Sichtbarmachung und Veröffentlichungspraxis

24. April 2020

parasitenpresse

Für die Publikation der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig zur (leider ausgefallenen) It’s a book-Buchmesse haben wir final image von Mario Osterland und Alexander Neugebauer empfohlen und einen kleinen Text über das Buch, künstlerische Szenen und Veröffentlichungspraxis beigesteuert.

Ursprünglichen Post anzeigen

„die Menschen sind nirgendwo zu sehen / sie haben sich verkrochen“

3. April 2020

Vom BRD Noir zum Global Noir – doch im Grunde waren Fausers Gedichte das schon immer, auch abseits der aktuellen Nachrichtenlage. Fauser bleibt zwar auf kritischer Distanz zu ideologischen Gruppierungen und theoretischen Erklärungsmodellen jedweder Art. Ein Gespür für die Mentalitäten und Brüche, die Lebenslügen und schlecht verspachtelten Risse in der Bundesrepublik hat er dennoch. Darüber hinaus schaut er meist auch sehr genau auf all die Stellen, an denen der Putz schon abgebröckelt ist und die Fassade kurz vorm Einsturz steht, ob in Frankfurt, London, Paris oder Los Angeles. In seinen Texten wird gehurt, gesoffen und gefixt. Und den Ladys hat das enttäuscht zurückgelassene Ich selten etwas Schönes nachzurufen. Als Leser aus der Gegenwart muss man manchen Argot aushalten oder zumindest die harten Schalen um die weichen Kerne dieser Texte gelten lassen können. Zwischen all der rumpelig-trotzigen Selbstbehauptung gegenüber so ziemlich allem, jedem und jeder schlägt in diesen Texten jede Menge Herz für die Abseitigen und Außenseiter. Fausers Gedichte sind voller Empathie und Emotionen, die zu zügeln nicht mal ansatzweise zur Debatte steht.

Jörg Fausers Gedichte sind in einer Neuaugabe erschienen. Ich habe sie gelesen und paar Sätze dazu geschrieben. Hier zu lesen.

Ich habe große Städte gesehen

nadja küchemeister // federn und planeten

24. März 2020

Der Verlag Schöffling & Co. hat ein neues Blog mit „Quarantänelyrik“ eingerichtet. Eine schöne Idee.

quarantänelyrik

photo by pj gal-szabo on unsplash

federn und planeten

zucker, in den quark gedreht, ein gruß
im aschenbecher, auf dem küchentisch
das einkaufsnetz, verklebte münzen

wo sind die tennisbälle abgeblieben
hinter einem stapel hemden, servietten
ringe, fell von einem fuchs, die batterien

ausgelaufen unterm bett, der kamm
der slip im ärmel eines wintermantels
trockene luft schmilzt hin, ein gletscher

zwischen kleiderschrank und wäscheständer
bügelt jemand federn und planeten
der morgen auf der klinke, es beginnt.


nadja küchenmeister »im glasberg«, frankfurt am main 2020
© schöffling & co. verlagsbuchhandlung gmbh


Ursprünglichen Post anzeigen

„final image“ bei Blaubart & Ginster

16. März 2020

In der aktuellen Folge unseres Literaturpodcasts Blaubart & Ginster haben Ralf und ich Alexander Neugebauer zu Gast, mit dem ich in den letzten Jahren das Projekt final image bearbeitet habe. Wir sprechen darüber, lesen aus dem Buch, spielen Musik.

