Die Zukunft von Wikipedia?

Ich bin vor einiger Zeit auf diesen Artikel über das Autorensterben bei Wikipedia aufmerksam geworden. Ein Effekt, den ich nur allzu verständlich und nachvollziehbar erklärt finde. Meiner Meinung nach sollte Wikipedia jetzt umdenken und das Lexikon vor allem in die Hand von Studenten legen. Ich stelle mir das so vor:

Wikipedia beschäftigt Studenten aus allen Fachbereichen auf 400€-Basis, welche Artikel verfassen und pflegen. Diese verfügen über das faktische Wissen und haben vor allem Zugang zu wissenschaftlichen Quellen, um die Inhalte der Artikel zu belegen! Zudem wäre es für die Studenten eine tolle Möglichkeit sich im Verfassen anspruchsvoller Texte zu üben. Im Zweifelsfall kann man ja auch mal den Rat eines Dozenten einholen.

Natürlich wäre dann Schluss mit dem Wikipedia, wie wir es jetzt kennen; also dass jeder was reinschreiben kann, das dann in endlosen Editwars ohnehin wieder gelöscht, neu- und umgeschrieben wird (Beleidigungen inklusive). Dafür würde das Lexikon aber endlich bedenkenlos brauchbar, wenn auch nicht unbedingt für wissenschaftliche Arbeiten zitierfähig.

Innerhalb eines Fachbereiches bleiben Eingriffe anderer Autoren selbstverständlich erlaubt, um die Kommunikation unter den Studenten zu fördern. Es gäbe dann quasi eine Wikipedia-Soziologie-Community, eine Physik-Community und so weiter… Der Urheber eines Artikels sollte aber vielleicht, so lange er am Projekt beteiligt ist, das letzte Wort zur Textgestalt haben.

Der Aufwand, geeignete Autoren zu finden und diese auch bezahlen zu können, wäre natürlich erstmal recht groß. Langfristig gesehen könnte Wikipedia sich aber mit Artikeln auszeichnen, die für Laien und Fachkundige hilfreich sind.

Das sind nur so ein paar erste Gedanken, die noch nicht weiter geordnet sind. Vielleicht ist nicht alles in der Form umsetzbar, aber so oder so ähnlich würden sowohl Studenten und Wikipedia von dem Modell profitieren.

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5 Antworten to “Die Zukunft von Wikipedia?”

  1. Marco Says:

    Angesichts dessen, dass Wikipedia jedes Jahr in einem beeindruckenden Spenden-Endspurt gerade so die nötigen Mittel aufbringen kann, die Server und die Netzinfrastruktur am Laufen zu halten, ist dies ein sehr utopischer Vorschlag… Oder wärst du bereit, für die Nutzung zu zahlen?
    Im Übrigen … welchen Anreiz gäbe es für Wikipedia, für eine Leistung Mitarbeiter zu zahlen, die es bisher umsonst bekommen hat?
    Darüber hinaus ist es nicht getan damit, Leute für das Schreiben einzustellen. Man bräuchte noch einen ziemlich gewaltigen Mitarbeiterapparat darüber, der das Geschriebene dann kontrolliert und redigiert. Vom Verwaltungsapparat für die Mitarbeiter mal ganz zu schweigen…

    • Clark Nova Says:

      du siehst das mal wieder von der bürokratischen seite. vllt. könnte man wikipedia trotzdem weiter kostenlos laufen lassen und dass mit werbung gegenfinanzieren. oder eben kostenpflichtig machen. die gratis-mentalität des internets kann ohnehin nicht bis in alle ewigkeit bestehen. (nicht, dass ich davon nicht gerne profitiere; aber ich frage mich seit jahren, wie printmedien angesichts ihrer teilweise überragenden onlineangebote noch abonenenten locken wollen. FAZ, süddeutsche, spiegel, etc.)
      das kontrollieren und redigieren würde in meiner wiki-version so funktionieren wie jetzt. nur, dass es fachkundige leute in virtuellen arbeitsgruppen machen würden. ohne beleidigung, ohne unabgesprochene änderungen etc. soviel auch zum thema mitarbeiten- und verwaltungsapparat. es würde sich ja gar nicht so viel ändern, außer dass die autoren ausgesuchter wären. das wäre dann nicht mehr das kollektive alle-machen-mit-ding. aber das funktioniert ja ohnehin nicht. 😉

  2. anja Says:

    zum thema fachbereiche und was die uni nicht abdeckt: mein erster gedanke waren personalien. wenn man es darauf anlegt, können sicher die meisten personen einem gewissen fachbereich zugeordnet werden (zum glück gibt es bspw. die filmwissenschaft), viele werden dennoch durchs raster fallen. ein besseres beispiel sind wohl beschreibungen von handwerksberufen (tischler, friseur, etc.), und in diesem zusammenhang auch produkte aller art. auch glaube ich nicht, dass ein soziologie-studium ausreicht, um beispielsweise bdsm zu erklären. und ob sich ein mediziner freut, über physiotherapie und yoga zu schreiben, weiß ich auch nicht. 😉 und vieles wird eben auch verschiedene fachbereiche anschneiden, somit nicht von einzelnen zu tragen sein. (und somit wahrscheinlich mehr leute brauchen, als jetzt noch dort aktiv sind)
    doch das sollen nur ein paar beispiele sein …

    zum thema paid content: glaub mir, die herren der zeitungen zerbrechen sich schon seit geraumer zeit ihre köpfe über dieses problem. 😀 erste modelle gab und gibt es schon (times, hamburger abendblatt, …), aber mit mäßigem erfolg wohlgemerkt. 😉

    • Clark Nova Says:

      also zum thema BDSM könnten sexualforscher schreiben… aber das mit dem handwerk ist ein punkt, den ich nicht bedacht habe. das müssten ja dann konsequenterweise lehrlinge übernehmen. naja, und ob die das machen wollen? andererseits: wer braucht den wikipedia-eintrag „friseur“ oder „metzger“?

      • anne Says:

        der eintrag zu metzger / fleischer ist in der tat nicht sonderlich ergiebig. aber wenn man auf den „dieses wort hat mehrere bedeutungen“-link anklickt, sieht man, dass viele menschen mit nachnamen metzger hießen und heißen, dass es ein kartenspiel und eine satirische zeitschrift dieses namens gibt … diese mehrdeutigkeitsgeschichten machen die sache natürlich auch noch mal kniffliger. prinzipiell find ich deine idee aber grandios!

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