Dünenmeer / Sea of Dunes / بحرالرِمَال

16. November 2019

Nissmah Roshdys Film Dünenmeer, der auf einem Gedicht von mir beruht wurde auf verschiedene Festivals eingeladen und ist dort jeweils in den Wettbewerben verschiedener Kategorien zu sehen.

Das sind die nächsten Möglichkeiten den Film zu sehen:

26. November 2019 – 13:30 Uhr – Kairo (Ägypten) – Cairo International Film Festival – weitere Infos

1. Dezember 2019 – 20 Uhr – Wien (Österreich) – Art Visuals & Poetry Filmfestival 2019 – weitere Infos

7. Dezember 2019 – 19:30 Uhr – Berlin (Deutschland) – ZEBRA Poetry Film Festival – weitere Infos

8. Dezember 2019 – 14:30 Uhr – Berlin (Deutschland) – ZEBRA Poetry Film Festival – weitere Infos

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aus dem Journal

14. Oktober 2019

es schlägt jetzt wieder einmal die Stunde der Unversöhnlichen und Selbstgerechten, die es nicht schaffen einem alten Trottel, der uns so viel Schönes geschenkt hat, seinen größten Irrtum wenn schon nicht zu verzeihen, so doch nicht wieder und wieder mit ganzer Härte vorzuwerfen. wie wollen wir dann jemals zu einem friedlichen Miteinander kommen, wenn so viele nicht einmal das über sich bringen?

11. Oktober 2019

Fear Inoculum

30. August 2019

Nach 13 Jahren Stille ist einer der größen Mythen der modernen Rockmusik in sich zusammengefallen und hat sich gleichsam manifestiert in einem – glaubt es oder nicht – neuen TOOL Album, von dem nicht einmal Prophezeihungen dreier Weiser aus dem Morgenland mich jemals hätten überzeugen können, dass es jemals geschrieben, aufgenommen, geschweige denn veröffentlicht werden wird.

Selbst als ich die Band diesen Juni in Amsterdam zum ersten Mal live gesehen habe und sie zwei neue Tracks im Set hatten, sagte etwas in mir, dass ich skeptisch bleiben sollte. 13 Jahre des Wartens… man verliert den Glauben.

(Die Inchtabokatables haben es nach 11 Jahren Bandpause ja nicht mal geschafft ein einiziges Konzert zu spielen, um die Geduld derjenigen zu belohnen, die tatsächlich gewartet und gehofft haben. Stattdessen verkündetet man nebenbei „nochmal 11 Jahre Pause“… aber nochmal 11 Jahre warte ich nicht.)

Nun ist das neue Album da. Es heißt FEAR INOCULUM. Ich hab es einmal komplett und frei von Ablenkungen durchgehört und will meine ersten Eindrücke wiedergeben. (Urteile und Kritik finde ich nach dem einmaligen Hören auch angesichts der langen Zeit zwischen dem letzten und dem neuesten Album einfach lächerlich.)

  1. Das sind nicht Lateralus-TOOL, das sind nicht 10.000 Days-TOOL. Nach 13 Jahren hat die wahrscheinlich bedeutendste (aktive) Progressive Rock Band eine hörbare Entwicklung gemacht. Der Sound ist unverkennbar und doch anders, als auf den Vorgängeralben.
  2. Die Band nimmt sich scheinbar (noch mehr) Zeit die Stücke zu entwicklen. Alles wirkt etwas ruhiger, runtergefahrener, bedachter als zuvor. Früher Höhepunkte, wie etwa einen schreienden Maynard oder ein explodierendes Riff gibt es selten bis gar nicht. Stattdessen findet die „Action“ innerhalb der Tracks eher im letzten Drittel statt.
  3. Maynard James Keanan ist nicht der „Star“ der Platte. Sein Gesang ist zwar nach wie vor wahnsinnig intensiv, aber nicht so dramatisch, wie auf den beiden Vorgängern. Der „Star“ auf Fear Inoculum ist, wenn man so will Danny Carey. Ich meine… ich hab keinen Überblick über alle Rock-Drummer, die derzeit aktiv sind, aber was der Mann hier abgeliefert hat gehört zu den beeindruckendsten Drumsets, die ich je gehört habe. Irgenwo im Netz hatte ich mal gelesen: „Wie macht der Typ das mit nur je 2 Armen und Beinen?“ Ich weiß auch nicht. Das ist einfach großes Kino
  4. Kurz zu einzelnen Tracks: der gleichnamige Titeltrack ist ein beindruckender opener, der mir bereits in den letzten Tagen und Wochen viel Freude gemacht hat. 7empest ist sicher das „Biest“ auf dem Album, das am meisten nach vorne geht. Mein persönlicher „Favorit“ – wie gesagt, nach einmal hören – ist Descending.

Tja, man wird die neue LP auf allen möglichen Plattformen im Netz diskutieren, da bin ich mir sicher. Ich belasse es bei meinen 2 Cents. Für mich hat sich das Warten gelohnt. Ich denke die Band hat etwas Episches abgeliefert – und in Zeiten in denen das Wort episch überstrapaziert wird, wähle ich es an dieser Stelle bewusst. Ich freue mich darauf mich richtig in Fear Inoculum einzuhören und hoffe inständig auf eine Standard-Version der CD.

Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit.

Mayröcker-Variationen

28. Oktober 2018

Die Mayröcker-Variationen sind da! Inkl. eines Textes von mir, basierend auf einem Gedicht der bedeutenden Autorin aus Wien. Eine erste Querlektüre durch’s Belegexemplar ergibt: unbedingte Kaufempfehlung!

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„meine liebe“ – Ulrich Zieger in der Frankfurter Anthologie

2. Oktober 2018

In der Frankfurter Anthologie stellt Gisela Trahms das Gedicht „meine liebe“ von Ulrich Zieger vor.

Gibt es Eindeutigeres als die auf einer Skala bis zu Hundertstelgraden messbare Hitze, gibt es Vieldeutigeres als die Liebe? Trotzdem werden sie in der Poesie seit jeher in der Metapher des Feuers verbunden … Ziegers Gedicht nippt nur an diesen Traditionen, etwa indem der Sprechende seine Liebe als „hohe“ ironisiert, als hätte sie im Kontext mittelalterlicher Minne stattgefunden. (Der ganze Artikel hier.)

NIN/LP

5. August 2018

Holy shit! Wie konnte mir das all die Jahre entgehen?

Zum Vergleich das Original vor ein paar Wochen live in Berlin. Einer der Hinterköpfe in der Mitte gehört mir. Die crowd hatte wirklich eine unheimliche Energie an dem Abend. Ich bin mit ein paar amtlichen Prellungen nach Hause gefahren. Aber das war es wert.

Ulrich Zieger † 23.7.2015

23. Juli 2018

Heute vor drei Jahren starb der großartige Dichter Ulrich Zieger. Vergesst ihn nicht. Autoren dieser Art sind rar. Hier gibt es einen Ausschnitt seiner Lesung aus Durchzug eines Regenbandes auf der Burg Ranis.

Das Aufschreiben und Mitschreiben

1. Juni 2018

Anfang des Jahres gab es in der Salzburger Literaturzeitschrift Mosaik ein kleines Portrait über mich und meine Arbeitsweise des Notierens. Man kann das hier bzw. hier nachlesen.

Wie es der Zufall wollte schrieb die Berliner Literaturzeitschrift Metamorphosen (Verbrecher Verlag) kurz darauf einen Call for Paper zum Thema Journal aus. Ich habe meine Notizen aus dem Jahr 2017 gesichtet und das Journal Die Hähne auf Hydra daraus kompiliert. Auszüge daraus sind nun in der 21. Ausgabe des Magazins erschienen. Der Text beginnt mit dem Satz „Es ist zu wenig Gelb in der Welt.“

Kein automatischer Alternativtext verfügbar.

 

„Jeder weiß“ – Philip Roth 1933 – 2018

23. Mai 2018

Mit „Jeder weiß“ ruft man das Klischee an und beginnt mit der Banalisierung der Erfahrung, und das eigentlich Unerträgliche sind die Feierlichkeit und das Gefühl der Autorität, mit der die Leute das Klischee aussprechen. Wir wissen nur, dass auf individuelle Weise niemand irgend etwas weiß.

— Der menschliche Makel

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Es gab eine Zeit, in der mir seine Bücher die Welt bedeuteten. Anfang 2005, ich stand kurz vor’m Abi, habe ich angefangen Philip Roth zu lesen. Mit Der menschliche Makel ging es los, das mich sofort umgehauen hat. In kurzer Folge habe ich in den kommenden Monaten und Jahren einen Roth nach dem anderen aufgesogen und viel über Literatur und das Erzählen gelernt. Nach Jedermann habe ich dann einen Schnitt gemacht, weil es mir seltsam erschien als junger Mann mehr und mehr in den Erfahrungsraum eines alternden Mannes gezogen zu werden, der zunehmend von Krankheit und Tod bestimmt wird. Ich hab das annähernd gefühlt, so intensiv war das Roth-Lesen für mich.

Ich hab dann pausiert. Hier und da einen „schmalen“ Roth gelesen und im Studium eine Hausarbeit über Die Brust geschrieben, die meine Dozentin nicht gefiel.

Dreizehn Jahre ist das jetzt her, als ich Der menschliche Makel gelesen habe. Und mir bleibt vor allem diese Stelle unvergesslich, diese bedrückende Situation in der Coleman Silk mit diesen einschneidenden Worten „jeder weiß…“ konfrontiert wird. Dreizehn Jahre und das Taschenbuch riecht mittlerweile schon leicht nach Antiquariat. Nicht nach dem Alter, aber dem Altern.

Gestern ist Philip Roth dem Alter erlegen, das er in einem Interview einmal als Massaker bezeichnet hat. Das ist traurig. Das ist ein Verlust. Das ist nicht zu ändern. Exit Ghost.

#teamköhlmeier

9. Mai 2018


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