Bücherpaket zur Buchmesse

10. März 2020

Die Buchmesse fällt aus, aber nicht die Bücher. Die Neuen aus der parasitenpresse gibt es hier im Paket.

parasitenpresse

Gerne hätten wir euch unsere neuen Bücher auf der Buchmesse gezeigt. Wer es nicht zu einer unserer Lesungen schafft, die diese Woche dennoch in Leipzig stattfinden, dem sei unser Bücherpaket zur Buchmesse empfohlen. Darin enthalten sind alle in diesem Jahr neu erschienenen Titel, nämlich die idiotische wucht deiner wimpern von Sünje Lewejohann,was sollen wir mit all der schönheit? von Rasmus Nikolajsen,Ich bin für Frieden, Armut und Polyamorie – welche Partei soll ich wählen? von Andre Rudolph,final image von Mario Osterland sowie Unter Steinen von Thomas Podhostnik, das offiziell erst nach der Messe erscheint. Wir legen noch eine parasitäre Tasche dazu. Das Paket gibt es in unserem Buchladen für 58,- € frei Haus (innerhalb D).

921B341B-3381-4746-9F49-CDB733FA9A1B

Ursprünglichen Post anzeigen

Handke fährt jetzt Straßenbahn

7. März 2020

Ratlosigkeit, vielleicht sogar Enttäuschung angesichts der Skandalfreiheit dieser Maigeschichte, lassen sich folglich in den Zwischentönen und Zwischenzeilen von Deutschlandfunk bis Tagesspiegel finden. Sie äußert sich darin, dass das Gros der Kritikerinnen und Kritiker über „Das zweite Schwert“ so gut wie nichts zu berichten weiß, was sich nicht auch auf zahlreiche vorangegangenen Erzählungen Handkes anwenden ließe. Ein fiktionalisiertes Ich oder eine dritte Person macht sich auf den Weg, kommt im allegorischen Sinne davon ab und landet schließlich auf einem Fest. Spoiler-Alarm nur für all jene, die keine einzige seit den 1990ern erschienene Seite Handke gelesen haben. (Was natürlich nicht heißt, dass man sich deshalb nicht lautstark am Diskurs über ihn beteiligen kann.) Auch angesichts dessen, was zwischen Oktober und Dezember des vergangenen Jahres über den Autor zu lesen war, wirkt so manche/r Feuilletonist/in fast ein wenig überfordert damit, nun konkret über eines seiner Bücher Auskunft geben zu müssen. Und so herrscht eine merkwürdig friedvolle Einigkeit über die stilistische Brillanz und die wieder einmal sprachliche Ausgefeiltheit Handkes von SWR bis FAZ. Ein wie kurz vor Erscheinen des Buches geschlossener Nichtangriffspakt aller gegenüber dem Nobelpreisträger. (Verdient hat er ihn, aber bekommen hätte er ihn nicht dürfen. *hüstel*)

Ich habe die neue Erzählung von Peter Handke gelesen und besprochen. Der Artikel ist auf fixpoetry.com zu lesen.

Image

Ausstellung final image

5. März 2020

parasitenpresse

Über die heute in Jena beginnende Ausstellung final image und das gleichnamige Buch von Mario Osterland und Alexander Neugebauer schreibt Ulrike Kern von der Ostthüringer Zeitung: „Alexander Neugebauer legt sich auf einen Stil fest und wählt dafür Tusche mit seinem tiefen Schwarz und den vielen feinen Untertönen. Fortan zeichnet der Künstler wunderschöne Bilder von Persönlichkeiten wie Paul Cézanne, Marlene Dietrich, Amy Winehouse, Kurt Cobain, Bob Marley. Es sind komprimierte, pointierte Zeichnungen, die markante Züge hervorheben und alles Unwesentliche ausklammern.

Ebenso arbeitet Mario Osterland mit seinen nebengestellten Texten, die meist eine halbe A4-Seite umfassen und als Zwischenform zwischen Lyrik und Prosa einzuordnen sind. Mal formuliert er in treffend-klarer Sprache eine klassische Bildinterpretation, mal sind es Anekdoten oder persönliche Assoziationen. So wird der Betrachter zum Zeugen im Augenblick des Unfalltodes, zunehmender Drogenabhängigkeit oder Magersucht eines sterbenden Stars gemacht. Es sind würdevolle Worte zu stilvollen Illustrationen. 30 Arbeiten haben die beiden in ihrem…

Ursprünglichen Post anzeigen 38 weitere Wörter

final image – neues Buch und neue Termine

2. März 2020

Mein neues Buch ist da. final image versammelt dreißig Bild-Text-Paare, die sich mit den letzten Fotos verstorbener Persönlichkeiten auseinandersetzen. Grafisch interpretiert vom Geraer Künstler Alexander Neugebauer; mit Glossen, poetischen Bildbeschreibungen und Prosagedichten von mir.

