Archive for Mai 2010

Oh, and it’s raining again…

31. Mai 2010

Current playlist owing to the weather over Leipzig.

  1. Einstürzende Neubauten – The Garden
  2. Phillip Boa & The Voodooclub – Rome in the Rain
  3. Moby – Raining again
  4. Die Fantastischen Vier – Sommerregen
  5. Die Toten Hosen – Regen
  6. Juli – Regen und Meer
  7. Schiller – Sommerregen
  8. Travis – Why does it always rain on me?
  9. Nils Frahm – Over there, it’s raining
  10. Placebo – English Summer Rain (Album Version)
  11. :Of the Wand & The Moon: – Silver Rain
  12. Architect – I lost my 808 on a rainy day
  13. B.J. Thomas – Raindrops keep falling on my head
  14. Brook Benton – Rainy Night in Georgia
  15. Nick Cave & The Bad Seeds – Rainy Night in Soho
  16. Concord Dawn – Raining Blood
  17. Gentleman feat. Martin Jondo – Rainy Days
  18. Leonard Cohen – Famous blue raincoat
  19. Israel Kamakawiwo’ole – Somewhere over the rainbow/What a wonderful world
  20. Kirlian Camera – It was raining
  21. Kirlian Camera – Raindome
  22. Peter Broderick & Machinefabriek – Rain
  23. Thomas D. – Auf dem Planeten des ewigen Regens

Meanderings

29. Mai 2010

Kennt ihr das, wenn euch manchmal aus heiterem Himmel oder auf mäandrischen Wegen ein Stück Vergangenheit vor die Füße fällt, dass ihr ganz und gar vergessen habt? So ging es mir, als ich vorletzte Nacht zufällig wieder auf diesen Song aus meiner Mittelalter-Rock-Gruftie-Sturm-und-Drang-Zeit stieß. Die Band Daddy Long Legs hat sich wohl schon vor sechs Jahren aufgelöst und auch nur ein Album gemacht. Keine Ahnung was aus denen geworden wäre… Ich hab sie immerhin mal live gesehen; auf meinem ersten WGT 2002.

Fetzen #2

28. Mai 2010

Ich hatte nie das Bedürfnis meinem Vater ein Kind zu gebären.

Das Poetische ist das partiell Unverständliche.

Man muss nicht jeden Gedanken denken, nur weil es möglich ist.

An den ewigen Retrowellen in Kultur und Mode lässt sich die Ohnmacht unserer Zeit vor der Gegenwart ablesen. Soll denn alles immer nur post-post-post-post-postmodern sein?

unpolitische Zeiten

Der Kopf als Traumfabrik im 3-Schichten-System.

Selbst wenn ich meinen Verstand entkalke, koche ich doch nur mit Wasser.

Wenn man nicht jeden blöden Einfall zu einem Gedicht verwursten will, bleibt einem nur die kurze Prosa.

Frist zur Nichteinhaltung meiner Pläne

Zoo York

25. Mai 2010

Tanzende Mikrokosmen

21. Mai 2010

Gestern WGT-Auftaktparty in der MB. Nach 7 Jahren Gruftietreffen in Folge habe ich es in diesem Jahr endlich durchgezogen und mir kein Ticket dafür gekauft. Die Entfremdung mit der Szene ist in den letzten 2 Jahren sehr weit fortgeschritten bzw. hat sich endgültig vollzogen. Dennoch bin ich als Wahl-Leipziger bei den letzten beiden Festivals dabei gewesen. Irgendwie hängt man ja doch an der Vergangenheit und bekommt dazu ein paar legendäre Bands zu sehen, deren Bühnenauftritte mehr als rar gesät sind. Im letzten Jahr waren das Current 93 und 6<Comm, für deren Shows allein sich das Ticket gelohnt hatte.

In diesem Jahr stehen Aufwand und Nutzen jedoch nicht mal annähernd in einem attraktiven Verhältnis. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass beim WGT seit Jahren immer die selben Bands auftreten. 60€ für ne dreiviertel Stunde Flint Glass sind mir da zu wenig.

Die WGT-Partys der MB, welche man auch ohne Festivalbändchen besuchen kann, bieten da einen guten Kompromiss. Man hat zwar irgendwie Anteil am WGT, ist dennoch Beobachter und bekommt Musik von DJs und Live-Acts geboten, welche der Gruftieszene ebenso entwachsen sind wie man selbst –  oder aber nie dazu gehören wollten.

Gestern Abend also xabec live. Das Leipziger Musikprojekt liefert feinsten Experimental-Ambient mit Soundeffekten, die live mit Steinen, Ventilatoren oder Laub erzeugt werden. Visuell wurde xabec von animazon unterstüzt. Dieser sympathische Herr züchtet u.a. Mikroorganismen in seiner Dachrinne, welche offensichtlich auf Geräusche reagieren. Beim Auftritt hatte animazon ein kleines Labor voller Mikroben dabei, welche er live filmte und an die Rückwand der Bühne projizierte. Diverse Beigaben von Indikatoren (Unitest oder sowas – kennen wir noch aus der Schule) machen die ganze Sache schön bunt.

Jetzt die Frage: Wer von euch hat sowas schon mal gehört/gesehen/erlebt? Na eben… Umso trauriger ist es da, eine handvoll Grufties gelangweilt vor den beiden Tüftlern stehen zu sehen, die wahrscheinlich auf Stampfelektro der niveaulosesten Sorte warten. Wieder einmal Perlen vor die Säue geworfen. Na gut, einige der Anwesenden waren auch interessiert und ähnlich begeistert wie ich. Im Großen und Ganzen aber ein merkwürdiger Abend, an dem teilweise peinlich gestylete Leute nicht ahnen, was sie verpassen. Schade.

Fetzen

18. Mai 2010

(Gesammeltes, Aufgeschnapptes, Weitergedachtes.)

Fahrrad zu fahren bedeutet die Freiheit zu haben, zu gehen wann man will.

Der Streithahn fraß den Zankapfel und erstickte daran.

Ich ahne nur, wo deine Augen sind.

Geschäftigkeit vor leeren Rängen.

Es ist immer ein „Ich“, dass „Wir“ sagt.

Seit Tagen liege ich auf dem Sofa. Um mich herum liegen die Gedanken.

Rauschgift

bummeln

gebrochener Realismus

Würden wir es wirklich anders machen, wenn wir wüssten wie es ausgeht?

Die Bar war nicht mehr, als ein Loch in der Wand.

Am Eingang des Hallenbades riecht es nach Turnstunde und Ertrinken.

Maybe I lost contact to the world.

Er saß allein in einem Highway Café und blätterte in einem Schußwaffenkatalog.

besommern

Zur Situation des Menschen

12. Mai 2010

Es steckt schon eine besondere Ironie in der Existenz des Menschen. An seiner Vernunftbegabung muss er letztendlich zu Grunde gehen.

So wurde ihm zu Anbeginn der Zeit von den Göttern das Geschenk der Unsterblichkeit gegeben. Doch anstatt das schwere Geschenk in Demut anzunehmen und in alle Ewigkeit fort zu tragen, legte er es auf den Rücken eines schwerfälligen Esels, um es nicht den weiten Weg vom Himmel hinab zur Erde tragen zu müssen. Als es dem Esel jedoch kurz vor der Ankunft auf der Erde dürstete, beugte er sich hinab zu einer kleinen Quelle um daraus zu trinken. Die Unsterblichkeit des Menschen fiel dabei ins Wasser und trieb uneinholbar davon. Seit dem versucht der Mensch vergeblich das teure Geschenk wieder zu erlangen.

(frei nach Francis Bacon, 1609)

Recycling

8. Mai 2010

Es wird euch nicht überraschen zu lesen, dass ich für schlechte Bücher nichts übrig habe. Es wird euch aber vielleicht überraschen zu lesen, dass ich es ganz und gar legitim finde schlechte Bücher in den Müll zu werfen.

Da gibt es diese Literatursendung im Ersten, die natürlich zu einer absurd späten Zeit ausgestrahlt wird. Moderiert wird sie von dem etwas dicklichen, überaus sympathischen Denis Scheck. Dieser nimmt sich regelmäßig die Top 10 der SPIEGEL-Bestsellerliste vor und trennt zwischen „lesbar“ und „Müll“. Damit ist sie die einzige Literatursendung im deutschen Fernsehen, die nicht alles über den grünen Klee lobt und ihre Bezeichnung wirklich verdient. Nach kurzem, hieb-und-stichfestem Statement wird der jeweilige druckfrische Band meist über ein kleines Fließband in eine Papiermülltone befördert. Zugegeben, die Radikalität dieses Aktes könnte z.B. durch eine Reißwolforgie gesteigert werden. Aber immerhin handelt es sich hier um das Öffentlich-rechtliche Fernsehen.

(Mein größter Respekt gilt Herrn Scheck im Übrigen, weil er sich tatsächlich Monat für Monat durch den größen Schrott liest, um qualitative Urteile zu geben.)

Was wird wohl nach der Sendung aus den entsorgten Büchern? Ich glaube ja, die Redaktion hat am Ende nicht den Arsch in der Hose die Tonne wirklich abholen zu lassen. Die nicht mehr nachvollziehbaren Verkaufszahlen/-strategien seichter Belletristik kann die Sendung ohnehin nicht eindämmen. Stattdessen greifen wohl die am Set anwesenden Mitarbeiter zu. Die Bücher werden dann verschenkt oder selbst gelesen und somit ist alles wieder beim Alten. Ich vermute da eine Art Doppelmoral.

Da bevorzuge ich doch die Reißwolforgie oder zumindest die direkte Beigabe zum Altpapierkreislauf. Auf dass auf all die geschredderten Dan Browns, Cecilia Aherns und Stephanie Meyers beim nächsten Mal wertvolle Literatur gedruckt wird. Oder zumindest brauchbares Toilettenpapier daraus gewonnen wird. (Ich kaufe ja nur Recyclingtoilettenpapier. Alles andere finde ich dekadent.)

Kultroman

1. Mai 2010

Der Kultroman unserer Generation hatte mich nie sonderlich interessiert. Die Mädels fanden einen aber automatisch besser, wenn man ständig ein Exemplar mit sich herumschleppte und so tat, als läse man es schon zum dritten Mal. Je zerfledderter das Buch dabei aussah desto glaubwürdiger wirkte es. Das führte dazu, dass ich mein Exemplar mit Lippenstift, den ich meiner Mutter geklaut hatte, bearbeitete und mit Kaffee übergoß. Auf dem Schulhof blätterte ich dann stets lässig darin herum und tat interessiert. Wenn ein Mädel, dass ich besonders gut fand in der Nähe war, las ich meinen Kumpels ein paar Sätze laut vor und schwadronierete darüber, warum genau diese Sätze die besten des ganzen Buches seien. Die anderen Kerle machten es nicht anders, darum kam mir das Ganze erst später dämlich vor.

Irgendwann hatte ich die 300 Seiten dann tatsächlich bewältigt und zum ersten Mal ein Buch direkt zum Altpapier gegeben.


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