan ist gebildet; lässt das auch in ihre Gedichte einfließen – ohne Germanistenlyrik zu schreiben, ohne klugscheißerisch oder semantisch allzu überladen zu sein. Ernste Gedichte, denen man folgen kann bis man es nicht mehr aushält – aber dann wird man vom Absurden, vom Schwarzkomischen zwischen den Zeilen gerettet.

Link zum Buch

Sandra Trojan im poetenladen

B.E.R.L.I.N.

3. November 2010

Reise, Reise

2. November 2010

A: Okay, nächste Woche beginnen wir dann mit autogenem Training. Bringt bitte eine Isomatte mit und denkt daran euch warme Sachen anzuziehen – vor allem dicke Socken!

B: Wieso? Machen wir ne Fanatsiereise in die Tropen?

Schachmatt

1. November 2010

A: Es gibt nur ein Wort, das beschreibt, was ich von Ihnen halte. Inkompetent.

B: Und es gibt nur ein Wort, das beschreibt, was ich von Ihnen halte. Arrogant.

A: Tja, dann hab ich wohl gewonnen…!?


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