Weitere Infos und die Möglichkeit das Buch direkt beim Verlag zu bestellen gibt es hier.

bucher_image

Mario Osterland – final image. Ein Album, mit Zeichnungen von Alexander Neugebauer. parasitenpresse, Köln 2020. (ISBN 978-3-947676-57-6) – 12,-€

Die Arbeiten, die für das Buch entstanden sind, zeigen Alexander und ich in Ausstellungen in Jena und auf der Burg Ranis (bei Pößneck).

Termine zum Buch:

4.3. – Jena – Buchpremiere und Vernissage der Ausstellung final image (Villa Rosenthal, Mälzerstr. 11) – weitere Infos

12.3. – Leipzig – Lange Leipziger Lesenacht (zusammen mit Nora Gomringer, Moritzbastei, Kurt-Masur-Platz 1) – weitere Infos

13.3. – Leipzig – Books & Beers (Leseabend der Kölner parasitenpresse, zusammen mit Thomas Podhostnik, Sünje Lewejohann u.a., TEXTAT, Erich-Zeigner-Allee 64) – weitere Infos

1.4. – Jena – last days (Filmabend im Rahmen der Ausstellung final image mit einer Einführung von mir, Villa Rosenthal, Mälzerstr. 11) – weitere Infos

6.5. – Jena – Finissage der Ausstellung final image (Verlagsabend der Kölner parasitenpresse mit Lesungen von Sünje Lewejohann, Adrian Kasnitz und Dominik Dombrowksi, Villa Rosenthal, Mälzerstr. 11) – weitere Infos

11.6. bis 14.6. – Burg Ranis – Ausstellung final image im Rahmen der 23. Thüringer Literaturtage (Kurzlesung im Rahmen der Ausstellungseröffnung am 11.6., Ranis b. Pößneck) – weitere Infos folgen

21.7. – Jena – Textlese. Im Gespräch (Lesung und Gespräch zusammen mit Dominik Dombrowski, Schillers Gartenhaus, Schillergässchen 2) – weitere Infos

weitere Termine in Vorbereitung

0001

Frage für einen Freund #1

12. Februar 2020

fff_1_rudis

Weitere Infos hier.

„It was nice while it lasted.“

10. Februar 2020

– „Life’s a bitch and then you die, right?“

– „Sometimes. Sometimes life’s a bitch and then you keep living.“

BoJack Horseman ist vorbei. Eine Trickfilmserie, die sich echter anfühlt, als hunderte live action Serien oder Filme. Eine Serie, die mit Tiercharakteren eine so beeindruckende menschliche Tiefe erzeugt, dass man mehr als einmal, mehr als zehnmal am Ende einer Episode einen dicken Kloß im Hals hat und vielleicht sogar mit den Tränen kämpft.

Die ersten drei Episoden der ersten Staffel funktionierten als herkömmliche Comedy, dann, so fühlt es sich an, entschieden sich die Produzenten (u.a. Breaking Bad-Star Aaron Paul) einen mutigen Schritt zu wagen und mit bestechender Offenheit und Ehrlichkeit von all den kleinen und großen menschlichen Abgründen, Verletzungen und Krisen zu erzählen. BoJack Horseman ist sehr oft eine sehr deprimierende Serie, aber auch eine heilsame. Und natürlich die treffsichere Mediensatire, als die sie ursprünglich an den Start ging.

bojack

BoJack Horseman 2014 – 2020. Danke Netflix.


%d Bloggern gefällt das: